Brauchtum

Blau-Gelb holt den Karneval in den Sommer: 111-Tage-Fest

Feierten ausgelassen: Geschäftsführer Bernd Hawich (v. l.), Präsident Sascha Wurth, Vorsitzender Markus Röltgen und Schatzmeister Andreas Dersch von der Prinzengarde Blau-Gelb Solingen-Ohligs.
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Feierten ausgelassen: Geschäftsführer Bernd Hawich (v. l.), Präsident Sascha Wurth, Vorsitzender Markus Röltgen und Schatzmeister Andreas Dersch von der Prinzengarde Blau-Gelb Solingen-Ohligs.

In 111 Tagen erwacht der Hoppeditz wieder. Ein guter Grund zu feiern - und den nutzte die Prinzengarde Blau-Gelb Solingen-Ohligs in der Festhalle ausgiebig.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Feierlaune und Fröhlichkeit herrschten am Samstag in der Ohligser Festhalle: Die Prinzengarde Blau-Gelb Solingen-Ohligs hatte zu ihrem inzwischen zur Tradition gewordenem „111-Tage-Fest“ eingeladen.

Was sonst immer eher ein interner Grillabend des Vereins war, wurde am Samstag zu einem „rauschenden Fest“, wie Präsident Sascha Wurth es in seinen launigen Begrüßungsworten formulierte. „Wir wollen damit nach den kargen Corona-Jahren ein positives Signal aussenden“, sagte Wurth. „Und da das Datum, von dem aus es tatsächlich nur noch 111 Tage bis zum Hoppeditz-Erwachen sind, in diesem Jahr auf einen Samstag fällt, fühlten wir uns sozusagen zu dem großen Format aufgerufen.“

Er rechne mit gut 200 Gästen, sagte er. Eingeladen seien neben der Prinzengarde alle befreundeten Karnevalsvereine in Solingen und auch einige über die Stadtgrenzen hinaus, zum Beispiel aus Leichlingen oder Wuppertal.

Gerade habe er eine nette und herzliche Nachricht von Karin und Pamela Junker erhalten, in der sie viel Spaß wünschen und sich freuen, dass der Verein dieses „Baby“ ihres Mannes und Vaters, Joachim Junker, auf diese Weise so schön würdigen. „Sie kommen heute Abend nicht, die Trauer sitzt noch zu tief, aber natürlich ist es in ihrem Sinne, dass das karnevalistische Leben von Blau-Gelb weitergeht.“

Seit April ist Sascha Wurth in die großen Fußstapfen seines Vorgängers Joachim Junker getreten – das Urgestein des Solinger Karnevals war im Februar verstorben. Zusammen mit Markus Röltgen (erster Vorsitzender), Bernd Hawich als Geschäftsführer und Andreas Dersch als Schatzmeister bildet er den neuen Vorstand.

„Ich war schon länger der Wunschkandidat von Joachim als sein Nachfolger“, sagt Sascha Wurth, den sicher viele Solinger noch als Prinz Sascha I der Session 2018/19 in Erinnerung haben. Damals tourte er mit Gudrun Hörning als Prinzessin Gudrun I durch die Veranstaltungssäle. Dass der Staffelstab nun so schnell und unerwartet weitergegeben werden musste, sei sehr traurig. „Joachim wünschte sich, auch endlich mal mit seiner Frau im Saal an einer Prunksitzung teilzunehmen, nicht immer nur auf der Bühne als Vorsitzender des Elfer-Rats“, so Wurth. „Er wollte allmählich kürzer treten. Als Vorsitzender der ISK hatte er ja schon aufgehört.“

Für das 111-Tage-Fest hielt Sascha Wurth ein Überraschungsprogramm bereit. „Es wird keine Sitzung“, betonte er. „Das Ganze soll Party-Charakter behalten mit viel Geselligkeit sowie Essen und Trinken. Die Auftritte werden jeweils zur vollen Stunde als Highlights eingestreut. So hatte er neben dem musikalischen Büttenredner JP Weber aus Köln die Bands „Scharmöör“ und Aluis eingeladen – die Tanzgruppe Blau-Weiß machte den Anfang.

Bewusst habe er bei der Vorbereitung nach „frischen Gesichtern“ Ausschau gehalten, macht Wurth deutlich. Eine Idee, die durchaus ankam: Der Abend an den langen, mit blauen und gelben Luftschlangen und Luftballons dekorierten Tischen wurde lang und munter.

Er freue sich auf die neue Session als Präsident, sagte Sascha Wurth, der die großen Fußspuren seines so plötzlich verstorbenen Vorgängers Junker sieht und anerkennt. Er werde versuchen, immer in dessen Sinne zu agieren, sagt er voller Respekt für den Verstorbenen.

„Aber natürlich bin ich keine Kopie und werde meine eigene Farbe ins Spiel bringen.“ So werden beispielsweise die berühmten und bemerkenswerten Zahlen-Spielereien von Joachim Junker Erinnerung bleiben. Bis auf das 111-Tage-Fest.

Hintergrund: Prinzengarde Blau-Gelb Solingen-Ohligs

Die Prinzengarde Blau-Gelb Solingen-Ohligs 1936 richtet seit ihrer Gründung im Jahr 1936 regelmäßig Karnevalsveranstaltungen, hauptsächlich in der Ohligser Festhalle, aus. Nach der Corona-Zeit und mit der Wiedereröffnung der Festhalle durch das Ehepaar Novakovic im November 2021, haben die Ohligser Jecken ihr „Wohnzimmer“ zurück. Unter anderem das Hoppeditz-Erwachen, die große Gala-Sitzung und der Weiberball finden dort statt.

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