Wohnen

Kataster weist 85 Baugrundstücke aus

Im O-Qartier in Ohligs entstehen neue Wohnungen. Im Jahr 2020 erteilte die Stadt für 380 Wohnungen eine Baugenehmigung – 92 davon für geförderten Wohnraum. Diese Quote soll von rund 25 auf 30 Prozent in der Stadt ansteigen. Für 2000 weitere Wohnungen gibt es Pläne. Foto: Christian Beier
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Im O-Qartier in Ohligs entstehen neue Wohnungen. Im Jahr 2020 erteilte die Stadt für 380 Wohnungen eine Baugenehmigung – 92 davon für geförderten Wohnraum. Diese Quote soll von rund 25 auf 30 Prozent in der Stadt ansteigen. Für 2000 weitere Wohnungen gibt es Pläne.

Das Handlungskonzept Wohnen ist aus Sicht der Stadt eine Erfolgsgeschichte.

Solingen. Für das Rathaus gilt weiter: „Solingen wächst und braucht mehr Wohnraum.“ Bis 2040 sei deshalb ein Bedarf von rund 5200 zusätzlichen Wohneinheiten ermittelt. Diese Vorhersage war Basis des von der Politik verabschiedeten Handlungskonzepts Wohnen. Das sei aus Sicht der Stadtverwaltung bereits nach kurzer Laufzeit ein Erfolg, berichtet Stadtsprecherin Sabine Rische. Dies auch, weil mit dem Baulandkataster ein Instrument gut gestartet sei, das Baulücken in vorhandener Bebauung aufweise, die künftig geschlossen werden sollen. Zugleich wird die „Allianz für Wohnen“ noch in diesem Monat offiziell ihren Betrieb aufnehmen.

Im Frühjahr 2019 wurde das Handlungskonzept vom Rat beschlossen. Die Verwaltung verweist auf die bereits rege Bautätigkeit in der Stadt. Ziel ist es, pro Jahr rund 220 bis 250 Wohneinheiten zu schaffen. „Vor dem Hintergrund der Zahlen, die uns aktuell vorliegen, ist das realistisch erreichbar“, erklärt Stadtdirektor Hartmut Hoferichter (parteilos). Er verweist darauf, dass allein im Jahr 2020 für rund 380 Wohneinheiten in Solingen Baugenehmigungen erteilt worden seien.

„Bis zu 250 neue Wohnungen pro Jahr sind realistisch.“

Hartmut Hoferichter, Dezernent

Das warf für die Redaktion des Solinger Tageblatts zu Jahresbeginn die Frage auf, ob die laufenden Großprojekte auch marktgerecht sind. Befragte Experten äußerten sich zu Vorhaben wie dem O-Quartier, den Planungen für die City oder Wald eher positiv. Jedoch dürfe man auch die kleinteiligen Bauprojekte nicht vernachlässigen. Zugleich solle es auch verschiedene Bauformen geben, die sich am Bedarf der Solinger orientierten.

Dazu braucht man aber Bauland. Das hatte auch schon das Handlungskonzept betont. Die Stadt hatte daher als wichtige Säule der künftigen Planungen ein Baulandkataster aufgelegt. Das soll helfen, vorhandene Wohnbaupotenziale zu aktivieren. Damit konnten laut Stadt Solingen bisher 134 Baulücken identifiziert werden. Diese seien im Prinzip sofort bebaubar. Und dort könnten rund 745 Wohneinheiten realisiert werden, schätzt das Rathaus.

Stadtdirektor und Planungsdezernent Hartmut Hoferichter zieht vor diesem Hintergrund eine positive Bilanz: „85 solcher Baugrundstücke haben wir mit Zustimmung der Eigentümer online im Wohnbaulandkataster veröffentlicht. In 14 Fällen konnten bereits Kontakte vermittelt werden. 247 Kaufinteressenten haben sich daraufhin gemeldet. Auf drei Flächen wird es jetzt sehr konkret, dort werden derzeit Bauanträge vorbereitet.“

Auf diesem Weg wolle die Stadt weitergehen, betont Hoferichter, denn das Kataster bringe Grundstückseigentümer, Bauherren, Bauträger, Investoren, Projektentwickler und Architekten zusammen.

Doch das Rathaus blickt auch viel weiter nach vorne. In das Kataster sollen stadtweit rund 150 freie und unmittelbar bebaubare Grundstücke aufgenommen werden. Sie liegen innerhalb rechtskräftiger Bebauungspläne. „Insgesamt schlummert in diesen möglichen Wohnbauflächen ein Potenzial von rund 1700 Wohneinheiten“, erklärt Hartmut Hoferichter.

Die „B-Pläne“ sollen weiter priorisiert werden, berichtet er. „Die Programm-Fortschreibung umfasst insgesamt 85 Bebauungspläne, davon verfolgen 55 das Ziel, neue Wohnbebauung zu schaffen“, erläutert das Rathaus. Hoferichter sagt: „Auf Grundlage des aktuellen Arbeitsprogramms könnten stadtweit rund 2000 neue Wohneinheiten geschaffen werden.“

Im Bereich geförderter Wohnraum soll stadtweit eine Quote von insgesamt 30 Prozent erreicht werden. Dies sei eine wichtige Aufgabe der „Allianz für Wohnen“, die im März offiziell gegründet wird. Allein 2020 seien 92 Einheiten gefördert worden. Im Vergleich zu den Jahren 2017 bis 2019 mit insgesamt 69 Wohnungen sei das eine deutliche Steigerung, betont der Stadtdirektor.

Handlungskonzept Wohnen

Idee: Mit einem Strategiepapier beantwortet die Stadt diese Fragen: Was bedeutet die Entwicklung wachsender Bevölkerungszahlen für den Wohnungsmarkt? Wie kann bezahlbarer Wohnraum gesichert und geschaffen werden? Wo könnte neuer Wohnraum entstehen? Welche Wohnformen werden zukünftig gebraucht?

Umsetzung: Mit der Verabschiedung durch den Rat ist das Konzept Richtschnur bei der Umsetzung von Neubaumaßnahmen. Ziel ist es, den Wohnraum möglichst zu verdichten, um Flächen zu sparen. 30 Prozent sollen gefördertes Wohnen sein.

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