Tradition

Katholische Kirchen zeigen Krippen mit Liebe zum Detail

Durch ihre schlichte Schönheit die Krippe in der Kirche St. Maria Königin an der Börsenstraße in Widdert. Foto: Michael Schütz
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Durch ihre schlichte Schönheit die Krippe in der Kirche St. Maria Königin an der Börsenstraße in Widdert.

Weihnachtliche Szenerien wurden mit viel Fantasie dargestellt.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Eine Kerze flackerte heimelig in der halb geöffneten Kirchentür und lud ein, näherzutreten. Um kurz nach 10 Uhr am Samstagmorgen lag St. Mariä Empfängnis noch im Winterdunst. Drinnen empfing den Besucher leise Musik im Kirchenraum. Rechts neben dem Altar zog die Krippe schnell den Blick auf sich: Unter einem Banner, das Bethlehem mit dem Morgenstern abbildete, hatten die drei Könige aus dem Morgenland den Weg zum Jesuskind gefunden: Ihre Kamele standen zwischen Hirten und Schafen, während die Besucher dem Kind im Stall ihre Aufwartung machten.

Liebevoll hatte das Team um die erst kürzlich in den Ruhestand eingetretene Kohlsberger Küsterin Teresa Kaschitza die geschnitzten Holzfiguren aufgestellt. „Eigentlich immer gleich und doch jedes Jahr ein bisschen anders“, sagt sie. Wie immer aber sind drei große Tannenbaume der Rahmen für das dargestellte Geschehen um die Geburt Jesu. „Im Advent bauen wir den Stall, setzen die Hirten und die Schafe ein, und an Weihachten kommt dann die heilige Familie zu“, erläutert Kaschitza.

Solingen: Geselliges Beisammensein mit Kaffee und Kuchen fiel erneut aus

Erst vor ein paar Jahren habe sie den Platz für die Krippe gewechselt: „Mit dem Einbau der neuen Heizung mussten wir von vorne links nach vorne rechts umziehen.“ Sie freut sich auf interessierte Besucher zum Tag des Krippenweges: „Im letzten Jahr waren über 50 Besucher da, meist Familien mit Kindern.“

Zum 15. Mal hatte der Katholikenrat und die katholischen Gemeinden in Solingen eingeladen, sich einmal stadtweit umzuschauen, um die Vielfalt der verschiedenen Krippen in den Kirchen zu erkunden. Eine Gelegenheit, die sich im Laufe der Jahre zu einer Tradition entwickelt hat.

In früheren Jahren vor der Pandemie hatten viele Gemeinden dazu auch Kaffee, Tee oder Gebäck vorbereitet, um mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen. Das konnte diesmal erneut nicht stattfinden: Maske tragen und Abstand halten blieb auch im zweiten Corona-Winter eine Notwendigkeit.

In der Widderter Kirche St. Mariä Königin erwartete Anna Weiß die Besucher. Seit Jahren betreut sie die Krippe und baut sie gemeinsam mit einer Helferin auf: Grüner Pannesamt legte sich wie ein Teppich über die Altarstufen der Kirche. Die Krippe mit den nach dem Diebstahl vor ein paar Jahren neu gefertigten Figuren bildete das Herzstück der Szenerie. Holzstücke, Rinde und große Steine vermittelten Atmosphäre in dem stillen Raum.

In St. Suitbertus startete der Tag des Krippenwegs mit einer festlichen Sternsinger-Messe, der die Krippe vor dem Altar noch einmal in besonderer Weise würdigte. Bei den großen Figuren fielen schnell jene der drei heiligen Könige ins Auge, die mit ausgebreiteten Umhängen knieend dem Jesuskind huldigten.

Abgebaut werden die Solinger Krippen alle im Laufe der nächsten Zeit. Bis Mariä Lichtmess Anfang Februar, so wie früher, lässt keine Gemeinde mehr ihre weihnachtlichen Szenerien stehen.

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