Convention

Solingen kann von E-Sport profitieren

Die Besucherinnen und Besucher in der Alten Maschinenhalle konnten sich unter anderem bei virtuellem Motorsport messen. Hier fährt Heiko Kolvenbach auf dem Nürburgring.
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Die Besucherinnen und Besucher in der Alten Maschinenhalle konnten sich unter anderem bei virtuellem Motorsport messen. Hier fährt Heiko Kolvenbach auf dem Nürburgring.

Unternehmen, Vereine und Experten trafen bei Convention in der Alten Maschinenhalle aufeinander.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Deutschlandweit gibt es rund 34,3 Millionen Computer- und Videospieler. Davon geht der Verband der deutschen Games-Branche aus. Längst zählen nicht nur Kinder und Jugendliche zu den Nutzern, sondern auch Ältere, die mit PCs und Konsolen aufgewachsen sind. Diese Zahlen verdeutlichen das Potenzial des Themas. Dieses möchte die Wirtschaftsförderung für Solingen schöpfen. Aus diesem Grund fand am Montag in der Alten Maschinenhalle die erste E-Sports-Convention statt.

„Das ist ein Anlass, sich zu informieren und begeistern zu lassen“, erklärte Phil Derichs. Er leitet nicht nur das Gründer- und Technologiezentrum, sondern auch das Projekt E-Sport bei der Wirtschaftsförderung. Eine wichtige Rolle nimmt dabei der
E-Sport-Hub ein. Er versteht sich als Knotenpunkt aller relevanten Akteure vor Ort.

Einige von ihnen waren am Montag vertreten. Dazu zählten Solinger Start-ups wie Zartu Games und Doppelpass Digital. „Natürlich würden wir uns über weitere erfolgreiche Unternehmen in diesem Bereich“, räumte Frank Balkenhol ein. Aus Sicht des Geschäftsführers der Wirtschaftsförderung geht es jedoch um mehr: „In der Gesellschaft lässt sich viel mit
E-Sport erreichen.“

Für Sportvereine biete sich die Möglichkeit, junge Mitglieder mit neuen Angeboten zu locken. Wenn es feste Anlaufstellen, etwa Clubs, für virtuelle Wettkämpfe gäbe, könne das wiederum Eltern beruhigen, denen Wissen über E-Sport fehlt. Einen weiteren Vorteil sieht Balkenhol im inklusiven Charakter des Themas: Alter, Geschlecht und körperliche Verfassung seien unerheblich.

Gleichzeitig können Unternehmen vor Ort profitieren, ist Phil Derichs überzeugt. Wer über digitale Betriebsmannschaften verfügt, könnte einen Vorteil beim Kampf um Nachwuchskräfte haben und sich als attraktiver Arbeitgeber darstellen, nennt er Beispiele.

„In der Gesellschaft lässt sich viel mit E-Sport erreichen.“

Frank Balkenhol, Wirtschaftsförderung

„Es gibt Tausende Möglichkeit“, betonte Derichs. Einige davon waren gestern in der Alten Maschinenhalle zu sehen. Die Besucher, darunter Schulklassen, konnten sich unter anderem an den Bildschirmen selbst ausprobieren. Der Sportpark Landwehr präsentierte Trainingsmöglichkeiten für E-Sportler, die Hochschule für angewandtes Management (HAM) ihren Studiengang E-Sport-Management. Zudem waren Hersteller von Gaming-Zubehör vor Ort.

Auf der Bühne standen Impulsvorträge und Podiumsdiskussionen auf dem Programm. Ein Thema: „Städteentwicklung mit E-Sport“. Dabei ging es unter anderem um Eintracht Spandau. Der Youtuber „HandOfBlood“ hat das E-Sport-Team mit Unterstützung einer Influencer-Agentur gegründet – mit Erfolg.

Darüber sprach Johannes Gorzel, Co-Geschäftsführer des Vereins, mit Prof. Dr. Christopher Grieben (HAM), Nepomuk Nothelfer (Forschungsstelle für E-Sport-Recht) und Dr. Tobias M. Scholz. Letzterer forscht an der Uni Siegen zu virtuellem Sport. „Städte wie Solingen müssen im Wettbewerb mit Köln und Düsseldorf sichtbarer werden“, betonte er. E-Sport könne dabei eine Rolle spielen. Es brauche eine Anlaufstelle, in der die gemeinschaftlichen Aspekte des Zockens gelebt werden. Die wünscht sich auch Phil Derichs. Jedoch sei es schwierig, ein finanziell tragfähiges Konzept zu finden.

„Für Kommunen erfüllt E-Sport einen gesellschaftlichen Aspekt“, sagte Nothelfer. Das Thema könne ein Faktor sein, junge Menschen an eine Stadt zu binden. Gleiches gelte für Vereine und Unternehmen. In der analogen Welt Orte des digitalen Sports zu schaffen, ermögliche zudem, dass das Spielen in einem sozial geschützten Rahmen stattfindet – mit Aufklärung, zum Beispiel zu gesundheitlichen Themen. Passend dazu hielt die Bergische Krankenkasse einen Vortrag: „Gaming als Chance für einen gesundheitsbewussten Lebensstil“.

Frank Balkenhol betonte, dass die Veranstaltung einer von vielen Bausteinen sei, E-Sport in der Stadt nach vorne zu bringen. Grieben, Scholz und Nothelfer bewerteten das positiv: „Hier werden erste Schritte gemacht.“ Damit sei Solingen weiter als viele andere Kommunen.

Convention

Knapp 20 Aussteller waren bei Solingens erster E-Sport-Convention in der Alten Maschinenhalle vertreten. Bereits in der vergangenen Woche hatte Frank Balkenhol angekündigt, dass es eine Wiederholung geben soll.

Passend zum Thema: Erster eSport Club in Solingen gegründet

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