Prozess

Misshandlung eines Jungen wirft Fragen auf

Blick auf das Landgericht in Wuppertal.
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Das Landgericht in Wuppertal verlängert den Prozess.

Das Landgericht Wuppertal möchte noch bis Ende Januar verhandeln.

Von Dirk Lotze

Solingen. In einem Prozess um Kindesmisshandlung in einer Solinger Familie hat das Landgericht Wuppertal zusätzliche Verhandlungstermine bis Ende Januar 2023 festgesetzt. Die Anwältinnen des 41 Jahre alten Angeklagten beantragen zusätzliche Beweise, die ihn entlasten sollen. Der Mann war bei den ihm vorgeworfenen Geschehnissen vom Sommer 2021 der neue Freund der Mutter zweier Kinder. Den älteren Sohn der Frau, damals zehn Jahre alt, soll er gewaltsam misshandelt haben, dass der Junge tagelang Schmerzen litt.

Der Angeklagte ist vorbestraft wegen früherer Taten nach gleichem Muster zum Schaden eines anderen Jungen im Kindesalter, in einer anderen Solinger Familie. Auch dort war er der Freund der Mutter. Er verbüßt seit 2021 vier Jahre Freiheitsstrafe wegen Kindesmisshandlung und wird zu den Sitzungen im Landgericht als Häftling vorgeführt.

Der Mann bestreitet die neuen Vorwürfe. Laut Anklage soll er an einem Sommermorgen 2021 den Zehnjährigen in dessen Kinderzimmer „bestraft“ haben. Er habe dem Jungen ein Steuergerät für eine Spielkonsole und sein Handy weggenommen. Dann habe er ihn vom Bett hoch gezerrt und gegen eine Wand gepresst, ihn schließlich auf einen Sitzsack geschleudert und auch dort niedergedrückt. Gepackt habe er den Jungen zeitweise an den Schultern, zeitweise am Hals.

Laut früherer Aussagen soll der Mann den Zehnjährigen dabei als „Dreckskind“ oder „schlechtes Kind“ beschimpft haben. Der Junge gab in seiner Aussage am ersten Prozesstag aber an, sich an die Worte nicht mehr erinnern zu können. Sein T-Shirt sei bei dem Übergriff gerissen.

Getrennt lebender Vater zeigte den Angeklagten an

Auslöser war womöglich Streit ums Essen: Der Junge berichtete, vor dem Geschehen habe es ein gemeinsames Frühstück gegeben. Er sei nach einem halben Brötchen satt gewesen und habe den Tisch verlassen. Der Angeklagte sei „sauer“ geworden, er und seine Mutter hätten gewollt, dass er mehr essen sollte.

Der getrennt lebende Vater des Jungen zeigte den Angeklagten an, nachdem sein Sohn sich ihm später offenbart hatte. Im Gericht berichtete der Vater, die Zeit des Übergriffs wie der Sohn ihn beschreibe, überschneide sich mit einer Zeit, in der seine getrennte Frau ihm verweigert hatte, den Jungen zu sehen. Das Gericht muss die Abläufe unabhängig aufklären.

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