Angebot

Kinder hören den „Grüffelo“ auf Deutsch und Ukrainisch

Charlotte Struckmeier (l.) und Valentyna Kovtun haben abwechselnd auf Deutsch und Ukrainisch vorgelesen.
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Charlotte Struckmeier (l.) und Valentyna Kovtun haben abwechselnd auf Deutsch und Ukrainisch vorgelesen.

Es gibt neue Angebote für Flüchtlinge in der Stadtbibliothek.

Von Jonathan Hamm

Solingen. In einem neuen Land anzukommen, ist nicht einfach – besonders dann, wenn das Verlassen des Heimatlandes unfreiwillig und überstürzt war. So geht es den rund 1300 ukrainischen Geflüchteten, die aktuell in Solingen leben. Die Stadtbibliothek will den Menschen dabei helfen sich in Solingen heimisch zu fühlen und ihnen gleichzeitig ein Stück ihrer Heimat bieten.

Daher wurden zahlreiche neue Angebote ins Leben gerufen, um einen Ort des Zusammenkommens, des Lernens und des Austausches zu schaffen. Regelmäßige Vorlesestunden für Kinder und Gesprächskreise sowie Bibliotheksführungen nach Bedarf sollen stattfinden. Zudem wird ein kostenloser Bibliotheksausweis, der Online-Brockhaus auf Ukrainisch und eine Tastatur mit kyrillischen Schriftzeichen zur Verfügung gestellt. Iryna Langlitz hat die Angebote mitorganisiert „Ich komme ursprünglich aus der Ukraine, daher ist es eine Herzensangelegenheit, hier mitzuwirken“, erzählt sie. Seit elf Jahren lebt Langlitz in Deutschland und leitet seit 2019 die Internationale Jugendbegegnungsstätte (Interju) an der Nippesstraße in Ohligs. Als der Krieg in der Ukraine ausbrach, wollte sie den Geflüchteten helfen. Der Kontakt zur Stadtbibliothek sei über eine Bücherlieferung aus Kiew zustande gekommen. „Ich habe telefonisch Kontakt aufgenommen und gesagt, dass wir Bücher zu verschenken haben“, erinnert sie sich. So sei das Ganze ins Rollen gekommen.

Falls Verbesserungen nötig sind, soll das Angebot angepasst werden

Die Bibliotheksleiterin Heike Pflugner war von der Idee sofort angetan. Gemeinsam setzte man sich zusammen, arbeitete ein Programm aus und beschaffte Material. Sie seien „dankbar, etwas für die ukrainischen Mitbürger zu machen“, erklärt sie.

Nun kann die Stadtbibliothek zusätzlich noch auf die Unterstützung einer Bibliothekarin aus der Ukraine bauen. Iryna Langlitz‘ Mutter Valentyna Kovtun hat über 35 Jahre Erfahrung als Bibliothekarin und verstärkt ab sofort das Team. Langlitz selbst hilft in ihrer Freizeit ehrenamtlich mit aus. Werbung für die Angebote der Stadtbibliothek gibt es hauptsächlich über Mundpropaganda und Social Media. „Wir haben eine Gruppe in Telegram, da tauscht man sich aus“, erklärt sie.

Am Mittwoch fand der Auftakt des Programms mit einer Vorlesung für Kinder statt. Bibliothekarin Charlotte Struckmeier und Valentyna Kovtun lasen aus dem Buch „Der Grüffelo“ von Julia Donaldson. „Wir lesen in zwei Sprachen“, erklärt Heike Pflugner. „Einmal auf Deutsch, einmal auf Ukrainisch.“ So könne man eine neue Sprache lernen und die alte nicht verlernen. „Eine schöne Kombination“, findet Iryna Langlitz. Insgesamt sechs ukrainische Familien kamen zur ersten Lesung. „Wir hatten ein bisschen Hoffnung, dass mehr Erwachsene kommen“ gibt Heike Pflugner zu – ist aber zuversichtlich: „Wir gucken einfach: Wie läuft’s an und wo sind Verbesserungen nötig? Und dann passen wir uns dem an.“

Termine

Die nächste Vorlesung für Kinder auf Ukrainisch und Deutsch findet am 19. Oktober um 16 Uhr statt. Zum nächsten Gesprächskreis trifft man sich am gleichen Tag um 17 Uhr. Interessierte können den Informationsflyer der Bibliothek auch auf Ukrainisch erhalten, Tel. (02 12) 2 90 32 10

stadtbibliothek@solingen.de

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