Medizinischer Fortschritt in Solingen

Klinikum hat einen neuen Herzkatheter

Chefarzt Dr. Marc Becher (l). und Salih Imeri, Leitender Funktionspfleger, stellen die Technik des neuen Herzkatheters vor. Foto: Christian Beier
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Chefarzt Dr. Marc Becher (l). und Salih Imeri, Leitender Funktionspfleger, stellen die Technik des neuen Herzkatheters vor.

1,5 Millionen Euro werden in der Kardiologie investiert – auch in Tagesklinik und Rhythmologie.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor Todesursache Nummer eins in Deutschland. „Deshalb ist auch die Kardiologie eine der wichtigsten Säulen in der Klinik“, betont Prof. Dr. Thomas Standl. Der Medizinische Direktor des Städtischen Klinikums konnte jetzt gemeinsam mit Privatdozent Dr. Marc Becher, seit Oktober neuer Chefarzt der Kardiologie, eine neue Herzkatheter-Station und die sanierten Räume der Abteilung vorstellen. Herzstück ist ein neuer Herzkatheter, eine von zwei Anlagen im Klinikum, die rund um die Uhr Hilfe etwa bei Herzinfarkten gewährleisten. Etwa 1500 Herzkatheter-Einsätze gibt es dort pro Jahr.

Fünf Wochen lang wurde saniert und das neue Hightech-Gerät eingebaut. „Zudem haben wir auch die Tagesklinik ausgebaut, so dass Patienten, die nach einem ambulanten Eingriff noch einige Stunden zur Überwachung bleiben, dort ein bequemes Umfeld haben“, ergänzt Salih Imeri, Leitender Funktionspfleger im Herzkatheterlabor.

In den gesamten Umbau investiert das Klinikum etwa 1,5 Millionen Euro. Darin enthalten ist auch schon die Investition in den Ausbau der Ablations-Therapie. Ab Februar nächsten Jahres soll diese Verödungstherapie bei Herzrhythmusstörungen in das große Spektrum der Kardiologie am Städtischen Klinikum aufgenommen werden.

Hybrid-OP soll auch kleinere Herz-Operationen ermöglichen

Auch der neue Herzkatheter bietet nicht nur modernste Technik, sondern auch neue Verfahren. So etwa die intrakoronare Bildgebung. „Bei dieser Technik sorgt ein Micro-Laser im Gefäß für ein 3-D-Laserbild“, erklärt Dr. Marc Becher. Zusätzlich zu der klassischen Angiographie, bei der die Gefäße mittels Kontrastmittel dargestellt werden, ist jetzt auch noch eine Bildgebung mit Ultraschall-Technik, die mit deutlich weniger Kontrastmittel auskommt, möglich.

Und weitere Neuerungen in der Kardiologie des Klinikums sind geplant. So wird auch der zweite Katheterplatz mit neuer Software ausgestattet. „Zudem ist ein Hybrid-OP in neuen Räumen geplant“, nennt Dr. Martin Eversmeyer, Vorsitzender der Geschäftsführung, weitere Projekte. Vorgesehen ist eine Multifunktionsanlage, in der Herzkatheter-Behandlungen, aber auch – wenn nötig – Operationen durchgeführt werden können“, erklärt Dr. Becher, der die Technik aus seiner früheren Tätigkeit in Bonn mitgebracht hat. Solche kleineren Herz-Operationen waren am Klinikum bislang nicht möglich. In der Regel wird der Katheter bei den Untersuchungen über die Leiste eingeführt. Der Hybrid-OP soll dabei nicht nur der Kardiologie, sondern auch der Gefäßchirurgie zur Verfügung stehen.

In der Kardiologie gebe es derzeit eine wahnsinnig dynamische Entwicklung, so Dr. Becher. „Mit dem, was wir medizinisch anbieten können, werden Lebensjahre geschenkt und gerettet“, so der Kardiologie-Chefarzt. Mit der neuen Technik könne das vorhandene Wissen auch qualitativ höherwertig angeboten werden.

Lesen Sie auch: Kleiner Clip dichtet undichte Herzklappe wieder ab: Kardiologe Dr. Hilmar Brinkmann stellt ein Verfahren vor, wie mittels eines Kathetereingriffs eine undichte Herzklappe mit einem Clip wieder abgedichtet und dem Patienten eine Herz-Operation erspart werden kann.

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