Aktion

Kinder machen lautstark auf sich aufmerksam

Insgesamt 280 Kinder der Grundschule Uhlandstraße und der Kitas waren gestern Morgen in Aufderhöhe im Einsatz.
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Insgesamt 280 Kinder der Grundschule Uhlandstraße und der Kitas waren am Freitagmorgen in Aufderhöhe im Einsatz.

Aktion „Siehst du mich?!“ fand mit etwa 2000 Kindern an Kitas und Grundschulen statt.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Auf die Frage „Siehst du mich?!“ gab es am Freitagmorgen ein klares „Ja!“: An vielen Stellen in der Stadt standen Kindergarten- und Grundschulkinder in Warnwesten und erinnerten die Autofahrer daran, langsam zu fahren. „Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit ist diese Aktion wichtig“, betonte Polizei-Verkehrserzieherin Katrin Grastat. Seit über 20 Jahren findet die Aktion regelmäßig statt.

Am Morgen standen Kinder von 19 Solinger Grundschulen und von 33 Kitas an 22 Standorten schon um 7.45 Uhr an Kreuzungen und Straßen, um Autofahrer auf sich aufmerksam zu machen und Handzettel zu verteilen. Viel los war unter anderem an der Kreuzung Uhlandstraße / Wiefeldicker Straße in Aufderhöhe. Mit acht Klassen der Grundschule Uhlandstraße sowie den Kita-Kindern der „Kleinen Holzwürmer“, der Kita St. Marien Löhdorf und der Kita Börkhauser Feld waren dort insgesamt etwa 280 Kinder samt Lehrern und Erziehern auf den Beinen. Stadtweit waren es am Freitagmorgen etwa 2000 Personen.

„Wir haben ganz laut ,Langsam fahren!' gerufen“, erzählt Emilia (5), die mit gut 20 anderen Kindern vor der Kita St. Marien stand. „Es ist toll, zu sehen, wie eifrig die Kinder dabei sind und auch, dass Autofahrer positiv auf die Aktion reagieren“, betont Erzieherin Sonja Stein.

Polizei-Verkehrserzieherin: Kinder möglichst zu Fuß zur Schule gehen zu lassen!

Gut auf das Thema vorbereitet hatte man sich auch in der Grundschule Uhlandstraße. „Wir haben auch Westen mit Reflektoren an, damit man uns besser sieht“, erzählte Josefine aus der Klasse 2a. Auf dem Weg zur Schule hat sie morgens zusätzlich die Reflektoren an ihrem Tornister.

„Dank der Unterstützung von Sponsoren können wir alle Kinder mit reflektierenden Westen ausstatten“, erklärte Lehrer Dirk Bortmann. Das Thema Verkehrssicherheit stehe auch regelmäßig im Unterricht auf dem Stundenplan. „Und wir üben natürlich auch bei jedem Gang, etwa auf dem gemeinsamen Weg zum Gottesdienst“, so Bortmann, derzeit Klassenlehrer einer zweiten Klasse.

Kinder und Autofahrer müssen sich Gefahren bewusstmachen

Immer wieder zu üben und sich die Gefahren auch immer wieder bewusstzumachen, das sei für Kinder aber auch für Autofahrer wichtig, so Katrin Grastat. „Autofahrer vergessen leider oft, dass Kinder Kinder sind, die sich im Straßenverkehr auch schnell ablenken lassen.“

Besonders gefährlich seien Abbiege-Situationen, weiß die Verkehrsexpertin. „Das sind die Haupt-Unfall-Situationen“, so Katrin Grastat. Oftmals vergessen Autofahrer nämlich, dass bei Abbiege-Situationen, also immer dann, wenn der Autofahrer den Blinker setzen muss, der Fußgänger Vorrang hat. Das gilt an normalen Kreuzungen ebenso wie im Kreisverkehr, an Ampeln oder beim Abbiegen in eine Einfahrt. Kritisch sei die Situation oftmals auch deshalb, weil beide Verkehrsteilnehmer unsicher sind. Der Fußgänger, etwa beim grünen Ampelüberweg, sollte sich vergewissern, dass der Autofahrer ihn auch gesehen hat. Und der Autofahrer denkt manchmal, der Fußgänger bleibe ja stehen.

Richtig gut im Verkehr Bescheid wissen die Verkehrsscouts der Grundschule Uhlandstraße. Die 25 Viertklässlerinnen und Viertklässler waren am Freitagmorgen auch im Einsatz. „Wir haben regelmäßig morgens ab 7.40 Uhr Dienste an der Schule“, erklärte Julian. „Und dann ermahnen wir Eltern beispielsweise, nicht im Wendehammer zu parken“, ergänzte Mitschüler Patrik. „Manchmal sind Autofahrer auch uneinsichtig, sagen, dass sie es eilig haben und lassen ihr Kind quer über die Straße zur Schule laufen“, schildert Mika eine kritische Situation.

Verkehrsunfälle in Solingen

2021: Im vergangenen Jahr sind in Solingen 41 Kinder bei einem Verkehrsunfall zu Schaden gekommen. Davon wurden 6 Kinder schwer und 35 Kinder leicht verletzt. Unter den verletzten Kindern waren 14 Kinder als Mitfahrer im Auto, 13 als Fußgänger und 14 als Radfahrer unterwegs.

Kleidung: Dunkle Kleidung wird beim Anstrahlen durch Licht in einer Entfernung von 25 Metern erkannt, reflektierende leuchtet etwa 150 Meter weit. Auf Reflektoren sollten Eltern auch bei der Auswahl des Tornisters achten und den Schulweg mit den Kindern trainieren.

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