Gesundheit

Klinikum setzt neues Hygienekonzept um

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Ranca Antonio misst am Eingang die Temperatur der Besucher.

Das Krankenhaus hat seit Montag nur noch einen Eingang – die Notaufnahme ist in zwei Bereiche geteilt.

  • Städtisches Klinikum soll in den Routinebetrieb zurückkehren.
  • Besucher sind nur auf den Intensivstationen, der Kinderstation und im Palliativbereich gestattet.
  • 50 zusätzliche Betten sind in Schulungsräumen aufgebaut.

Von Katharina Birkenbeul

Solingen. Um Patienten und Personal zu schützen, hat sich das Städtische Klinikum neu aufgestellt. Statt zahlreiche Zugänge ins Krankenhaus steht Besuchern seit Dienstag nur noch der Haupteingang an der Gotenstraße zur Verfügung. „Wir haben jetzt ein System mit vier Spuren. Drei, um ins Gebäude zu gelangen, und eine für den Weg nach draußen“, beschreibt Prof. Dr. Thomas Standl, Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin am Klinikum, das neue Konzept. „Wir haben damit das Klinikum auf die neue Normalität vorbereitet“, ergänzt er.

Ziel sei es, das Städtische Klinikum wieder in den Routinebetrieb zurückzuführen. Darauf drängen die Entscheidungsträger zur Zeit. „Aber das muss wohlüberlegt geschehen“, sagt Standl. Auch wenn die bisher getroffenen Maßnahmen noch nicht notwendig waren – sechs Stationen mit 100 Betten mussten für den Notfall für Covid-19-Patienten reserviert werden. Genutzt wurden sie noch nicht.

Bei Überlastung des Krankenhauses kämen die 50 zusätzlichen Betten im Schulungsraum zum Einsatz.

Ein gutes Zeichen, findet Standl, denn solche Ausmaße der Pandemie wie in Italien oder Spanien wünscht er sich nicht. Jetzt sind nur noch 50 Betten reserviert, „das Klinikum geht aber langsam wieder zur Vollbelegung über.“ Durch den vorgeschriebenen Abstand von zwei Metern gibt es allerdings nur noch Zwei-Bettzimmer. Das reduziere die Gesamtzahl der Betten um 100 auf 400 Betten.

„Wir sind gut vorbereitet.“
Prof. Dr. Thomas Standl, Chefarzt Städtisches Klinikum

Jeden Morgen trifft sich der Chefarzt mit seinem Team, um neue Absprachen zu treffen und sogenannte Verfahrensanweisungen abzustimmen, die sowohl für Patienten und Besucher als auch Mitarbeiter wichtig sind. „Wir sind gut vorbereitet“, betont Standl. So konnte auch eine Holländerin aufgenommen werden, die das Coronavirus durch die Behandlung in Solingen überlebte. Und auch über das Vier-Spuren-System wurde dort entschieden.

Wer das Krankenhaus nun durch den Haupteingang betritt, bekommt dort als erstes einen Mundschutz und muss einen Fragebogen ausfüllen. So soll sichergestellt werden, dass die Besucher keine Symptome des Virus haben und auch keinen Kontakt zu nachweislichen Infizierten hatten. Die zweite Station stellt die Temperaturmessung dar. An der dritten und letzten Station wird dann geprüft, ob der Zugang zum Gebäude eine Berechtigung hat. Eine Begleitperson ist nur in bestimmten Fällen, etwa bei Menschen mit schwerer Behinderung, zulässig. Ein privater Sicherheitsdienst oder das städtische Ordnungsamt sind rund um die Uhr vor Ort, um sicherzustellen, dass sich jeder an die Maßnahmen hält.

Solingen: Klinikum hat noch genug Schutzkleidung und Desinfektionsmittel

In der zentralen Notaufnahme (ZNA) wird schon länger nach einem neuen Konzept gearbeitet. Menschen, die sich dort zur Untersuchung anmelden, werden in zwei Bereiche unterteilt: infektiös oder nicht-infektiös. Im infektiösen Bereich, der „schwarzen Seite“, hängen Bretter, an denen Masken aufgehängt sind, die die Mitarbeiter dort zur Nutzung abnehmen können. Der behandelnde Arzt eines Corona-Verdachtsfalles findet dort auch ein Visier, um sich noch besser vor der Erkrankung zu schützen. Auch wenn die Preise für die Masken extrem gestiegen sind – das Klinikum sei gut aufgestellt. „Wir haben noch genug Schutzkleidung und Desinfektionsmittel, da wir schon vor den Einschränkungen vorgesorgt haben“, erklärt der Chefarzt.

50 zusätzliche Betten stehen derzeit außerdem in den Schulungsräumen zur Verfügung. Für die Ausbildungen muss nun aber eine andere Lösung gefunden werden. „Solange die Stadt die Kliniken für Stufe 2 vorbereitet haben möchte, können die Schulungsräume nicht als solche freigegeben werden“ – aber die Ausbildung müsse weitergehen. „Die Neuerungen sind eine logistische Herausforderung.“

Besucher

Besucher sind im Städtischen Klinikum zur Zeit nur auf den Intensivstationen, der Kinderstation und im Palliativbereich gestattet. „Die Palliativstation hat einen direkten Zugang von außen, so dass Patienten ohne großen Aufwand weiterhin Besuch empfangen können“, erklärt Chefarzt Prof. Dr. Thomas Standl. Außerdem sorge dies für eine privatere Atmosphäre auf dem letzten Weg der Patienten. Besucher für die anderen beiden Stationen müssen über den Haupteingang hereinkommen und dabei auch die Kontaktdaten hinterlassen, um Infektionsketten nachvollziehen zu können. Es herrscht außerdem im gesamten Klinikum Maskenpflicht.

Für den Notfall ist alles vorbereitet: Die Bettenanzahl wurde in den Kliniken aufgestockt.

Die ehrenamtlichen Helfer haben keine Angst, sich zu infizieren: Sie setzen auf die Einhaltung der Corona-Regeln.

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