Mobilfunk

Krahenhöhe: Handyempfang wird langsamer

Auf dem Forst-Turm an der Schützenstraße werden am 28. oder 29. September die Telekom-Handy-Antennen abgebaut. Bis Jahresende kann es in Innenräumen weniger Empfang geben.
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Auf dem Forst-Turm an der Schützenstraße werden am 28. oder 29. September die Telekom-Handy-Antennen abgebaut. Bis Jahresende kann es in Innenräumen weniger Empfang geben.

Die Kommunikation zwischen Telekom-Beauftragtem und Firma Forst ist gestört. Mit Folgen für Mobilfunk-Nutzer.

Von Philipp Müller

Solingen. Am 28. oder 29. September baut die Deutsche Funkturm, sie ist Teil der Deutschen Telekom Gruppe, die Funkmasten für Mobilfunk auf dem Verwaltungsturm der Firma Forst ab. In der Folge wird es besonders in Innenräumen im Bereich der Krahenhöhe zu langsamerem mobilen Internet im Netz der Deutschen Telekom kommen, teilt die Deutsche Funkturm mit. Erst zum Ende des Jahres, spätestens Anfang 2023, soll der neue Funkturm an der Krahenhöhe den Betrieb aufnehmen. Er muss dazu noch ans Glasfasernetz angeschlossen werden.

Dem Abbau war ein seit April 2019 laufendes Ringen um den Standort zwischen der Firma Forst und der Deutschen Funkturm vorausgegangen. Michael Kölker, Chef der Firma Forst, hatte beschlossen, den Mobilfunkbetreibern nicht weiter zu erlauben, auf dem hohen Verwaltungsgebäude Antennen zu betreiben. Thomas Kraemer, der kaufmännische Verwaltungsleiter von Forst Technologie, führt dazu in erster Linie sicherheitsrelevante Umstände an, wirtschaftlich sei die Vermietung der Maststandorte auch nicht interessant für Forst.

Das ist das Problem: Bei Störungen der Antennen müssen die Techniker der Anbieter durch das Verwaltungsgebäude aufs Dach des Büroturms zu den Anlagen. Aber, so berichtet es Michael Kölker, sei es vermehrt vorgekommen, dass ortsunkundige Subunternehmer durch das gesamte Firmengelände mit dem Generalschlüssel in der Hand umherirrten, um die Antennen zu finden. Das sei so nicht weiter tragbar. Ein Mobilfunkunternehmen habe das klaglos akzeptiert und sei vom Turm abgezogen.

Mit der Deutschen Funkturm sei das aber anders. Kölker wandte sich ans Solinger Tageblatt, weil er unbedingt den Eindruck bei seinen Nachbarn vermeiden will, er und seine Firma seien schuld, wenn ab Ende kommender Woche kein Handyempfang mehr möglich sei. Jeder werde leicht sehen, dass die Masten auf dem Turm plötzlich fehlen.

Solingen: Unternehmen stellte kompletten Netzausfall in den Raum

Für die Sorge der Schuldzuweisung hatte er zunächst gute Gründe. Im August kündigte ihm die Firma Funkturm an, dass die Antennen abgebaut würden. Dies war aber mit dem Hinweis verbunden: „Leider wird nach dem Rückbau der Funkstation in der gesamten Umgebung die mobile Funkversorgung nicht mehr möglich sein, mit allen negativen Konsequenzen, wie zum Beispiel keine Notrufrettung mehr zu gewährleisten, da unser Ersatzstandort noch nicht in das Netz der Deutschen Telekom integriert werden konnte.“ Kölker und Kraemer fühlten sich unter Druck gesetzt, die Masten besser stehenzulassen.

Benedikt Albers, Sprecher der Deutschen Funkturm rudert auf ST-Anfrage zurück. Grundsätzlich sei es möglich, dass es bei Abschaltungen von Funkmasten auch der Totalausfall der Netzversorgung die Folge sei. Aber im Fall Forst habe man die eigenen Hausaufgaben nicht alle erledigt. „Korrekterweise hätten wir vorab die Netzabdeckung der anderen Anbieter abfragen und von der Telekom die Auswirkungen des Wegfalls berechnen lassen müssen, um die vermeintlichen Konsequenzen in der Form zu untermauern. Das ist nicht erfolgt. Mit den heutigen Erkenntnissen war die Schilderung der Konsequenzen gegenüber der Firma Forst überzogen, das bedauern wir.“

Die Auswirkungen auf die Netzabdeckung beschreibt Albers für die Tage und Wochen nach dem Antennenabbau so: Für Notrufe gibt es in deutschen Mobilfunknetzen ein Roaming. Das bedeutet, dass Notrufe über andere Netze funktionieren, wenn das eigene Netz nicht verfügbar ist. Außerhalb von Gebäuden werden die umliegenden Antennenstandorte der Telekom die Mobilfunkversorgung weitestgehend sicherstellen können. Der Empfang innerhalb von Gebäuden werde im Bereich der Schützenstraße leicht beeinträchtigt sein.

Allgemein werden sich die Beeinträchtigungen laut Albers durch eine geringere Kapazität, also langsameres mobiles Internet, bemerkbar machen. „Wir gehen davon aus, dass die reine Telefonie kaum betroffen sein wird.“

Michael Kölker, der selbst Telekom-Kunde ist, hätte sich gefreut, wenn ihm die Deutsche Funkturm den Umstand, dass der neue Mast noch nicht angeschlossen werden kann, mitgeteilt hätte, dann hätte man miteinander sprechen können. Auch ist er enttäuscht, dass die Funkturm behauptet, man habe ihnen keinen Ersatzstandort auf einer der Forst-Halle angeboten, die von außen für die Techniker erreichbar ist. „Das haben wir sehr wohl gemacht, aber nichts gehört“, betont Kölker.

Antennen

Neue Antennenmasten für die Telekom werden nach diesem Verfahren gebaut: Die Deutsche Funkturm GmbH baut die passive Infrastruktur für das Netz der Deutschen Telekom. Ihr gehört der Mast. Die Telekom, und auch andere Anbieter, schrauben dann ihre Antennen an und senden von dort. Der letzte Schritt der Inbetriebnahme erfolgt zu festen, mit der Bundesnetzagentur abgestimmten Zeitpunkten.

Vor einigen Montagen war es in Ohligs zu größeren Problemen beim Mobilfunk gekommen.

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