Patenschaft

Junge Kräfte pflegen den Coppelpark

John Kern (v.l.), Dougal Ohliger, Andreas Kratz, Christian Petschke und Michelle Felder kümmern sich jetzt um den Gustav-Coppel-Park. Der Verein „Wir in der Hasseldelle“ und das Aquaris-Projekt haben einen Patenschaftsvertrag mit der Stadt unterschrieben. Foto: Michael Schütz
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John Kern (v.l.), Dougal Ohliger, Andreas Kratz, Christian Petschke und Michelle Felder kümmern sich jetzt um den Gustav-Coppel-Park. Der Verein „Wir in der Hasseldelle“ und das Aquaris-Projekt haben einen Patenschaftsvertrag mit der Stadt unterschrieben.

„Wir in der Hasseldelle“ hat einen Patenschaftsvertrag mit der Stadt Solingen über den Park unterschrieben.

Von Timo Lemmer

Solingen. Im Gustav-Coppel-Park in Solingen Mitte arbeiten junge Solinger an der Zukunft: an ihrer eigenen und der des Parks gleichermaßen. Das ist die Idee hinter der Initiative des Vereins „Wir in der Hasseldelle“, der die Pflege der Grünanlage zwischen Hippergrund und Wupperstraße übernommen hat. Durchgeführt werden die anfallenden Arbeiten von Teilnehmern der Aquaris-Maßnahme. Der Verein ist Träger des Projekts in Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Jobcenter.

Christian Petschke und Andreas Kratz sind die Verantwortlichen vom Quartiersverein: „Im Aquaris-Projekt sind junge Leute, die in der Regel unter 25 Jahre alt sind und häufig Brüche in ihrem Leben hatten. Sie haben daher schlechte Startchancen ins Berufsleben. Mit Aquaris eröffnen wir Perspektiven und Entwicklungschancen.“

Die aktuelle Truppe funktioniert sehr gut.

Andreas Kratz, „Wir in der Hasseldelle“

Die jungen Teilnehmer, die vom Jobcenter zugewiesen werden, sind ohnehin schon seit Jahren in die Arbeit rund um die Hasseldelle eingebunden. Nun ist also noch der nahe Park hinzugekommen. „Der Vorgängerverein hat uns den Park in sehr gutem Zustand übergeben“, sagt Petschke, während einige junge Arbeitskräfte Äste zerkleinern und wegbringen. „Die Tätigkeit hier dazuzunehmen, war sinnvoll, weil sich hier eine Menge geeignete Aufgaben bieten.“

Solingen: Anleitung zur Pflege kommt von Gartenlandschaftsbauer

Petschke ist auch zweiter Vorsitzender von „Wir in der Hasseldelle“: Er findet, dass die eingebundenen Heranwachsenden einen echten Mehrwert für die Quartiersarbeit liefern. Sein Kollege Kratz ist als gelernter Gartenlandschaftsbauer dafür zuständig, die praktische Anleitung zu übernehmen. „Die aktuelle Truppe funktioniert sehr gut“, sagt er. Die Zusammensetzung sei jedes Jahr eine Art „Schicksalsgemeinschaft“: „In diesem Jahr haben wir eine motivierte Gruppe, die sich auch untereinander gut versteht.“

Auf maximal 30 Stunden pro Woche ist die Maßnahme ausgelegt, für die es jedes Jahr 14 Plätze gibt – aktuell sind 7 vergeben, was auch mit Corona zu tun hat. Petschke, 52 Jahre alt, und Kratz, 50, betreuen die Teilnehmer dabei eng. Ihnen gelingt es, „ein Umfeld zu schaffen, in dem soziale Kompetenzen gefördert werden“.

Sie freuen sich darauf, in Zukunft als Team „einen eigenen Fußabdruck zu hinterlassen“. Denn neben den regulär anfallenden Arbeiten in der mehr als 50 000 Quadratmeter großen Grünanlage, die am Jahreszyklus hängen, sollen eigene Ideen entwickelt und umgesetzt werden. Die vorherigen Pfleger haben beispielsweise bunte Parkbänke installiert.

Coppelpark soll insektenfreundlich werden

Erste Idee aus dem Team: Den Park insektenfreundlich gestalten. Hier könne man sich vorstellen, auf den Stadtdienst Natur und Umwelt zuzugehen und gemeinsam ein Konzept zu erarbeiten: „Die Verzahnung in Solingen ist schon etwas Besonderes, wenn man von Kollegen aus anderen Städten hört“, so Petschke. „Außerdem können wir uns vorstellen“, sagt Petschke, als eine Kindergarten-Gruppe vorbeiläuft, „Naturlehrbahnen zu installieren, damit der Park stärker mit der Umgebung in Kontakt kommt.“ Zu den täglichen Arbeiten gehört darüber hinaus das Sauberhalten, ständiges Müllentfernen und das Freiräumen der Wege: Zu tun gibt es genug.

„Das Arbeitsfeld hier ist schon ganz nah dran an einem Ausbildungsberuf“, haben die beiden Verantwortlichen dabei nicht nur für den Park eine Zukunftsvision, sondern auch für ihre Maßnahme: Die Hoffnung ist, in der Zukunft auch selbst ausbilden zu dürfen. Faustpfand dabei: Den Umgang mit zum Teil schwierigeren Hintergründen haben sie über Jahre verfeinert. Denn das Projekt Aquaris gibt es mit verschiedenen Anpassungen bereits seit 2002. Petschke bilanziert bescheiden: „Das Projekt läuft mit gewissem Erfolg. Das sehen wir nicht zuletzt an Teilnehmern, die uns auch nach Jahren noch besuchen. Für viele war es ein Anstoß für weitere Entwicklungen.“

Ehrenamt

Über zehn Jahre pflegten Ehrenamtler des inzwischen aufgelösten Vereins „Lebenswertes Solingen“ den Park. Seit längerem hat „Wir in der Hasseldelle“ dabei immer mal wieder Hilfestellung geleistet – zum Beispiel, als die Wasserqualität im Teich verbessert werden sollte. Christian Petschke: „Den Verein haben wir vor neun Jahren im Rahmen des Agenda-Preises kennengelernt, fanden die Idee damals schon unterstützenswert und haben in der Folge zusammengearbeitet.“ Der neue Patenschaftsvertrag mit der Stadt läuft seit 1. Februar, für zunächst ein Jahr.

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