Messe

Knife: Handgemachte Messer müssen leben

Matthias Leimküller zeigt ein Bowie-Messer. Solche und andere Messer präsentiert er bei der Knife 2022.
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Matthias Leimküller zeigt ein Bowie-Messer. Solche und andere Messer präsentiert er bei der Knife 2022.

Unter den Solinger Ausstellern auf der Knife 2022 ist der Solinger Messermacher Matthias Leimküller.

Von Philipp Müller

Solingen. Wenn am kommenden Samstag, 14. Mai, die Knife 2022 im Theater und Konzerthaus öffnet, dann sind auch mehr als ein Dutzend Solinger Firmen vertreten. Museumsleiter Dr. Sixt Wetzler betont, dass das wichtig sei. Bei der Vorgängerveranstaltung, der Messermachermesse, hätten die Besuchenden oft geklagt: „Wir sehen überhaupt nichts von den berühmten Solinger Messern.“ Das ändert sich nun. Unter den 144 Ausstellenden aus 22 Nationen sind dann eben große Solinger Namen vertreten oder auch eher unbekannte, wie Matthias Leimküller, der Messermacher aus Widdert.

Solingen setzt auf Strahlkraft der neuen Verkaufsmesse Knife

Der 41-jährige studierte Grafikdesigner fand vor rund zehn Jahren seine Berufung zum Messermacher. Damals besuchte er die Messermachermesse im Klingenmuseum. Er kam auf die Idee, sich selbst in dem Metier zu versuchen. „Ich habe die Leute stundenlang ausgequetscht“, erinnert er sich heute. Schon sein Großvater hatte in der Branche gearbeitet, ganz fremd war ihm die Solinger Stahlwarenbranche also nicht.

Es gibt kein Hundert-Prozent-Messer.

Matthias Leimküller

Das erste Messer habe ihm nicht gefallen, trotzdem habe es ein Freund kaufen wollen. Ganz schlecht kann es nicht gewesen sein. Heute hat Leimküller klare Arbeitsstrukturen für seine Abläufe. Am Beispiel eines Bowie-Messers erklärt er, wie das geht. Dieser Messertyp ist Thema das zur Knife ausgelobten Messerpreises, an dem er sich auch beteiligt.

In Duisburg teilt er sich mit drei Messerkollegen eine Schmiede. Dort entsteht das Ausgangsprodukt Damaststahl. Der wird immer wieder erhitzt und bis zu 800 Mal gefaltet. Das ergibt, zum Schluss herausgearbeitet, die Struktur der Klinge. Beim Besuch in Leimküllers Schmiede in Widdert erläutert Sixt Wetzler, dass Damast vor allem aus ästhetischen Gründen verwendet wird.

In seiner kleinen Werkstatt fertigt Leimküller dann seine Messer. Viele Kniffe, wie Messer gemacht werden, „trainiert“ er in seinem Nebenjob. Seine Fingerfertigkeit wird auch von der Firma Schmidt mit der Marke Dreiturm geschätzt. „Da wird wie früher gearbeitet, nur nicht in Schwarz-Weiß“, erzählt er. Und noch etwas treibt ihn an: „Ein gutes Messer sollte in erster Linie schneiden können und ist keine Statue.“ Damit spielt er darauf an, dass viele seine Messer in die Vitrine legen.

Drei Wochen braucht er beispielsweise für so ein großes Bowie-Messer. Wetzler lobt an Leimküllers Vorgehen, dass er als Illustrator alles genau vorab planen könne. Am Ende kostet es rund 2000 Euro.

„Wenn alles geklappt hat, fällt mir ein Stein vom Herzen“, gibt er zu.
Aber er sagt auch: „Es gibt keine Hundert-Prozent-Messer, weil es Handarbeit ist. Ist es perfekt, lebt es nicht mehr und ist tot.“ Lebendiges zeigt er auf der Knife:

www.knife-solingen.de

Nachhaltigeres Messer: Beim „Zirkelmesser“ gibt es Aufregung um Hygiene.

Messerpreis

Zur Knife 2022 verleihen die Freunde des Klingenmuseums einen Messerpreis. Der Verein lobt diesen mit 2000 Euro aus. Eine vierköpfige Jury entscheidet für 2022, welches Messer am besten die Vorgabe Bowie-Messer umgesetzt hat. Seit dem 4. Mai werden die Wettbewerbsbeiträge im Klingenmuseum gezeigt.

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