Grünbaumstraße

Kirchengemeinden sanieren Friedhofskapelle

Die 119 Jahre alte Friedhofskapelle wird saniert. Pfarrerin Raphaela Demski-Galla und Christoph Fischer, Friedhofsverwaltung, rechnen mit mindestens einem Jahr Bauzeit.
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Die 119 Jahre alte Friedhofskapelle wird saniert. Pfarrerin Raphaela Demski-Galla und Christoph Fischer, Friedhofsverwaltung, rechnen mit mindestens einem Jahr Bauzeit.

Auf dem Friedhof an der Grünbaumstraße sind bereits Handwerker im Einsatz.

Von Philipp Müller

Solingen. Für Pfarrerin Raphaela Demski-Galla ist die Sache eindeutig: „Die Friedhofskapelle gehört zum Bild in der Südstadt.“ Doch seit einiger Zeit kann das Gotteshaus auf dem Friedhof an der Grünbaumstraße nicht mehr genutzt werden. Der Zahn der Zeit hatte an ihr genagt. Es habe nun zwei Möglichkeiten gegeben, sagt die Pfarrerin: „Entweder wir bauen Bauzäune darum auf und lassen die Kapelle verfallen. Oder wir sanieren sie.“ Letzteres wurde beschlossen. 200 000 Euro werde das am Ende kosten, erläutert Christoph Fischer. Er ist der Leiter der Friedhofsabteilung im Evangelischen Verwaltungsamt Solingen des Evangelischen Kirchkreises.

Auch wenn der Friedhof und damit die Kapelle im Gebiet der Gemeinde Dorp liegen, konnte das Presbyterium Dorp unter der Leitung von Raphaela Demski-Galla das nicht allein beschließen. Die Kirchengemeinde Dorp, die Lutherkirchengemeinde und die Stadtkirchengemeinde als gemeinsame Friedhofsträger trafen die Entscheidung zusammen.

Christoph Fischer verweist auf die Fugen der Kapelle. Sie seien im Laufe der Jahre verwittert. Dadurch fließt Wasser hinter die Bruchsteinmauern und gefährdet das Bauwerk. Handwerker sind jetzt damit befasst, diese Schäden zu beseitigen. Zugleich haben Maler damit begonnen, außen ihre Arbeiten zu starten. Der erste Bauabschnitt soll bis etwa Mitte März dauern und umfasst auch den Einsatz von Dachdeckern und solchen Handwerkern für die Fenster. Diese müssen teilweise ausgetauscht oder aufgearbeitet werden.

Ist der erste Bauabschnitt erledigt, soll die Kapelle auch wieder für Bestattungen genutzt werden, versichert Fischer. Aktuell nehmen Angehörige in der Dorper Kirche Abschied von den Toten. Der Ort sei dafür auch gut geeignet, sagt Raphaela Demski-Galla. Doch der anschließende Weg zum Grab sei nur mit Urnen-Trägern über den Bürgersteig zum Friedhof möglich – dazu wurden die Parkplätze auf der Grünbaumstraße verlegt. Doch Särge müssten von der Kirche zum Grab gebracht werden. Das störe den Ablauf.

„Wir wollen in der Kapelle eine neue Atmosphäre schaffen.“

Christoph Fischer, Leiter der evangelischen Friedhofsabteilung

Kostet der erste Bauabschnitt knapp 100 000 Euro, beginnt die exakte Planung für die Sanierung der inneren Räume erst im Frühjahr. Dafür sind 75 000 Euro angesetzt. „Wir wollen in der Kapelle eine neue Atmosphäre schaffen“, erklärt Fischer. So werde überlegt, statt der 70 Sitzplätze in Kirchenbänken 60 mit Stühlen zu schaffen. Eine neue Elektroinstallation muss erfolgen, die Maler werden wieder zum Zug kommen und die Heizungsanlage wird auch ausgetauscht.

Letzter Schritt in der seit 1994 denkmalgeschützten Kapelle soll sein, einen barrierefreien Zugang zu ermöglichen. Fischer und Demski-Galla berichten, dass dazu noch Gespräche mit dem Denkmalschutzamt notwendig seien. Ein angedachter Aufzug etwa für Rollstuhlfahrer an der Seite des Eingangs werde das optische Bild der Kapelle ändern.

Weil die Kapelle Denkmalschutz genießt, ist die Finanzierung aus einem entsprechenden Programm mit 22 000 Euro möglich. 154 000 Euro bringen die drei beteiligten Gemeinden selbst auf. Das sei ein Kraftakt, betont Raphaela Demski-Galla, denn es seien dafür auch Verkäufe notwendig geworden. Die restlichen 25 000 Euro sollen durch Spenden aufgebracht werden. Die evangelischen Haushalte in der Gemeinde Dorp würden dazu in Kürze mit der Bitte um Unterstützung angeschrieben.

Die Kapelle

1903 wurde die Kapelle nach Plänen des Architekten Reinschmidt gebaut. 1956 wurde der Bau unter der Regie des Architekten Schrader erweitert und erhielt seine große Freitreppe am Eingang. Zur Ausstattung der Kapelle gehört auch ein Aufzug, über den Särge aus dem Leichenkeller in den Trauerraum für die Bestattungszeremonie gefahren werden können.

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