Privatunternehmen ist für Pflege verantwortlich

Junge Bäume an der Löhdorfer Straße sind in keinem guten Zustand

Einzelne der jungen Bäume an der Löhdorfer Straße sind in keinem guten Zustand. Foto: Manuel Böhnke
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Einzelne der jungen Bäume an der Löhdorfer Straße sind in keinem guten Zustand.

ST-Leserin bemängelt fehlende Wassersäcke.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Ihr täglicher Weg zur Arbeit führt Christine Kelch über die Löhdorfer Straße. Nachdem dort teilweise die Asphaltdecke erneuert worden war, hatte die ST-Leserin erfreut zur Kenntnis genommen, dass zwischen den Parkbuchten einzelne Bäume gepflanzt wurden. Das Problem: Ein Teil der Pflanzen befindet sich inzwischen in einem bemitleidenswerten Zustand.

Kelch vermutet, dass die Bäume ausgetrocknet sind. „Leider ist es dort wie an vielen anderen Stellen versäumt worden, Bewässerungssäcke aufzustellen“, bemängelt sie. Die Stadt verweist auf Nachfrage auf ein beauftragtes Unternehmen. Die Firma habe den Zuschlag zum Pflanzen der Bäume erhalten. Damit sei immer eine zweijährige Pflege verbunden, zu der auch die Bewässerung gehört. In der Regel werde dazu ein Gießrand angelegt. „An der Löhdorfer Straße wurde er, entsprechend der Vereinbarung, aus Erdmaterial modelliert“, erklärt die Verwaltung auf Nachfrage.

Erst nach zwei Jahren, wenn die Bäume angewachsen sein sollten, übernehmen die Technischen Betriebe Solingen (TBS). Vor allem in den ersten fünf Jahren haben die Fachleute die jungen Bäume verstärkt im Blick. Bei Bedarf installieren sie Wassersäcke. Das sei jedoch nicht immer das Mittel der Wahl. Der Grund laut der städtischen Pressestelle: Werden die Bäume zu sehr „verwöhnt“, bilden sie keine tiefen Wurzeln aus, die auf lange Sicht lebensnotwendig seien.

Solingen: Ist ein Baum nicht zu retten, muss ihn die beauftragte Firma ersetzen

In der Zwischenzeit ist die beauftragte Firma offensichtlich zu der Erkenntnis gelangt, dass die betroffenen Bäume an der Löhdorfer Straße Wassersäcke benötigen. Kurz nach der ST-Anfrage bei der Stadt wurden sie installiert. Christine Kelch befürchtet, dass dieser Schritt für einzelne Bäume angesichts ihres Zustandes zu spät kommen könnte. Sollten sie tatsächlich nicht zu retten sein, ist das Unternehmen laut Stadt verantwortlich, für Ersatz zu sorgen. Von daher sei das Interesse an einer angemessenen Pflege groß. Stichprobenartig gebe es Kontrollen der TBS.

Es ist nicht das erste Mal, dass Christine Kelch junge Straßenbäume beobachtet, die in keinem guten Zustand sind. Vor der eigenen Haustür übernahm sie in den zurückliegenden Sommern mit einem Nachbarn kurzerhand das Gießen. „Es gibt keinen Grund, einen Baum vertrocknen zu lassen“, findet sie. Im Gegenteil: Die Solingerin wünscht sich, dass das Erscheinungsbild der Stadt in Zukunft deutlich grüner wird. „Mir fallen spontan viele Straßenzüge und Bauprojekte ein, die etwas Grün vertragen könnten“, sagt sie. Darin sieht sie einen Schlüssel für mehr Lebensqualität und einen attraktiveren Standort.

Um dieses Ziel zu erreichen, sagt die Geschäftsführerin der Triangle GmbH, müsse man bei Firmen wie Privatleuten deutlich intensiver für Möglichkeiten wie Baumspenden und -patenschaften werben: „Ich bin überzeugt, dass sich viele dafür begeistern können.“

Nach Angaben der Stadt stehen auf 100 Hektar des Solinger Waldes Fichten, die zum großen Teil abgestorben sind, gefällt wurden oder werden. Ein Aufforsten der kahlen Waldbereiche hatte die Stadt bereits angekündigt.

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