Bussche-Kessel-Weg in Ohligs

Ohligser Kleingärtner warten weiter auf Gewissheit

Die Kleingärten am Bussche-Kessel-Weg werden weitgehend naturnah bewirtschaftet. Foto: Christian Beier
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Die Kleingärten am Bussche-Kessel-Weg werden weitgehend naturnah bewirtschaftet.

Noch fehlen eindeutige Signale, ob und wann die Anlage am Bussche-Kessel-Weg geräumt werden muss.

Von Andreas Tews

Solingen. Die Kleingärtner der Anlage am Bussche-Kessel-Weg können mindestens bis Ende 2021 auf ihren Parzellen bleiben. So versicherte es jetzt Carsten Kirchhoff, Sprecher der Bahnflächen-Entwicklungsgesellschaft (BEG). Was danach kommt, ist weiterhin ungewiss. Dies verunsichert die Betroffenen. Dieser Zustand führe unter anderem dazu, so berichtet der Vorsitzende des Kleingartenvereins, Hans-Peter Sokoll, dass viele Pächter nicht mehr viel in ihre Gärten investieren. Kündigungen seien zumindest noch nicht ausgesprochen worden.

Um die Kleingartenanlage an der Bahnlinie in Ohligs wird seit gut zwei Jahren diskutiert. Die Deutsche Bahn hat die BEG mit dem Verkauf des etwa 15 000 Quadratmeter großen Areals beauftragt. Über eine Folgenutzung gab es etliche Gerüchte. Zuletzt hieß es, dass sich ein größeres Unternehmen dort ansiedeln wolle, dass sich diese Pläne aber zerschlagen hätten. An etwa einem Drittel des Geländes hat auch die Stadt Solingen Interesse. Nicht, um es zu kaufen, sondern, um dort etwas zu erreichen: ein drittes Bahngleis in Richtung Köln.

„Wir wollen möglichst konfliktfrei mit den Parteien umgehen.“
Carsten Kirchhoff, Bahnflächen-Entwicklungsgesellschaft

Die BEG will nach Kirchhoffs Angaben in jedem Fall eine Lösung finden, mit der die Kleingärtner gut leben können. Bei diesem Prozess wolle man die Gartenfreunde rund um Sokoll einbinden. Auf Details geht Kirchhoff allerdings noch nicht ein. Dafür sei es noch zu früh. Wegen des langfristig angepeilten zusätzlichen Bahngleises seien auch die damit verbundenen Interessen zu berücksichtigen. Kirchhoff versichert: „Wir wollen möglichst konfliktfrei mit den Parteien umgehen.“

Laut Sokoll müsste die BEG den Pächtern eine Ersatzfläche zur Verfügung stellen, sollte das Areal am Bussche-Kessel-Weg anderweitig genutzt werden. Ein konkretes Angebot liege allerdings noch nicht vor, berichtet Sokoll.

Er spricht sich weiterhin dafür aus, die Anlage am jetzigen Standort zu erhalten. Nicht nur, weil sie ihm und seinen Mitstreitern dort ans Herz gewachsen ist. Die Grünflächen an der Bahnlinie sorgen nach seiner Einschätzung auch für eine wichtige Frischluftzufuhr für Ohligs. Die sei besonders in heißen Sommermonaten wichtig.

In jedem Fall wäre für eine neue Nutzung ein Bebauungsplan nötig. Und der ist derzeit nicht in Sicht. Der für das Bauressort zuständige Stadtdirektor Hartmut Hoferichter (parteilos) hatte zuletzt im Stadtrat erklärt, dass ein solcher Plan derzeit nicht auf der Agenda stehe. Zudem heißt es jetzt auf Anfrage aus dem Rathaus: „Für die Stadt gibt es zurzeit keinen Anlass, die B-Plan-Verfahren aufzugreifen.“

Hintergrund

Bahn-Landwirtschaft: Die Gartenanlage am Bussche-Kessel-Weg wird von der Bahn-Landwirtschaft, einer Sozialeinrichtung der Deutschen Bahn (DB) verwaltet. Sie ist Vertragspartnerin der Gärtner.

BEG: Mit dem Verkauf der Fläche hat die DB die Bahnflächen-Entwicklungsgesellschaft betraut.

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