Kooperation im Gesundheitsbereich

Kliniken arbeiten enger zusammen

Die Geschäftsführung des Städtischen Klinikums lobt die Intensität der Zusammenarbeit.
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Die Geschäftsführung des Städtischen Klinikums lobt die Intensität der Zusammenarbeit.

Die Corona-Krise hat der Kooperation im Gesundheitsbereich einen Schub gegeben.

Von Anja Kriskofski

Solingen. So furchtbar die Corona-Pandemie ist – sie bringt auch Positives hervor. Wenn es um die guten Seiten 2020 geht, darf der medizinische Bereich nicht fehlen. Ärzte und Pflegekräfte haben Großartiges geleistet.

Verlegungen würden mit den anderen Kliniken problemlos per Telefon oder E-Mail geregelt, heißt es aus der St. Lukas Klinik.

Gleichzeitig hat die Krise der Branche auch in anderer Hinsicht einen Schub gegeben. Die Solinger Krankenhäuser arbeiten heute untereinander, mit dem Gesundheitsamt und den niedergelassenen Ärzten enger zusammen als vor Corona.

Das ist nicht selbstverständlich. Die drei Kliniken haben ganz unterschiedliche Träger: Das Klinikum gehört als kommunales Krankenhaus der Stadt Solingen, Bethanien (Diakonisches Werk Bethanien) und St. Lukas (katholische Kplus Gruppe) sind in christlicher Trägerschaft. Sinnbildlich für die bessere Kooperation in der Krise war eine Pressekonferenz Anfang April. Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) und Ordnungsdezernent Jan Welzel (CDU) stellten damals eine Krankenhaus-Ausbauplanung zur Bewältigung der Corona-Pandemie vor. Zugeschaltet via Video waren nicht nur Geschäftsführer und Chefärzte der drei Krankenhäuser, sondern auch einer der Geschäftsführer der Praxisklinik im Südpark. Medizinisches Personal vom Südpark hilft nun in der zweiten Welle bei der Versorgung von Covid-19-Patienten im Fachkrankenhaus Bethanien.

Die private Klinik sei auf Bethanien zugegangen, erzählt Prof. Dr. Winfried Randerath, Chefarzt der Aufderhöher Klinik. „Sie haben klar signalisiert, dass sie sich in den Dienst der gemeinsamen Sache stellen wollen. Das war beeindruckend.“ Auch zum Klinikum, zur St. Lukas Klinik und zu den niedergelassenen Ärzten seien die Kontakte heute deutlich intensiver.

Im Lungenfachkrankenhaus Bethanien werden schwerpunktmäßig Covid-19-Patienten behandelt.

„Wir sind häufig im Gespräch.“ Die Konkurrenz zwischen den Krankenhäusern sei in der Krise nach hinten gerückt, glaubt Randerath. „Niemand versucht, Profit aus der Situation zu schlagen.“ Die Solinger dürften darauf vertrauen, dass die Kliniken versuchten, den besten Platz für einen Patienten zu finden. „Wir ziehen an einem Strang mit dem Ziel, die Gesundheitsversorgung für die Menschen zu sichern. Der Austausch ist sehr gut“, bestätigt Prof. Dr. Thomas Standl, medizinischer Geschäftsführer des Städtischen Klinikums. Rathaus, Gesundheitsamt und Krankenhäuser hätten die Lage von Anfang an richtig eingeschätzt. Schon vor der Pandemie habe man mit den anderen Einrichtungen gut zusammengearbeitet, zum Beispiel beim Neurozentrum mit der St. Lukas Klinik oder bei der Langzeitbeatmung mit Bethanien. Gleiches gelte für niedergelassene Ärzte, DRK, Rettungsdienst und Feuerwehr. „Neu ist die Intensität der Zusammenarbeit. Corona hat uns als Herausforderung zusammengeschweißt“, betont Standl.

Solingen: Zusammenarbeit bei der Beschaffung von Schutzausrüstung

Das bestätigt auch Dr. Markus Meibert, Ärztlicher Direktor der St. Lukas Klinik: Eine Pandemie könne man nur gemeinsam stemmen, wenn alle Akteure an einem Strang ziehen.

Medizinisches Personal von der Praxisklinik im Südpark hilft nun in der zweiten Welle bei der Versorgung von Covid-19-Patienten in Bethanien.

„Das tut man in Solingen ganz im Sinne der Kranken.“ Gesundheitsamt, Vertreter der Krankenhäuser und der niedergelassenen Ärzte tauschten sich regelmäßig per Video-Konferenz aus. Verlegungen würden pragmatisch per E-Mail oder Telefonanruf gelöst.

Austausch gebe es auch in anderen Bereichen, zum Beispiel bei der Beschaffung von Schutzausrüstung. So sei die Stadt Solingen auf Vermittlung des Zentraleinkaufs der Kplus Gruppe, zu der auch die St. Lukas Klinik gehört, zügig an Schnelltests gekommen.

Was bleibt von all dem nach der Pandemie? Die Krankenhäuser stehen vor großen Herausforderungen. Im Klinikum soll der Masterplan umgesetzt werden, die Kplus Gruppe ist in Gesprächen über eine Fusion. Das alles wird wieder stärker in den Vordergrund treten, ebenso wie die Konkurrenz untereinander.

Eines hat die Krise jedoch gezeigt: Für eine Großstadt wie Solingen ist eine breit aufgestellte Gesundheitsversorgung unerlässlich. Und für die Patienten ist es nur von Vorteil, wenn die Ärzte vor Ort sich kennen und genau wissen, wer was besonders gut kann.

Gute Seiten 2020

Das ST zeigt die guten Seiten, die das schwierige Jahr 2020 trotz aller Sorgen hatte.

22. Dezember: Der Solinger Weg macht Schlagzeilen

23. Dezember: Smart City bringt Solingen voran

24. Dezember: Mehr Tagestouristen in der Stadt

28. Dezember: Der BHC siegt 28:27 gegen Hannover vor ausverkauftem Haus

29. Dezember: Feuerwehr rettet Tauben

30. Dezember: Guter Verlauf der Kommunalwahl

31. Dezember: Solingen bekommt 7 Millionen Euro vom Land für Schulen

Heute: Die Krankenhäuser arbeiten in der Krise gut zusammen

4. Januar: Der Handel stemmt sich einfallsreich gegen die Krise

Aktuelle Informationen zur Corona-Situation in Solingen erhalten Sie in unserem Corona-Blog.

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