Hilfsaktion

Kleiderkammer Regenbogen: Team sammelt für Ukraine-Flüchtlinge

Agnieszka Moranska-Röder (links) und Damian Cebula (rechts) managen die Arbeit der Kleiderkammer Regenbogen.
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Agnieszka Moranska-Röder (links) und Damian Cebula (rechts) managen die Arbeit der Kleiderkammer Regenbogen.

Neue Kleiderkammer Regenbogen in Ohligs an der Lippestraße.

Von Daniela Neumann

Solingen. Sie zieht ihre beiden Kinder groß und unterrichtet welche als Lehrerin. Außerdem unterstützt Agnieszka Moranska-Röder andere Frauen mit Kindern ehrenamtlich. Dass die Not bei hier ankommenden Geflohenen aus der Ukraine groß ist, hat die Solingerin direkt bei Kriegsausbruch im Februar befürchtet. Auch Damian Cebula hatte sofort Sorge, die sich bei ersten Kontakten bestätigte.

„Die Menschen, die hier ankommen, haben oft nichts als ihre Sachen am Körper“, berichtet der Solinger Familienvater und Fußballtrainer. Bei privaten Transporten an die ukrainische Grenze sah der Selbstständige Schüsse und das Leid entwurzelter Menschen. Über Facebook rief Agnieszka Moranska-Röder im Internet zur selben Zeit im Winter zum Spenden von warmer Kleidung und Hygieneartikeln auf. So lernten sich die beiden kennen und merkten schnell: Ein Lager ist nötig. Das war die Geburtsstunde der Kleiderkammer Regenbogen an der Lippestraße in Ohligs.

Das Team der Kleiderkammer Regenbogen sucht neue Räume

„Wir haben es Regenbogen genannt, damit wir den Menschen ein bisschen Farbe und Freude wieder ins Leben bringen können“, erzählt Moranska-Röder zum Anziehsachen-Lager. Es ist mittlerweile schon zu einem kleinen Treffpunkt geworden, wo Leute sich auch austauschen und Kinder malen können. Viele seien traumatisiert, weiß Damian Cebula: Sie weinten auf einmal oder seien wie erstarrt im Gesicht.

Krieg in der Ukraine - So können Sie jetzt helfen

Mit dem erweiterten Team aus Ehrenamtlichen sei vielfältige Hilfe erfolgt, etwa Begleitung zu Behörden und in ärztliche Hände. Geöffnet ist die Kleiderkammer an drei Nachmittagen in der Woche (siehe Kasten). „Wir haben so 50 bis 80 Leute an den Tagen hier“, gibt Cebula einen Überblick. Als wir sprechen, kommen Annika und Kerstin Schindler mit Klamotten vorbei. Sie haben von der katholischen Ehrenamtskoordinatorin Bina Vermeegen über Instagram erfahren, dass die Kleiderkammer Regenbogen in Ohligs Spenden lagern und ausgeben kann.

Dies wird längstens bis Ende des Jahres an der Lippestraße möglich sein, informiert Damian Cebula: Bis dann dürfe das Team die Räumlichkeiten gratis nutzen. Und: „Deshalb sind wir jetzt auf der Suche nach einem neuen Lager.“ Möglichst ebenerdig soll es sein, bestenfalls mit mehreren Räumen. Erste Gespräche mit der Politik seien gelaufen, und nun möchte das Team einen Verein gründen. Aktuell wird neben nötigen Alltagssachen und haltbaren Grundnahrungsmitteln Sommerkleidung benötigt für Geflohene. Für sie hat Iuliia Kuzniefsova Regeln der Kammer zwecks Ablauf ohne Reibung auf Ukrainisch notiert. Sie ist mit Nachwuchs geflohen und Teil des Teams: „Ich bin glücklich“, sagt sie auf Deutsch zum Jetzt und Hier und ergänzt auf Englisch, dass sie in Teammitglied Krzysztof Zajac einen „Papa“ gefunden hat.

Kontakt

Kleiderkammer Regenbogen: Lippestraße 6, geöffnet: mo., mi., fr., 13 bis 18 Uhr

Spenden: Hygieneartikel, Sommerkleidung, Schuhe, Babynahrung, Windeln, Spielzeug, Bettzeug, Kleiderständer

Wer Räume hat: bitte Mail an kleiderkammer-regenbogen-solingen@gmx.de

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