Projekt

Junge Gräfrather wünschen sich mehr Feste

Nur eine Hand voll junger Menschen waren der Einladung von Projektleiter Thomas Zühlke ins Lumen gefolgt.
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Nur eine Hand voll junger Menschen waren der Einladung von Projektleiter Thomas Zühlke ins Lumen gefolgt.

Heimatwerkstatt bat Jugendliche um Anregungen und Ideen.

Von Moritz Berger

Solingen. In besonderem Maße lebt Gräfrath vom Historischen, dem Überlieferten und seinen vielen Traditionen. Auf dem Weg in die Zukunft gilt es jedoch, neue Ideen auszuprobieren, um den Stadtteil auch für junge Menschen attraktiver zu machen. Dazu hat die Heimatwerkstatt Gräfrath einen Dialog angestoßen. In dem Spannungsfeld zwischen Altem und Neuem möchte der Heimatverein, der das Projekt betreut, vermitteln und aus der Auseinandersetzung neue Konzepte für Gräfrath schöpfen.

„Wenn wir erfolgreich sein wollen, müssen wir schauen: Was wollen die jungen Leute?“, erläuterte Jonathan Bürger und stellte damit die Leitfrage für den jüngsten Workshop am vergangenen Samstag. Nur eine Handvoll junger Menschen waren der Einladung von Thomas Zühlke, dem Projektleiter der Heimatwerkstatt, ins Lumen gefolgt. Dabei komme es nicht auf Quantität, sondern auf Qualität an, hob Zühlke gleich zu Beginn hervor.

In entspannter Atmosphäre im kleinen Kinosaal „Private Lumen“ und versorgt mit Popcorn und Getränken tauschten sich die jungen Menschen zwischen 14 und 32 Jahren über ihre Vorstellungen für die Zukunft Gräfraths aus.

Eine schnell durchgeführte Online-Umfrage unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Workshops „Gräfrath. Zukunft. Heimat?“ hinterließ einen gemischten Eindruck. Während der Stadtteil im Hinblick auf Freizeit und Sport bereits heute recht attraktiv für junge Menschen ist, sind bei Kultur und Gastronomie noch deutliche Verbesserungen möglich. Insbesondere mehr Feste und Events regen die Teilnehmer an diesem Samstag an, durch die Gräfrath ein belebterer Ort werden solle.

Während der ausführlichen Ideensammlung unter Anleitung von Ronnie Goertz von der Solinger Innovationsberatung „Innodrei“ entstand der Wunsch nach Veranstaltungen, in deren Planungen Jugendliche auch miteingebunden werden. Darüber hinaus interessierten sich die jungen Teilnehmenden des Workshops auch für die Geschichte ihres Stadtteils. So regten sie verschiedene Konzepte zur Digitalisierung an, die jene Geschichte Gräfraths im Alltag präsenter und damit erlebbarer machen würden. „Es mangelt nicht am Interesse, sondern vielmehr an den Formen“, konstatierte Jonathan Bürger überrascht.

Auch in Bezug auf die Mobilität zeigten sich die Workshopteilnehmer gegenwärtig nicht wirklich zufrieden. Gerade die Busverbindung von Gräfrath nach Wald oder Ohligs sei schwierig, weshalb der Bahnhof Vohwinkel eine größere Bedeutung für den Stadtteil hat und eine gute Anbindung an diesen „super wichtig“ sei. Obwohl nach Ansicht der jungen Menschen noch vieles zu verbessern sei, können sich die meisten dennoch vorstellen, in Gräfrath zu bleiben.

Konzept soll erarbeitet und an die die Stadt übergeben werden

In dem kleinen Kinosaal saß auch Frank Erhardt von der Werbeagentur „Creativum“ und verschaffte sich einen Eindruck von den unterschiedlichen Ideen. Seit einigen Wochen begleitet Erhart mit dem Blick eines Außenstehenden die Veranstaltungen der Heimatwerkstatt. „Gräfrath hat sehr viel Potenzial, das unbedingt genutzt werden muss“, befindet der Marketingspezialist.

Eigentlich sei es nicht so schwer, den Stadtteil zu entwickeln, so Erhardt, denn es sei „ganz viel schon da, aber noch nicht fertig“. Aus den vielen gesammelten Anregungen und Ideen der Heimatwerkstatt wird Frank Erhardt mit „Creativum“ ein Marketing- und Kreativkonzept entwickeln, das im Oktober an die Stadtverwaltung übergeben werden soll.

Bis dahin thematisiert ein weiterer Workshop die Situation der Vereine in Gräfrath, die für das gesellschaftliche Leben im Stadtteil von großer Bedeutung seien. Dies wird auch mit Blick auf den jüngsten Workshop deutlich, denn „alle Teilnehmer der heutigen Veranstaltung, sind auch in Vereinen aktiv“, erklärte Jonathan Bürger.

Das Projekt

Die Heimatwerkstatt Gräfrath wird mit Mitteln eines Förderprogramms des NRW-Heimatministeriums unterstützt und vom Heimatverein organisiert. Bislang habe man rund 140 Menschen miteinander ins Gespräch gebracht, so Thomas Zühlke. Vielfach sei es in diesen Zeiten schwer, Menschen zu motivieren, sich für die Zukunft ihres Stadtteils einzusetzen. Der nächste Workshop zur Situation der Vereine findet am 8. Oktober im Klingenmuseum statt. Die Ergebnisse der Heimatwerkstatt werden am 22. Oktober bei der Abschlussveranstaltung auf dem Gräfrather Markt präsentiert. Beginn jeweils 17 Uhr.

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