Hilfsbereitschaft

Kleiderkammer bleibt bei Flüchtlingen gefragt

Stefano De Nuccio (v.l.) Anke Kremser und Georg Schubert von „Gräfrath hilft“ mit Bezirksbürgermeister Peter Hanz in der gut sortierten Kleiderkammer. Gut Erhaltenes, gerade für jüngere Menschen und Kinder, wird weiter dringend gebraucht. Foto: Tim Oelbermann
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Stefano De Nuccio (v.l.) Anke Kremser und Georg Schubert von „Gräfrath hilft“ mit Bezirksbürgermeister Peter Hanz in der gut sortierten Kleiderkammer. Gut Erhaltenes, gerade für jüngere Menschen und Kinder, wird weiter dringend gebraucht.

Die Organisation „Gräfrath hilft“ sucht neben Kleidung auch Haushaltsgegenstände

Von Philipp Müller

Solingen. Seit mehr als fünf Jahren ist die Hilfsorganisation „Gräfrath hilft“ Partner für die Neubürger Solingens in vielen Alltagsfragen und bei Behördenanliegen. Aber gerade die praktische Lebenshilfe wird von den Geflüchteten geschätzt. Basis ist dafür der Vereinstreff „Libelle“, in dem es auch eine Kleiderkammer gibt.

Doch wie sieht das aktuell aus? Gibt es in der Zeit der Corona-Pandemie mehr oder weniger Nachfrage? Georg Schubert, einer der vielen Helfenden im Stadtteil, erklärt: „Der Bedarf an Kleidung hat abgenommen, ist jedoch konkreter geworden.“ Suchten vor Corona Geflüchtete und Bedürftige in der Kleiderkammer einfach nach Kleidung, so melden sie sich jetzt mit konkreten Wünschen.

„Da der persönliche Kontakt eingeschränkt ist und nicht alle Bedürftigen unsere Kommunikationsdaten kennen, wenden sich weniger Menschen an uns“, berichtet Schubert. Das heiße jetzt aber nicht, dass keine Kleiderspenden mehr gebraucht würden – im Gegenteil. „Gräfrath hilft“ erklärt, wie die Solinger helfen können und die ehrenamtlichen Helfer der „Libelle“ dabei entlasten können: „Wir bitten die Spender darum, nur saubere, gewaschene Kleidung zu spenden. Unsere Helferinnen, die selbst Geflüchtete sind, sortieren die Kleidung nach Größe und Zustand.“ Besonders beachtet werden sollte bei der Auswahl der Stücke, dass Kleiderspenden oft nach Haushaltsauflösungen älterer Mitbürger erfolgen, die „Kunden“ der Kleiderkammer jedoch Menschen mittleren Alters und auch Kinder sind. Gebraucht werden neben Kleidung auch Bettwäsche und Handtücher, an die natürlich besonders hohe Anforderungen gestellt werden.

Solingen: Fahrräder werden wieder hergerichtet

Da die Familien der Geflüchteten oft mehrere Kinder haben, werden für diese Fahrräder benötigt, die in der Fahrradwerkstatt von „Gräfrath hilft“ wieder hergerichtet werden. Auch Kochtöpfe, dabei auch besonders große, werden gebraucht. Gesammelt wird die Kleidung durch die Helfenden vor Ort immer samstags in der „Libelle“ in der ehemaligen Schule an der Schulstraße. „Gräfrath hilft“ weist darauf hin, dass Möbelspenden nicht angenommen werden können.

Die Initiative, die breit in der Gräfrather Bevölkerung verankert ist, hat sich die ehrenamtliche Unterstützung von Zuwanderern aus den Kriegs- und Bürgerkriegsgebieten auf die Fahnen geschrieben. Sie wird von der Bezirksvertretung Gräfrath, „Solinger helfen Solingern“, den Gräfrather Kirchengemeinden, den Gräfrather Vereinen sowie vielen Gräfrather Bürgern getragen.

Ihr Selbstverständnis formuliert die Organisation so: „Ziel der Initiative ist es, den Zuwanderern aus anderen Kulturen jegliche Hilfe bei der Integration in ein für sie fremdes Land und eine fremde Kultur zu geben.“ Dazu gehört auch ein Angebot in Sachen Bildung, Freizeit und Sprachkursen. Das sei aber wegen der Pandemielage momentan nicht umsetzbar, bedauert Schubert.

Gräfrath hilft

Kleiderspenden: Kleidung wird samstags von 14 bis 16 Uhr in der „Libelle“ im alten Schulgebäude, Schulstraße 2, angenommen.

Kontakt: per E-Mail: graefrath.hilft@ t-online.de

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