Medizinischer Fortschritt in Solingen

Kleiner Clip dichtet undichte Herzklappe wieder ab

Die Kardiologen Dr. Hilmar Brinkmann (r.) und Dr. Stefan Redlin erklären das Verfahren am Modell. Foto: Christian Beier
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Die Kardiologen Dr. Hilmar Brinkmann (r.) und Dr. Stefan Redlin erklären das Verfahren am Modell.

Der niedergelassene Kardiologe Dr. Hilmar Brinkmann bietet Verfahren in Kooperation mit Kliniken an.

Von Simone Theyßen-Speich

Behandlungen oder Operationen am Herzen sind gerade für ältere Menschen oder Patienten mit Vorerkrankungen immer mit einer besonderen Sorge verbunden. Dr. Hilmar Brinkmann, einer von vier Kardiologen in der Kardiologischen Gemeinschaftspraxis an der Konrad-Adenauer-Straße, stellt deshalb ein Verfahren vor, wie mittels eines Kathetereingriffs eine undichte Herzklappe mit einem Clip wieder abgedichtet und dem Patienten eine Herz-Operation erspart werden kann.

Als einer von ganz wenigen niedergelassenen Kardiologen in Deutschland bietet er das Verfahren an. Die Eingriffe führt er in Kooperation mit dem Herzzentrum Wuppertal am Standort der Helios-Klinik in Elberfeld durch.

Aus seiner klinischen Tätigkeit als Oberarzt am Herzzentrum Wuppertal, wo Dr. Brinkmann von 2002 bis 2017 tätig war, sei das Verfahren erwachsen. Normalerweise müsse bei undichten Herzklappen eine Operation durch einen Herzchirurgen unter Herzlungenmaschine erfolgen. „Aber für selektionierte Patienten, bei denen aufgrund des Alters oder einer Vorerkrankung mit Nieren- oder Lungenproblemen oder mit Bypässen solch eine OP zu riskant wäre, ist das Clip-Verfahren eine gute Alternative“, so der niedergelassene Kardiologe.

Bei jüngeren Patienten ist die herzchirurgische Rekonstruktion der Herzklappe Standard, alternativ kann eine Kunstklappe eingesetzt werden. Beide Verfahren sind allerdings mit einer größeren Operation verbunden.

Bei zwei der vier Herzklappen, der Mitralklappe und der Tricuspidalklappe – den beiden Segelklappen –, kann das Clip-Verfahren angewandt werden. Sind diese Klappen undicht, führt das zu schwerer Luftnot, zu Wasser in Lunge und Beinen. „Mit dem Verfahren wird das Problem abgestellt und die Lebensqualität der Patienten wieder erhöht“, erklärt Praxis-Kollege und Kardiologe Dr. Stefan Redlin.

Vorbereitung erfolgt in der Praxis und im Städtischen Klinikum

Durch die Leiste wird ein Katheter in das Herz eingeführt. Ein kleiner Clip, der auf diesem Weg transportiert wird, sorgt dafür, dass die Herzklappe wieder besser schließt. „Wenn alles glatt geht, dauert der Eingriff 20 bis 60 Minuten“, so Dr. Hilmar Brinkmann. Den Eingriff selbst führt er im Herzzentrum Wuppertal durch, wo die Patienten anschließend etwa vier Tage bleiben.

Für die Patienten sei es oft sehr wichtig, dass ihr vertrauter Kardiologe den Eingriff selbst durchführt. Die Vorbereitung erfolgt in der kardiologischen Praxis und im Städtischen Klinikum Solingen, damit liegen Diagnostik, Screening, Eingriff und die Nachbehandlung in einer Hand.

„Auch wir Kollegen in der Praxis sind froh, den kurzen Dienstweg nutzen und Dr. Brinkmann zur Diagnose bei Untersuchungen hinzurufen zu können, wenn es um diese Art von Behandlung geht“, so Dr. Stefan Redlin. Die Kooperation mit den beiden Kliniken und den Hausärzten sowie die lokale und regionale Vernetzung sichere dabei die optimale Versorgung der Patienten.

Lesen Sie auch: Lukas Klinik und Klinikum betreiben gemeinsam ein Tumorzentrum

Klinikum hat einen neuen Herzkatheter

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