ST vor Ort

Kneipenfreitag wird wegen Corona abgesagt

Joachim Junker (l.) und Gastwirt André Hitzegrad von den Ohligser Jongens bedauern die Absage des Kneipenfreitags. Foto: Christian Beier
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Joachim Junker (l.) und Gastwirt André Hitzegrad von den Ohligser Jongens bedauern die Absage des Kneipenfreitags.

Die Ohligser Jongens haben die Entscheidung aus Gründen des Infektionsschutzes getroffen – Gastwirte leiden unter der Situation.

Von Kristin Dowe

Solingen. Die Entscheidung sei den Ohligser Jongens alles andere als leicht gefallen, versichert der Geschäftsführer des Vereins, Joachim Junker. „Wir haben uns schweren Herzens dafür entschieden, aufgrund der aktuellen Situation den Kneipenfreitag in diesem Jahr abzusagen.“ Dieser hätte eigentlich am letzten Freitag in den Sommerferien, am 7. August, stattfinden sollen, doch unglücklicherweise machte die Corona-Pandemie den Organisatoren, wie auch bei vielen anderen beliebten Veranstaltungen in Solingen, einen Strich durch die Rechnung.

„Die Hygiene- und Abstandsregeln wären einfach nicht einzuhalten gewesen, insofern konnten wir das nicht verantworten“, begründet Junker die Entscheidung, die man bewusst nicht voreilig getroffen habe. „Wir haben uns mit der Absage Zeit gelassen und wollten erst mal schauen, wie die Situation sich entwickelt.“ Eine Entwarnung in Bezug auf die Ansteckungsgefahr sei aber noch immer nicht in Sicht.

„Die Hygiene- und Abstandsregeln wären einfach nicht einzuhalten gewesen.“ Joachim Junker über die Absage des Kneipenfreitags

Dabei hat die Veranstaltung eine Erfolgsgeschichte, die 2015 eher durch Zufall im Rahmen der Feierlichkeiten zu 125 Jahre Ohligs ihren Ursprung genommen hatte. Der Freitag an jenem Wochenende bildete den Auftakt zu weiteren Veranstaltungen, auch damals gab es Live-Musik in den Kneipen und Gaststätten sowie vielfältige Angebote in den Restaurants. „Und da das 2015 sehr gut bei den Besuchern ankam, entstand die Idee, dauerhaft einmal im Jahr einen solchen Kneipenfreitag anzubieten“, blickt Junker zurück.

Der Eintritt für die Sause war stets frei und der Termin am letzten Freitag in den Sommerferien habe sich kurz vor der Rückkehr ins Arbeitsleben gut geeignet, so Junker. Auch im vergangenen Jahr waren die Kneipen und gastronomischen Betriebe rappelvoll, so dass die Besucher teilweise auf der Straße feiern mussten, wenn es drinnen keinen Platz mehr gab. Verhältnisse aus Vor-Corona-Zeiten- von denen die Wirte heute nur träumen können.

Auch Andre Hitzegrad, Inhaber des Restaurants Hitze-Frei an der Grünstraße und ebenfalls Mitglied bei den Ohligser Jongens, hatte sich die Sache anders vorgestellt: „Es ist schon sehr schade, dass wir den Kneipenfreitag absagen müssen, denn die Umsätze sind immer noch recht schlecht.“ Sowohl bei Partys und Hochzeiten als auch beim À-la-carte-Geschäft habe sein Restaurant „gigantische Einbußen“ zu verzeichnen gehabt. Immerhin habe das Team die Zwangspause kreativ für Umbau- und Renovierungsarbeiten genutzt.

Trotz der Pandemie ging das Leben auch bei den Ohligser Jongens weiter, berichtet Joachim Junker. „Zurzeit bereiten wir uns beispielsweise intensiv auf die Umgestaltung des Marktplatzes und der Düsseldorfer Straße vor und führen dazu Gespräche mit der Verwaltung, der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Ohligs und anderen Ohligser Organisationen. Nachdem der Architektenwettbewerb abgeschlossen sei, gehe es nun an die Abstimmung der Details.

Auch die Ohligser Jongens möchten ein paar Wünsche für die Planung mit einbringen – vorgreifen wolle der Geschäftsführer zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht. Nur so viel: „Es wäre wünschenswert, wenn wir die Aufenthaltsqualität in Ohligs und speziell das gastronomische Angebot weiter verbessern könnten, damit die Leute nach Feierabend und an den Wochenenden nicht in andere Städte abwandern“, regt Junker an. „Es gibt häufig die Situation, dass man in Ohligs essen gehen möchte und man keinen Platz mehr bekommt, wenn man nicht reserviert hat. Da wünsche ich mir einfach etwas mehr Auswahl und Vielfalt.“

In einem Punkt gebe es aber keinen Zweifel, verspricht Junker: „Wenn die Situation es zulässt, wird der Kneipenfreitag 2021 definitiv nachgeholt.“

Ohligser Jongens

Der Verein Ohligser Jongens gründete sich 2014 mit zunächst 14 Mitgliedern. Heute gehören ihm 53 Mitglieder an, darunter auch Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD). Der Verein hat sich die Weiterentwicklung des Stadtteils Ohligs in allen Lebensbereichen zum Ziel gesetzt. Weitere Informationen gibt es im Internet auf der Homepage des Vereins: ohligser-jongens.de

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