Unfällen vorbeugen

Kinder lernen Gefahren des Straßenverkehrs kennen

Die Polizei war gestern mit dem neuen Schulungsprojekt „Mit dem Brummi ins Klassenzimmer“ in der Remscheider GGS Reinshagen. Dabei konnten sich die Schüler in einen Lkw-Fahrer hineinversetzen.
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Die Polizei war mit dem neuen Schulungsprojekt „Mit dem Brummi ins Klassenzimmer“ in der Remscheider GGS Reinshagen. Dabei konnten sich die Schüler in einen Lkw-Fahrer hineinversetzen.

„Mit dem Brummi ins Klassenzimmer“: Polizei stellt Schulungsprogramm für das Bergische Land vor.

Von Sabine Naber

„Mit dem Brummi ins Klassenzimmer“, so überschreibt die Polizei Wuppertal ihr neues Schulungsprogramm im Bereich der Verkehrsunfallprävention, das sie gestern Mittag in Solingens Nachbarstadt Remscheid in der Grundschule Reinshagen vorstellte.

Im Mittelpunkt steht das Thema „Toter Winkel“, dass ein hohes Unfallrisiko in sich birgt. Vor allem bei abbiegenden oder rangierenden Lastkraftwagen (Lkw) ist der Gefahrenbereich für Fußgänger oder auch Fahrradfahrende groß.

„Wir wollen die Kinder an das Thema heranführen und ihnen spielerisch zeigen, um was es dabei geht“, macht Hans-Jörg Holz, Leiter im Bereich der Verkehrsunfallprävention, in der Turnhalle der GGS deutlich. Hier war unter anderem eine mobile, nachgebaute Lkw-Fahrerkabine aufgestellt worden.

„Wer möchte den Lkw-Fahrer spielen?“

Stefan Keller, Polizist

„Wer möchte den Lkw-Fahrer spielen“, fragte der Polizist Stephan Keller die Kinder der vierten Klasse. Phillip konnte am lautesten „Stopp“ rufen, durfte sich ins Brummi-Fahrerhaus setzen. Erst sollte er durchs Fenster gucken und stopp rufen, wenn er seine vorbei gehenden Klassenkameraden nicht mehr sehen konnte. Rot-weiße Hütchen wurden an den Stopp-Stellen abgestellt, die Kids blieben neben ihren Hütchen stehen. Die zweite Aufgabe hieß, durch den Seitenspiegel gucken. „Siehst du einen aus deiner Klasse“, wollte Keller wissen. „Nö“, musste Phillip zugeben.

Weiter ging es auf dem Hallenboden, wo auf einem Plastikteppich Straßen aufgemalt waren. Keller zeigte hier mit Hilfe eines Lkw mit einem imposanten Anhänger, dass es zwar einen „Toter-Winkel-Spiegel“, aber insgesamt sechs Spiegel an jedem Lkw gibt. „In alle kann man nicht gleichzeitig reingucken. Zwar gibt es inzwischen Hilfsmittel, aber es dauert, bis alle Lkw damit ausgestattet sind“, erklärte er. Beim Abbiegen muss ein Lkw Schrittgeschwindigkeit fahren, aber trotzdem kann so ein Abbiegemanöver für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie für Radfahrende gefährlich sein. „Ich hatte gedacht, dass das Führerhaus und der Anhänger nur aus einem Teil sind“, staunte Amelie.

An der nächsten Station konnten die Kinder spüren, was beim Abbiegen mit einem Anhänger passiert. Sie bekamen die Augen verbunden, ließen sich von dem Anhänger ziehen und erlebten, wie weit so ein Lkw-Anhänger beim Abbiegen ausschert.

Die dritte Gruppe ließ sich von der Polizistin Anja Monse zeigen, dass es für Lkw-Fahrer oft nicht leicht ist, den Überblick zu behalten. Die Außenspiegel könnten durch Sonnenlicht, Regentropfen oder eine Eisschicht beeinträchtigt sein und zu bedenken sei auch, dass Fahrräder oft schnell unterwegs seien und beim Abbiegen auf einmal schon neben dem Lkw stehen könnten. „Wir können nur hoffen, dass die Botschaft ankommt“, fasst es Anja Monse zusammen.

Hintergrund

Um insbesondere die jüngsten Verkehrsteilnehmer zu sensibilisieren, haben die Verkehrssicherheitsberater der Polizei Wuppertal das neue Schulungsprogramm „Mit dem Brummi ins Klassenzimmer“ entwickelt, um spielerisch an das Thema heranzuführen.

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