Digitale Informationsveranstaltung

Künstler in Solingen erleben den Shutdown als Berufsverbot

Sonja Baumhauer vom Solinger Kulturmanagement bot einen großen Überblick über mögliche Fördertöpfe.
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Sonja Baumhauer vom Solinger Kulturmanagement bot einen großen Überblick über mögliche Fördertöpfe.

Kulturmanagement und Volkshochschule boten eine digitale Informationsveranstaltung.

Von Philipp Müller

Solingen. Der Kölner Autor, Schauspieler und Komödiant Marius Jung machte Mut: „Vielleicht müssen wir die Soforthilfe gar nicht zurückzahlen.“ Er war einer von vielen Künstlern, die sich auf Einladung des Kulturmanagements und der Bergischen Volkshochschule zum Erfahrungsaustausch bei einer digitalen Veranstaltung getroffen hatten.

Unter der Moderation von Andreas Schäfer, Solinger Autor und Regisseur, wurde die Vielzahl an Problemen deutlich, die die Kulturbranche zu bewältigen hat. Jung sprach die fehlenden Bühnenauftritte seit März an, die einem Berufsverbot gleichkommen würden. Die Solinger Malerin Daniela Baumann erklärte, dass sie voraussichtlich von den 9000 Euro Soforthilfe für selbstständige Künstler 6000 zurückzahlen müsse – falls Marius Jung mit seiner Prognose nicht doch recht behält. Die Rückzahlung werde allen schwerfallen, die keine Betriebsausgaben hatten und die Mittel einfach verwendet hatten, „um sich was zu essen zu kaufen“.

Die Auswege aus der Situation sind schwer. Der Bassist Jürgen „Jojo“ Wolter baute eins in Solingen die Punk-Ikone S.Y.P.H. mit aus. Heute hält er sich mit einer Mischung aus Hartz IV und einem Stipendium über Wasser. Letzteres ermöglicht es ihm, Musik zu machen. Nur wann diese auch wieder aufgeführt werden kann und unter welchen Bedingungen, das ist unklar.

Solingen hilft Künstlern bei Förderanträgen

Sonja Baumhauer vom Solinger Kulturmanagement bot deshalb einen großen Überblick über mögliche Fördertöpfe, aus denen sich die brachliegende Kulturbranche bedienen könne. Das sind in der Regel auf Projekte bezogne Gelder, die beantragt werden müssen. Dazu hat das Kulturmanagement für professionelle Künstler aus Solingen bereits unter Tel.  2 90 24 24 eine Hotline freigeschaltet. Dort würden die Programme erläutert und auch bei der Antragstellung geholfen.

Kulturdezernentin Dagmar Becker (Grüne) erteilte der Hoffnung auf einen Nothilfetopf für die Kulturbranche in Solingen erneut eine Absage. „Wir haben viele Ideen, wissen aber nicht, wie wir sie umsetzen können.“ Als „arme Kommune“ dürfe Solingen keine Haushaltsmittel vergeben, wenn es sich um freiwillige Leistungen handele. Kultur gehöre dazu. Aber die 15 000 Euro – aus den abgesagten Aufführungen der Oper Rigoletto – könnten jetzt wieder in kulturelle Video-Projekte investiert werden. Sonja Baumhauer rief daher dazu etwa professionelle Musiker dazu auf, sich an das Kulturmanagement zu wenden, wenn sie eine Idee für ein besonderes Konzert hätten.

Gerade erst verabschiedete sich der langjährige Leiter des Kulturmanagements, Hans Knopper, im kleinen Konzertsaal von den Mitarbeitern des Haues und Vertretern aus Politik und Kultur. Mit Sonja Baumhauer steht die Nachfolgerin bereits in den Startlöchern.

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