Nationalsozialismus

Junge Leute als Ausstellungsguides gesucht

Daniela Tobias und Finn Grimsehl-Schmitz stellten das Projekt des Vereins Max-Leven-Zentrum vor. Das Ziel: junge Leute für Führungen zu begeistern.
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Daniela Tobias und Finn Grimsehl-Schmitz stellten das Projekt des Vereins Max-Leven-Zentrum vor. Das Ziel: junge Leute für Führungen zu begeistern.

Verein Max-Leven-Zentrum: Zweitägiger Kurs führt in die Zeit des Nationalsozialismus.

Von Andreas Römer

Solingen. Der Verein Max-Leven-Zentrum Solingen sucht junge Menschen, die bereit sind zu lernen, wie man interessante Führungen und Vorträge für ein junges Publikum gestaltet. Aktuell zeigt der Verein die Ausstellung „. . . und laut zu sagen: Nein.“ im Zentrum für verfolgte Künste. Sie thematisiert unter anderem den Widerstand gegen den Nationalsozialismus durch Solingerinnen und Solinger.

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„Wir glauben, es ist wirksamer, wenn zum Beispiel Schulklassen von Menschen, die vom Alter nicht so weit weg sind, in das Thema eingeführt werden“, sagt Finn Grimsehl-Schmitz vom Verein. Der ehemalige Vorsitzende des Jugendstadtrats in Solingen wird den jungen Leuten, die zwischen 16 und 22 Jahre alt sein sollten, in einem zweitägigen Workshop das Rüstzeug für Führungen durch die Ausstellung mit auf den Weg geben.

„Das Thema Nationalsozialismus wird in der Schule oft nur oberflächlich bearbeitet“, weiß Grimsehl-Schmitz noch aus eigener Erfahrung. Hier bestehe die Möglichkeit, sich tiefer mit dem Thema auseinanderzusetzen und das Wissen dann an andere weiterzugeben. So soll ein Pool von jungen Experten entstehen, die bei Bedarf angerufen werden, um etwa Schulklassen für das Thema zu begeistern.

Im Workshop werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in das Thema Verfolgung und Widerstand in Solingen eingeführt und die zentralen Merkmale und Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit thematisiert. Die zukünftigen Guides werden die Möglichkeit erhalten, sich nach ihren persönlichen Interessen in eines der Ausstellungsthemen hineinzuarbeiten – niemand muss alle Themen im Einzelnen drauf haben. Vorwissen und Schulbildung spielen keine Rolle. Schritt für Schritt lernen die jungen Leute, wie man eigenständig Kleingruppen durch die Ausstellung führt. Am zweiten Seminartag wird ein „Zweitzeugen“-Gespräch die Veranstaltung abrunden, bei dem die Teilnehmenden mit authentischen Berichten von Nachfahren ehemaliger Widerstandskämpfer in Kontakt kommen und auch erstmals mit ihrem neu Erlernten an den Start gehen können.

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„Wir freuen uns auch auf Teilnehmer, die vor allem das Thema interessiert, auch wenn sie später vielleicht keine Führungen durchführen wollen“, macht die Vorsitzende des Max-Leven-Zentrums Solingen, Daniela Tobias, den jungen Menschen Mut, sich zu melden. Sie verspricht, der Workshop sei eine Bereicherung für jeden und das Engagement sowie die Fähigkeit, Führungen durchzuführen, mache sich auch im Lebenslauf gut.

Die bis auf weiteres im Zentrum für verfolgte Künste gezeigte Ausstellung legt die Basis für die Entwicklung der künftigen Bildungs- und Gedenkstätte an der Max-Leven-Gasse. Hier will man 2024 einziehen.

Die erste Ausbildung für junge Ausstellungsguides startet am Freitag 10. und Samstag 11. Juni. Wer Interesse hat, kann sich noch bis zum 6. Juni per E-Mail anmelden. Die Teilnahme ist kostenlos. Für Verpflegung ist gesorgt.

info@max-leven-zentrum.de

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