Initiative drängt auf Reformen

Katholische Kirche: Frauen fordern Gleichberechtigung

Claudia Müller-Gliemann beim Anbringen der Thesen in der Gemeinde St. Mariä Himmelfahrt. Foto: Matthias Müller-Gliemann
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Claudia Müller-Gliemann beim Anbringen der Thesen in der Gemeinde St. Mariä Himmelfahrt.

Die Initiative „Maria 2.0“ setzt sich für eine geschlechtergerechte Kirche ein. Der Kölner Kardinal Woelki sei „nicht mehr tragbar“.

Solingen. Claudia Müller-Gliemann und ihre Mitstreiterinnen bei „Maria 2.0“ sind sich einig: „So kann es mit der katholischen Kirche nicht weitergehen.“ Passend zur Bischofskonferenz, die am Dienstag startet, haben die engagierten Frauen deshalb bundesweit Thesen an Kirchentüren angebracht – im Geiste des Reformers Martin Luther. Denn genau das fordern sie: Reformen.

„Wir wollen eine geschlechtergerechte Kirche“, sagt die Solingerin Müller-Gliemann, die zu den Gründungsmitgliedern von „Maria 2.0“ in der Region gehört und die Thesen am Sonntag in der Klingenstadt verbreitet hat – unter anderem in ihrer Gemeinde, St. Katharina Wald, sowie in St. Mariä Himmelfahrt Gräfrath.

Solingen: Frauen wollen Reformen und Zugang zu Weiheämtern

Eine der Grundforderungen sei, dass es in der Kirche gerechter zugehen müsse. Dazu gehöre, dass Frauen auch für Weiheämter in der katholischen Kirche zugelassen werden: „Es gibt immer weniger Priester. Und mit dem Verbot dieser Ämter für Frauen verschenkt die Kirche 50 Prozent der Begabungen“, sagt Müller-Gliemann. „Maria 2.0“ fordert daher unter anderem die Freiwilligkeit des Zölibats. „Und, dass in der Kirche alle willkommen sind, etwa auch wiederverheiratete Geschiedene.“

Im Erzbistum Köln, zu dem Solingen gehört, sei der Kampf besonders schwierig. „In Essen und Münster haben zwei Frauen zumindest im Verwaltungsbereich verhältnismäßig hohe Positionen erhalten. Davon können wir im Erzbistum Köln nur träumen.“ Müller-Gliemann glaubt, dass es den Männern in der Kirche auch darum geht, ihre Pfründe zu sichern – und sieht eine „sehr konservative Einstellung“ des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki.

Die lückenlose Aufklärung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche ist eine weitere Forderung von „Maria 2.0“ – weil Woelki ein Gutachten dazu zurückhält, steht er stark in der Kritik. „Aus unserer Sicht ist er nicht mehr tragbar“, betont Müller-Gliemann. Ihr und ihren Mitstreiterinnen geht es um die Zukunft der katholischen Kirche: „Wir müssen etwas tun, damit im Sinne Jesu Jeder und Jede in der Kirche willkommen ist und nicht noch mehr Menschen austreten.“

Die Thesen gibt es online: mariazweipunktnull-rheinland.de

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