Impfstoff-Reste bekommen

Kritik an Corona-Impfung von Klinik-Führungskräften

Dr. Martin Eversmeyer bedauert den Vorgang. Archivfoto: to
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Dr. Martin Eversmeyer bedauert den Vorgang (Archivfoto).

Die zwei Beteiligten bedauern die Art des Umgangs mit Impfstoff-Resten im Januar. Die BfS fordert sogar deren Rücktritt.

Von Andreas Tews

Solingen. Ein Impfvorgang aus dem Januar sorgt jetzt für Diskussionen in der Politik in Solingen. Als bei den damals beginnenden Impfungen noch einige Dosen übrig waren, ließen sich auch die beiden Geschäftsführer des Städtischen Klinikums, Dr. Martin Eversmeyer und Professor Thomas Standl, sowie der Vorsitzende des Klinikum-Aufsichtsrates, Kai Sturmfels (CDU), gegen Covid-19 impfen. Dies kritisiert die Ratsgruppe der Bürgergemeinschaft für Solingen (BfS) als „Impfschummelei“. Ihre Angriffe richtet sie vor allem gegen Sturmfels, der als ehrenamtlicher Politiker nicht zum Klinikpersonal zählt. Da Standl auch Chefarzt ist, nimmt die BfS ihn von der Kritik aus.

In anderen Ratsfraktionen ist zwar von einem Fehler die Rede, den Sturmfels begangen habe. Angesichts der Rahmenbedingungen, unter denen es zu der Impfung gekommen war, weisen sie die Rücktrittsforderung der BfS aber zurück. Sturmfels selbst bedauert, einen Fehler gemacht zu haben.

Solingen: Corona-Impfdosen waren übrig – Geschäftsführer wurden angesprochen

Das ist geschehen: Als Anfang Januar erstmals in einem Solinger Altenheim geimpft wurde, fiel auf, dass aus den Impfdosen jeweils sieben Spritzen statt der angenommenen sechs aufgezogen werden können. Darum suchte das Impfteam nach Personen, die sich kurzfristig impfen lassen. Unter den Angesprochenen waren auch Sturmfels, Eversmeyer und Standl.

Ich habe mich nicht planmäßig vorgedrängelt

Kai Sturmfels, Vorsitzender des Klinikum-Aufsichtsrates

„Ich habe mich nicht planmäßig vorgedrängelt“, beteuert Sturmfels. Er berichtet, dass die Dosen bereits auf Spritzen aufgezogen waren. Nach dem damaligen Kenntnisstand hätten sie schnell verimpft werden müssen, um nicht zu verfallen. Er, Sturmfels, habe nur wenig Zeit gehabt zu überlegen. Außerdem sei die heute bekannte Impfstoffknappheit damals nicht abzusehen gewesen. Aus heutiger Sicht würde er sich anders entscheiden. Sturmfels: „Das belastet mich ungemein.“

Eversmeyer, kaufmännischer Chef des Klinikums, kann die aktuelle Diskussion zwar verstehen. Er gibt aber auch zu bedenken, dass Anfang Januar niemand damit gerechnet habe, dass Impfstoff derart knapp werden könnte. Außerdem sei man im Umgang mit den überzähligen Dosen unerfahren gewesen. Darum sei das Impfteam auf ihn, Sturmfels und Standl zugekommen. Zudem seien auch etliche Mitarbeiter des medizinischen Klinikum-Personals kurzfristig geimpft worden. „Keiner hat sich vorgedrängelt“, betont Eversmeyer. Dennoch räumt er ein: „Heute würde ich das nicht mehr so machen.“

Kai Sturmfels erklärte sich am Mittwoch in der CDU-Fraktion (Archivfoto).

Sturmfels musste sich Mittwochabend in der CDU-Ratsfraktion erklären. Fraktionschef Daniel Flemm sprach danach zwar von einem Fehler, den Sturmfels begangen habe. Man müsse ihm aber zugutehalten, dass die Situation sehr unübersichtlich gewesen und dass niemand finanziell oder gesundheitlich geschädigt worden sei. Sturmfels habe sich seit Jahren um das Klinikum verdient gemacht. Dass die BfS wegen eines einmaligen Fehlers seinen Rücktritt fordert, bezeichnete Flemm als „Machtspielchen“. Auch SPD-Fraktionschefin Iris Preuß-Buchholz sieht keinen Anlass für einen Rücktritt.

Laut Rathaussprecher Thomas Kraft sind die Vorgänge im Januar „nicht ideal gelaufen“. Daraus habe die Stadt Konsequenzen gezogen. Seither gebe es Listen mit potenziellen Impflingen, die an der Reihe seien, damit diese in einem solchen Fall kurzfristig kontaktiert werden können.

Die Corona-Pandemie befindet sich in der dritten Welle – und in einer entscheidenden Phase. Die Stadt Solingen hat nun genaue Zahlen dazu geliefert: Coronavirus-Mutationen: Infektionen nehmen zu

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