Reitstall

Kinder wollen die „Reitbude“ behalten

Carol Buths mit Pony Minivalle inmitten ihrer Reitschülerinnen.
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Carol Buths mit Pony Minivalle inmitten ihrer Reitschülerinnen.

Mehr als 20 Pferde sind auf der verpachteten Fläche nicht zulässig. Die Stadt versucht, eine Lösung zu finden.

Von Michelle Jünger

Solingen. In kurzer Zeit umzuziehen ist nie leicht. Wenn man dann aber auch noch Platz für mehr als 20 Pferde und Ponys sucht, macht es die Suche nach einem neuen Zuhause nicht einfacher. Vor dieser Hürde steht jedoch die „Reitbude“, die in der Aue hinter dem Café Hubraum in der Kohlfurth liegt.

Grund dafür ist eine Entscheidung der Stadt Solingen. Die verpachtete Fläche direkt an der Wupper werde unter gewissen Auflagen als Duldung vergeben. Das bedeutet konkret, dass die Nutzung der Fläche bestimmten Vorgaben unterliegt, die es einzuhalten gilt. Unter anderem dürfe auf dem betroffenen Gelände nicht neu gebaut werden und auch die Anzahl der dort lebenden Tiere sei begrenzt.

Bei einem Prüfungstermin, der aufgrund einer Beschwerde aus der Nachbarschaft zustande kam, wurde die Reitschule von Carol Buths nun genauer angeschaut. Auf Anfrage bestätigte die Stadt Solingen, dass aufgrund von Nutzungsabweichungen die aktuell vorliegende Duldung zurückgenommen werde.

Der Reitstall muss sich deswegen entweder verkleinern und einen neuen Antrag stellen oder bald umziehen. Beide Lösungen seien aber nicht einfach umzusetzen. „Irgendwie wird es uns immer weiter geben, die Frage ist aber in welcher Form“, sagt Carol Buths, die Betreiberin.

Für manche Kinder ist ein neuer Standort nicht erreichbar

Im schlimmsten Fall müssten Tiere neu vermittelt werden. Manche Pferde seien nur zusammen vermittelbar, da sie einander bräuchten und getrennt möglicherweise nicht umgänglich werden. Das macht eine Verkleinerung des Reitbetriebes schwierig, denn selten seien kurzfristig gleich zwei Plätze in einem anderen Stall frei.

Ein neuer Standort könne aber laut Buths wiederum bedeuten, dass manche Kinder, die dort jetzt reiten, nicht mehr zur „Reitbude“ kommen könnten.

Gerade das bewegt vor allem die Eltern. Sie möchten unbedingt, dass die Reitschule in der Form, in der sie jetzt besteht, eine Zukunft hat. „Carol ist einfach ganz besonders, hier gibt es für jedes Kind einen Platz“, erzählt Inge Weih, die bereits am alten Standort in Leverkusen mit dabei war. Der Umzug von Leverkusen nach Solingen erfolgte vor allem aufgrund der Nähe zur Natur. Denn dort am Stadtrand, mitten im Wald, könnten die Kinder auch noch Kinder sein. In Leverkusen sei das so nicht gegeben gewesen, so Carol Buths.

Neben der Nähe zur Natur sei auch das Gesamtkonzept einfach überzeugend, sagen viele Eltern. „Hier wird alles rund ums Thema Pferd behandelt, es sind nicht nur Reittiere“, sagt Katrin Knust, deren Töchter beide in der „Reitbude“ glücklich sind.

Tatsächlich bringen sich die Kinder viel gegenseitig bei. Die sozialen Verhältnisse, aus denen sie kommen, spielten da keine Rolle. „Wenn die familiäre Situation es finanziell nicht zulässt zu reiten, dann lässt Carol die Kinder trotzdem herkommen. Sie sollen einen Platz haben, einen sicheren Ort“, erzählt Inge Weih.

Auch viele der Pferde hätten eine Möglichkeit, ihren Lebensabend dort zu verbringen und werden vor allem geputzt und spazieren geführt. Eine schöne Sache, aber leider sprenge die Anzahl der Tiere nun die Duldung, so die Stadt Solingen.

Die Stadt betont aber auch, dass bei einem erneuten Antrag alle Möglichkeiten für eine duldungsfähige Lösung geprüft werden sollen, um einen Ausweg aus der Situation zu finden.

Wenn der Reitstall aber in diesem Umfang bestehen bleiben soll, benötigt er einen neuen Standort – und das möglichst schnell.

Hintergrund

Bereits im Jahr 2001 wurde ein Bauantrag für einen Reiterhof auf dem betroffenen Gelände von der Stadt abgelehnt. Stattdessen wurde eine Duldung mit festgeschriebenen Nutzungsmöglichkeiten eingeräumt. Diese betrifft unter anderem bestehende Gebäude und die Anzahl der Tiere. Bereits in der Vergangenheit sind andere Pächter von den Vorgaben der Duldung abgewichen, die Stadt Solingen leitete daraufhin bereits verschiedene Ordnungsverfahren ein. Neu errichtete Gebäude mussten wieder abgerissen werden.

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