Initiative des Landes NRW

Junge Geflüchtete erhalten Starthilfe fürs Berufsleben

Die Kursteilnehmer Asad Farisjan (vorne, l.) und Hassan Abdulmalik – im Hintergrund die Vertreter der Institutionen, die die Landes-Initiative in Solingen durchführen. Foto: Christian Beier
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Die Kursteilnehmer Asad Farisjan (vorne, l.) und Hassan Abdulmalik – im Hintergrund die Vertreter der Institutionen, die die Landes-Initiative in Solingen durchführen.

Bewerber für „Durchstarten in Ausbildung und Arbeit“ gesucht.

Von Andreas Römer

Solingen. Asad Farisjan ist begeistert. Er lernt seinen Traumberuf: Dachdecker. Geholfen hat ihm die Initiative „Durchstarten in Ausbildung und Arbeit“, die sich um junge Menschen kümmert, die in Deutschland geduldet oder gestattet sind. Die Initiative sucht weitere Kandidaten.

Asad stammt aus Armenien und ist seit zehn Jahren in Deutschland geduldet. Er hat schon eine Ausbildung als Koch absolviert und auch acht Monate für Kinder gekocht. Eigentlich wollte er aber immer aufs Dach. „Als ich die erste Ausbildung gesucht habe, habe ich genommen, was zuerst da war“, erinnert er sich, glaubt aber jetzt seinen Traum verwirklichen zu können.

Auch Hassan Abdulmalik verdankt seinen Job der Initiative. Seit vier Monaten arbeitet der Afghane im Autohaus Lackmann. Für Uwe Dzubiella, Mitglied der Geschäftsführung bei Lackmann, eine neue Erfahrung: „Wir machen hier keine klassische Ausbildung, sondern nähern uns zunächst mit einfachen Arbeiten an.“ Er sieht durchaus Chancen, den Sorgen, die viele Betriebe bei der Suche nach qualifiziertem Nachwuchs haben, entgegenzuwirken. Beide Seiten finden noch zueinander, sind aber überzeugt, dass dies eine gute Sache ist.

Bis zu 200 junge Menschen könnten vermittelt werden

Und genau das soll „Durchstarten in Ausbildung und Arbeit“ ja auch sein. Die Initiative des Landes NRW, die bis Mitte nächsten Jahres läuft, wird in Solingen vom Kommunalen Integrationszentrum (KI) umgesetzt. Bis zu 200 Geduldete und Gestattete zwischen 18 und 27 Jahren gibt es wohl in der Stadt, wie Caren Tuchel vom KI sagt. Längst nicht alle sind im Programm angekommen.

„Wir konnten starten, als gerade Corona begann – kein glückliches Zusammentreffen“, sagt Tuchel. „Man kennt sich nicht und darf nicht in zu einem persönlichen Gespräch gehen“, schildert Micha Thom. Er arbeitet für den Internationalen Bund, der gemeinsam mit dem Zentrum für Integration und Bildung (ZIB) sowie dem KI die Initiative umsetzt.

Die Geduldeten und Gestatteten haben alle schon viel erlebt, bis sie in Solingen angekommen sind. „Wenn ich mich da mit einem Brief vorstellen muss, ist das denkbar ungünstig“, ist Micha Thom überzeugt. Es gehe doch genau darum, den Menschen persönlich kennenzulernen, ihn einzuschätzen, seine Kompetenzen zu erfahren und so gemeinsam mittels Coaching und Beratung den Weg in Ausbildung oder Arbeit zu finden.

Und Arbeit und Ausbildung sind ja nur zwei Aspekte. Integration sei damit ebenso viel einfacher und es erhöhe die Chance, in Deutschland bleiben zu können.

„Und wenn dann die Firmen und die jungen Menschen zusammengefunden haben, stehen wir als Berater und Coach auch weiterhin zur Verfügung,“ wie Anne Preuß vom ZIB unterstreicht. So sei alles dafür getan, die Initiative zum Erfolg zu führen.

Nur zu wenige Teilnehmer sind es. Deshalb würden sich alle Beteiligten freuen, wenn sich noch mehr Kandidaten, aber auch mehr Firmen melden würden.

Kontakt: Peter Horn vom Kommunalen Integrationszentrum, Tel. 2 90-26 16.

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