Neuer Supermarkt

Kommt Akzenta nach Gräfrath?

Auf dem Grundstück des alten Bahnhofs in Gräfrath könnte ein Akzenta-Markt entstehen. Entsprechende Verhandlungen laufen. Foto: Michael Schütz
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Auf dem Grundstück des alten Bahnhofs in Gräfrath könnte ein Akzenta-Markt entstehen. Entsprechende Verhandlungen laufen.

Die Wuppertaler Supermarkt-Kette zeigt Interesse am alten Bahnhofsgelände.

Von Philipp Müller, Andreas Tews und Simone Theyßen-Speich

Die Akzenta-Supermarktkette verhandelt über eine Filiale in Gräfrath. Das Unternehmen bestätigte dem Tageblatt, dass es Interesse an dem Standort auf dem alten Bahnhofsgelände an der Wuppertaler Straße hat. Verhandelt wird vor allem mit dem Investor und Grundstückseigentümer. 

Die Silag Handel AG des Unternehmers Siegfried Lapawa will ein Gebäude für einen Lebensmittel-Vollsortimenter bauen und an einen Betreiber vermieten. Bei Silag hält man sich mit Äußerungen zurück. Stadtdirektor Hartmut Hoferichter (parteilos) bestätigt: „Zurzeit wird die Gebäudeplanung unter Berücksichtigung steigender Baukosten aktualisiert und die Verkehrsplanung überarbeitet.“ Erst im Anschluss könnten die nächsten Gespräche zur Einleitung des Bebauungsplanverfahrens stattfinden.

Großer Supermarkt in der nähe zum historischen Stadtkern fehlt

Über einen größeren Lebensmittelmarkt wird in Gräfrath mindestens seit zehn Jahren diskutiert. Ein solcher Nahversorger fehlt für den Bereich des historischen Stadtkerns von Gräfrath. Investor Siegfried Lapawa peilt einen Markt mit einer Verkaufsfläche von bis zu 2900 Quadratmetern an. 

Ein Beginn der Bauarbeiten war bereits für 2018 angekündigt worden. Daraus wurde aber nichts. Vermehrt über den Vollsortimenter diskutiert wurde im vergangenen Jahr wieder, als vor Ort die frühere Diskothek Libelle und ein benachbartes Haus abgerissen wurden. Seitdem hat sich auf dem Gelände aber nicht mehr viel getan.

Auch Gerüchte um einen Rewe- oder Akzenta-Markt kursieren bereits seit längerer Zeit. Akzenta, selbst eine 100-prozentige Tochter der Rewe-Group, betreibt vier große Vollsortimenter-Märkte in Wuppertal. Sie haben Verkaufsflächen zwischen 2000 und 3000 Quadratmetern. Gräfrath am nächsten liegt die gut vier Kilometer vom alten Bahnhof entfernte Filiale in Vohwinkel.

Geplanter Markt hat höchstens 2700 Quadratmeter Verkaufsfläche

SUPERMARKT

KOSTEN Siegfried Lapawa nannte zunächst eine Investitionssumme von etwa 14 Millionen Euro, die sich durch die gestiegenen Baupreise erhöht.

RECHTSLAGE Eigentlich sind auf dem Solinger Stadtgebiet neue Supermärkte auf 800 Quadratmeter Verkaufsfläche limitiert. Stadt und diverse Unternehmen prozessieren um diese Frage. Daher ist im Fall Gräfrath eine Ausnahmegenehmigung der Bezirksregierung erforderlich. Diese erfolgt in zwei Schritten. Zunächst hat Düsseldorf die Vorplanungen bis 2700 Quadratmeter genehmigt, wird diese nach Abschluss aber nochmals überprüfen.

Lapawa hatte wiederholt von Plänen für einen Lebensmittelmarkt mit angeschlossenem Getränke-Shop und integrierter Bäckerei-Filiale gesprochen. Als maximale Verkaufsfläche hat die Bezirksregierung in Düsseldorf dabei aber nur 2700 Quadratmeter – einen Getränkemarkt eingeschlossen – als genehmigungsfähig genannt. Auf dem Außengelände will der Investor bis zu 200 Stellplätze für Autos schaffen. Zum Vergleich: In Vohwinkel sind es 300. Baudezernent Hartmut Hoferichter spricht von 150 Stellplätzen „nach jetzigem Planungsstand“.

Die Voraussetzungen für den Bau des Supermarktes hätten sich verbessert, betonte Siegfried Lapawa bereits im Mai im Gespräch mit dem ST. „Das Grundstück, das dafür zur Verfügung steht, ist größer als ursprünglich geplant. Wir konnten das benachbarte Gelände, das zuletzt von einer Autowerkstatt und zuvor von einer Tankstelle genutzt wurde, hinzukaufen“, so der Inhaber der in Langenfeld ansässigen Silag Handel AG. Aktuell, so betont Silag-Vorstand Thomas Becker, gebe es aber keinen neuen Sachstand.

Die Planungen für den neuen Akzenta-Markt sich schon fortgeschritten

Bei Akzenta berichtet man immerhin von fortgeschrittenen Planungen, die man zusammen mit dem Investor angestellt habe. Spruchreifes gebe es aber noch nicht.

Bei der Stadtverwaltung will man zusammen mit dem Investor einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan erarbeiten. Diesen Auftrag hat das Rathaus von der Politik erhalten. Zu einer abschließenden Abstimmung mit Lapawa ist es aber noch nicht gekommen.

Bezirksbürgermeister Udo Vogtländer (SPD) wartet ebenso auf Ergebnisse wie viele andere Gräfrather auch. Er überlegt, das Thema erneut auf die Tagesordnung der Bezirksvertretung Gräfrath zu setzen.

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