Bau muss vor Hochwasser geschützt werden

Neubau der Kita Burg wird vorbereitet

Ein Neubau der Kita Burg ist wegen gravierender Hochwasserschäden unausweichlich. Archivfoto: Christian Beier
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Ein Neubau der Kita Burg ist wegen gravierender Hochwasserschäden unausweichlich. Archivfoto: Christian Beier

Nach Einschätzung der Verwaltung soll das Gebäude möglichst an alter Stelle wieder errichtet werden.

Von Kristin Dowe

Solingen. So schnell wie möglich will die Stadt den Neubau der Kita Burg vorantreiben, die beim Hochwasser am 14. Juli schwer beschädigt wurde. In der Sitzung der Bezirksvertretung Burg/Höhscheid gab Matthias Knospe, Stadtdienstleiter Gebäudemanagement, am Donnerstag einen Überblick über die Voraussetzungen für das Projekt. An einem Neubau führe in jedem Fall kein Weg vorbei, machte Knospe noch einmal deutlich: „Die Situation dort ist katastrophal.“ So seien etwa die Heizungs- und Elektroanlagen abgängig und der Keller des Gebäudes aus dem Baujahr 1974 schadhaft.

Bevor der Neubau – mangels geeigneter alternativer Grundstücke bevorzugt an alter Stelle – in Angriff genommen werden kann, müssen Gutachter dort Bodenproben entnehmen und das Erdreich auf mögliche Kontaminierungen untersuchen. „Darauf warten wir jetzt gerade“, so Knospe. Allerdings seien die Gutachter zurzeit auch im Raum Rheinland-Pfalz stark eingespannt.

Auf dem Grundstück an der Hasencleverstraße werde das geplante Gebäude sicherlich als hochwassergefährdet eingestuft werden müssen. Um künftigen Wetterextremen vorzubeugen, gebe es baulich zwei Möglichkeiten: Der Bau solle entweder in erhöhter Lage errichtet oder durchflutungsgeeignet konzipiert werden, indem etwa die Elektronikanlagen auf dem Dach untergebracht werden.

Kita soll in städtischer Trägerschaft bleiben

Diese Bauweise sei in anderen Hochwassergebieten wie an der Mosel oder der Ahr durchaus üblich, erläuterte Knospe.

Unstrittig ist derweil, dass die Kita in städtischer Trägerschaft bleiben soll. Denkbar ist laut Knospe etwa ein Modell, bei dem ein externer Investor das Grundstück von der Stadt erwirbt und für den Neubau verantwortlich zeichnet, die Stadt das Gebäude aber später zurück mietet und weiterhin für den Betrieb verantwortlich bleibt. Zwar könne die Stadt die Kita theoretisch auch selbst bauen, doch sei dies zum einen mit Mehrkosten für zusätzlich abgestelltes Fachpersonal und zum anderen mit einer Vielzahl von rechtlichen Auflagen verbunden, wenn die Stadt als öffentlicher Bauträger agiert. Bezirksbürgermeister Paul Westeppe (CDU) ist ebenfalls überzeugt: „Ein externer Investor würde schneller bauen, als wir es tun.“ Die Stadt will die neue Kita Burg mit drei Gruppen schnell planen.

„Ein externer Investor würde schneller bauen, als wir es tun.“

Paul Westeppe, Bezirksbürgermeister Burg/Höhscheid

Ein Lichtblick: Aktuell gebe es bereits drei Interessenten, die Interesse an einem städtischen Grundstück bekundet hätten, um eine Kita zu errichten, berichtete der Stadtdienstleiter weiter. „Ich bin zwar noch etwas verhalten, aber dennoch optimistisch, dass da jemand einsteigt. Ich hoffe, dass die Bodengutachten negativ ausfallen. Wegen des Hochwassers können wir da wohl nicht mit einem regulären Kaufpreis rechnen.“ Denn erst wenn die Bodenuntersuchungen abgeschlossen seien, könne die Grundstücksvermarktung beginnen. Über eine Generali-Versicherung für das Gebäude verfüge die Stadt nicht. Von Land oder Bund sei aber grundsätzlich mit einer Form von Entschädigung zu rechnen, so Knospe.

Die künftige Kita solle dreigruppig und mit 45- statt der bisherigen 35-Stunden-Plätze betrieben werden, ergänzte Jugendamtsleiter Rüdiger Mann. Die vorübergehende Unterbringung der Kita im leerstehenden Schulgebäude an der Augustastraße laufe erfreulich gut, lobt Mann: „Wir konnten da in Lichtgeschwindigkeit rein und die Erzieherinnen sind zufrieden.“

Hintergrund

Für vier Familien aus Oberburg, die nicht in der Lage sind, ihr Kind zum Ausweichstandort an der Augustastraße in Mitte zu bringen, hatte das Jugendamt Wermelskirchen spontan ein Angebot für das laufende Kindergartenjahr in der Nachbarstadt organisiert. Dafür gab es viel Lob aus der BV.

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