Messerpreis

Knife will 2022 neue Maßstäbe als Event setzen

Der historische Obus vom Obus-Museum wird während der Knife 2022 zwischen Klingenmuseum und dem Theater und Konzerthaus pendeln. In Gräfrath selbst werden Markierungen vom Künstler Dirk Balke die Gäste zum Klingenmuseum leiten.
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Der historische Obus vom Obus-Museum wird während der Knife 2022 zwischen Klingenmuseum und dem Theater und Konzerthaus pendeln.

Am 14. und 15. Mai kommen 140 nationale und internationale Messermacher in die Klingenstadt.

Von Philipp Müller

Solingen. Aus fast jedem Erdteil kommen Messermacher am 14. und 15. Mai ins Theater und Konzerthaus. Dort findet an zwei Tagen die Knife 2022 statt. Sie soll als Event neue Maßstäbe setzen. Unter Einbeziehung des Klingenmuseums und Verweis auf weitere Museen rund um die Herstellung von Stahlwaren sollen auswärtige Besucher auch die ganze Klingenstadt entdecken können. Dazu gibt es ein Rahmenprogramm, und der historische Obus bringt die Besuchenden auch ins Klingenmuseum, wo die Knife durch weitere Aktionen unterstützt wird.

Umzug der Knife ins Theater findet aus Platzgründen statt

Die Knife sollte schon im Mai 2020 stattfinden. Doch Corona machte zwei Jahre lang eine Präsenzveranstaltung unmöglich, ein digitales Angebot konnte die Möglichkeiten der Knife nicht annähernd ersetzen. Die neue Form der Messe für Messermacher mit Programm fürs Publikum löst die alte Messermacher-Messe im Klingenmuseum ab. Dort war es viel zu eng, um die Könner der Szene auch nur annähernd würdigen zu können.

Daher wurde auch der Veranstalterkreis erweitert. Das Klingenmuseum holte sich als Kooperationspartner das Stadtmarketing, die Deutsche Messermacher Gilde, den Industrieverband Schneid- und Haushaltswaren und das Kulturmanagement mit ins Boot. Mit der Umsetzung der Knife ist die Eventagentur B.Effective beauftragt. Sie führte auch bereits die Verleihung der „Schärfsten Klinge“ durch.

Mit 140 Ausstellern ist die Knife viel größer als ihr Vorläufer. Und es wird sehr international zugehen. So sind Manufakturen aus den USA, Kanada, Argentinien, Pakistan, Namibia, der Schweiz, Italien, Frankreich, Ungarn, Finnland, Schweden, Dänemark, den Niederlanden, Österreich, der Slowakei, der Ukraine, Polen und auch aus Russland jeweils mit einem Ausstellungs- und Verkaufsstand vertreten. 13 Stände werden von Solinger Firmen betrieben.

In Gräfrath selbst werden Markierungen vom Künstler Dirk Balke die Gäste zum Klingenmuseum leiten.

Dr. Sixt Wetzler erklärt zu den Ausstellern aus den beiden Nationen Ukraine und Russland, die sich im Krieg befinden: „Drei ukrainische Messermacher waren angemeldet, einer hat bereits abgesagt, mit den anderen beiden haben wir Kontakt aufgenommen. Wir gehen nicht davon aus, dass sie kommen können. Natürlich erstatten wir die Teilnahmegebühr unkompliziert zurück.“

Museum macht mit leeren Tischen auf Ukraine-Krieg aufmerksam

Trotzdem wolle das Museum als Veranstalter ein Zeichen setzen, ergänzte Wetzler: „Die drei Tische bleiben bestehen, um auf die Situation aufmerksam zu machen. Sie werden Fotos von Messern der fehlenden Aussteller präsentieren und auf Spendenaktionen für ukrainische Flüchtlinge hinweisen.“ Zu Teilnehmenden aus Russland äußert sich der Museumsleiter ebenfalls: „Wie mit den russischen Ausstellern umzugehen ist, haben wir intensiv diskutiert. Und wir glauben, dass Kulturstaatsministerin Claudia Roth recht hat, wenn sie vor einem generellen Boykott russischer Kultur warnt und sich gegen einen Generalverdacht ausspricht. Deshalb sind die Teilnehmer aus Russland weiterhin eingeplant. Hoffentlich gewinnen sie in Solingen sogar einen Blick auf den Krieg, wie er von den russischen Medien nicht präsentiert wird. Ob sie die Reise tatsächlich antreten werden, wird sich zeigen müssen.“

Es gibt im Theater und Konzerthaus auch ein Rahmenprogramm. Der Starbarbier Shesher aus Wuppertal berät führende Rasiermesserfirmen. Auf der Knife zeigt der Profi, wie man sich richtig rasiert – natürlich kann man sich von ihm auch rasieren lassen. Mit sportlichen Vorführungen ist das Fechtzentrum Solingen auf der Messe aktiv. Den Namen „Alte Kampfkunst“ trägt die Schule für mittelalterliche Schwertkampfkunst aus Wuppertal nicht nur. Sie wird sich auch mit gestellten Kampfszenen präsentieren.

Mit dem Shuttle-Bus können Besucher zwischen der Knife und Klingenmuseum pendeln (| Kasten). Im Museum in Gräfrath sollen die Knife-Besuchenden dann historische Original-Klingen in die Hand nehmen können. „Dazu haben wir einige Exemplare dann im Stiftersaal des Museums aufgebaut“, erklärt Sixt Wetzler. Zudem werden Führungen durch das Museum angeboten, und auch im Schmiedehaus wird es Vorführungen geben.

In die Knife ist der Messerpreis „Knife Award“ eingebunden. Die Freunde des Klingenmuseums haben dazu 2000 Euro ausgelobt. Thema für 2022 ist das Bowie-Messer. Wer dazu den besten Entwurf für eine Neuinterpretation des Themas erstellt hat, wird am 14. Mai im Theater und Konzerthaus bekanntgegeben. Alle Wettbewerbsbeiträge werden bereits ab dem 4. Mai bis zum Ende der Knife am 15. Mai im Klingenmuseum ausgestellt werden.

Knife 2022 - Tickets und Termine

Tickets: Online können bereits über den Online-Shop des Kulturmanagements Eintrittskarten erworben werden. Die Tageskarte für den 14. oder 15. Mai kostet 12,90 Euro, ermäßigt 6,45 Euro. Das Kombiticket für beide Tage liegt bei 21,50 Euro, ermäßigt bei 10,75 Euro: www.theater-solingen.de

Termin: Die Knife findet am Samstag, 14. Mai, von 10 bis 18 Uhr statt. Sonntag, 15. Mai, ist von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Infos zur Messe und eventuellen Corona-Regeln unter: knife-solingen.de

Busverbindung: 12 Minuten fährt der historische Obus als Shuttle zwischen Theater und Konzerthaus und dem Deutschen Klingenmuseum. Die Eintrittskarte (ein Bändchen) berechtigt zum kostenlosen Eintritt ins Museum und zur Mitfahrt im Bus.

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