Neue Gebäude

Klinikum: So sieht der Masterplan aus

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Zahlreiche neue Gebäude werden entstehen – Sorgen um Kosten, Bemühungen um Nachhaltigkeit.

Von Björn Boch

Solingen. Das Städtische Klinikum Solingen hat weitere Details seines „Masterplans 2025“ vorgestellt: Rund 120 Millionen Euro sollen investiert werden, rund 80 Millionen davon in ein neues Bettenhaus samt Hubschrauber-Landeplatz. Einige Investitionen sollen sich langfristig durch mehr Patientinnen und Patienten finanzieren, andere kurzfristig durch Gebühren oder Mieteinnahmen. Für Unsicherheit sorgen die rapide steigenden Baukosten. Eine Übersicht.

Parkhaus: „Wir werden durch die Pläne Parkplätze verlieren, deshalb wird die erste Baumaßnahme ein Parkhaus sein“, erklärt Dr. Martin Eversmeyer, Vorsitzender der Geschäftsführung. Eine Kostenberechnung liege vor, ebenso erste Angebote, die Ausschreibung laufe bereits. Ende des Jahres oder Anfang 2023 soll es losgehen. Finanzieren soll sich das Parkhaus über Parkgebühren – neben Pkw-Stellplätzen soll es Ladesäulen und Fahrradparkplätze geben. Gebaut wird auf dem bisherigen Frauenparkplatz.

Bildungs- und Facharztzentrum: Auf dem bisherigen Besucherparkplatz entsteht ein Zentrum für Fachärzte, das von einer eigenen Gesellschaft betrieben werden soll. „Wir werden das über Mieteinnahmen finanzieren“, erklärt Eversmeyer. Verschiedene niedergelassene Ärzte suchten die Nähe zum Krankenhaus, was auch mit der Ambulantisierung der Leistungen zu tun habe. Für immer weniger Eingriffe ist ein stationärer Aufenthalt notwendig. Das Gebäude soll auch ein attraktives Bildungszentrum für die Auszubildenden beherbergen.

Bettenhaus: Das Herzstück des Masterplans ist ein neues Bettenhaus samt Landeplatz für Hubschrauber. „Der ist auch dringend notwendig“, betont der medizinische Geschäftsführer Prof. Dr. Thomas Standl. Beim Neubau werde auf kleine Einheiten geachtet, es gebe eine immer größere Nachfrage nach Einzelzimmern, erklärt Eversmeyer. Die gehen dann vor allem an Zusatzversicherte oder Zuzahlende. Für reguläre Kassenpatienten werden Zweibettzimmer Standard. Neu gebaut in der Nähe wird auch eine kleinere Rettungswache für Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF).


Abriss Haus G: Für den Neubau muss zunächst das marode Haus G abgerissen werden. Das große Projektteam, das sich mit den gesamten Bauarbeiten beschäftigt und dem der Aufsichtsratsvorsitzende Kai Sturmfels (CDU) angehört, treibt derzeit die Frage nach dem Recycling um. „Wir beschäftigen uns mit Urban Mining und der Frage, wie wir Baustoffe wieder in den Kreislauf einbringen können“, so Sturmfels. Experten rechneten mit etwas mehr als ein Prozent höheren Baukosten. Nachhaltig soll auch der Neubau werden, nicht zuletzt, um Verbrauch zu senken. „Ein Krankenhaus ist sehr energiegetrieben, diese Kosten müssen wir beherrschen“, sagt Sturmfels.

Sanierung Haus E: Sobald das neue Bettenhaus in Betrieb genommen werden kann, gehen die Arbeiten im Haus E weiter. Wo bislang vor allem Patienten untergebracht waren, wird wohl ganz oder teilweise Verwaltung einziehen, die bislang rund um den Frankenplatz untergebracht ist. „Wir werden auch den Eingangsbereich neu gestalten“, sagt Kai Sturmfels. Im Zuge des Masterplans werden sich im Klinikum komplett neue Wegebeziehungen etablieren. Der neue Eingang solle dann „eine andere Willkommensatmosphäre bieten als derzeit“.

Küche:Die bisherige Küche sei räumlich leider völlig ungeeignet, so Eversmeyer. Eine externe Speisenversorgung wolle das Klinikum nicht: „Wir wollen weiter Einfluss auf die Versorgung der Patienten haben, diese Leistung aber wirtschaftlicher erbringen.“ Das soll mit einer neuen Großküche gelingen, aus der dann auch weiterhin Kitas und Schulen beliefert werden. „Die sind mit unseren Leistungen sehr zufrieden – wie übrigens auch die Patienten“, so Eversmeyer.

Kindertagesstätte: Die Entscheidung, dass eine Kita gebaut wird, sei gefallen, über den Standort sei man sich noch unsicher. Möglich seien ein Platz an der Herbergerstraße nahe der Trasse oder weiter westlich am Botanischen Garten. Die Kita werde „betriebsnah“ sein, wie Dezernent Jan Welzel (CDU) betont – also auch für Mitarbeitende des Klinikums, nicht aber ausschließlich.

Bettenzahl

650 Betten hat das Städtische Klinikum derzeit. „Die brauchen wir nicht mehr, das wird nicht zuletzt der neue Landeskrankenhausplan zeigen“, betont Dr. Martin Eversmeyer. „Es geht nur um die Leistungsfähigkeit des Krankenhauses“. Für den Neubau plane man daher mit 550 Betten. Zurzeit in der Spitze belegt seien 480 bis 490. Betriebsbedingte Kündigungen seien aber nicht geplant. Im medizinischen und im Pflegebereich suche man sogar: „Mit mehr Personal könnten wir mehr Patientinnen und Patienten behandeln.“

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