Musikalisches Märchen

Jung und Alt bejubeln die „Schneekönigin“

Nebelschwaden über dem Bühnenboden kündigten jeweils die Auftritte der bösen Eiskönigin an. Foto: Christian Beier
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Nebelschwaden über dem Bühnenboden kündigten jeweils die Auftritte der bösen Eiskönigin an.

Die Chemnitzer Bella Donna Productions gaben ein Gastspiel im Theater und Konzerthaus.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Zum gemeinsamen Finale von Ensemble und Publikum gab es noch einmal den „Sommer-Party-Tanz“. Damit wurde der vergnügliche Musicalnachmittag für Groß und Klein im Pina- Bausch-Saal perfekt abgerundet. Gutgelaunt feierten die Darsteller mit ihren Fans die gelungene Vorstellung der „Schneekönigin“, nach dem Märchen von Hans Christian Andersen.

Ein Märchen zu vertonen verlangt besonders viel Fantasie.

Sebastian Dierkes, Kompositeur und Arrangeur

110 Minuten lang hatten sie auf der Bühne des Theaters das Publikum buchstäblich verzaubert. Schließlich musste Gerda ihren Freund Kai aus der Gewalt der eisigen und herzenskalten Herrscherin über den Winter befreien, die ihn „an einem ganz normalen Wintertag“, wie eine Erzählstimme aus dem Off zu Anfang berichtete, in ihren Eispalast entführt hatte. Das gelang nach allerlei abenteuerlichen, spannenden und auch gefährlichen Stationen: Am Ende besiegte die Herzenswärme eines Kusses voller Liebe die Gefühlskälte und sorgte für ein fröhliches und unbeschwertes Happy End.

In einem ansprechenden Mix aus eingängiger Musik, starken Gesangsstimmen, überzeugender Choreographie, durchkomponierter atmosphärischer Beleuchtung und vielen Prisen Witz gelang es dem jungen Ensemble schnell, die Sympathie der Zuschauer zu gewinnen.

Spaß für die ganze Familie

Gut ein Viertel der Plätze im Pina-Bausch-Saal waren nach Corona-Abstandsbedingungen mit jungen Familien oder Großeltern mit Kindern gefüllt, aber auch Erwachsene ohne jugendliche Begleitung hatten spürbar Spaß an dem lebhaften und viel Lust inszenierten musikalischen Märchen. Fasziniert lauschte und schaute das Auditorium auf das Geschehen in der Kulisse, die lediglich aus vier schroff gezackten Formationen bestand: Je nach Illumination wurden sie zu bläulich-weißen Winter-Eiskristallen in Maxi-Format oder zu frühlingshaften beziehungsweise sommerlichen grünen Moosfelsen.

Nebelschwaden über dem Bühnenboden kündigten jeweils die Auftritte der bösen Eiskönigin an, die mit ihrem schrillen Lachen und kalten Blicken Gänsehaut bei den Zuschauern verursachte.

Das achtköpfige Ensemble, allesamt Absolventen renommierter Musicalschulen der Bella Donna Productions, ist in wechselnden Besetzungen seit 2012 mit der „Schneekönigin“ auf Deutschland-Tournee. Kopf des Ganzen ist die Produzentin Laura Duhs, eine erfolgreiche als Sängerin, die hier erstmals auch für die Komposition und das Texten von Songs verantwortlich zeichnet. Für Bühnenbild, Ausstattung, Technik und Kostüme erhielt sie Unterstützung von ihrer künstlerischen Familie. Sebastian Dierkes ist als Kompositeur und Arrangeur der zweite Macher der „Schneekönigin“.

„Ein Märchen zu vertonen, verlangt besonders viel Fantasie und Kreativität“, sagt er in einem Statement auf der Homepage der Tournee- Bühne: „Gefühle und Stimmungen zu treffen, einen eigenen treffenden Stil dafür zu finden ohne eine Bildvorlage, das ist die besondere Herausforderung.“

Der begeisterte Schlussapplaus am Sonntagnachmittag bewies, dass es sehr gelungen ist, diesen Anspruch umzusetzen.

Märchen

„Die Schneekönigin“: Das Märchen von Hans Christian Andersen (1805 -1875) gilt als eines der längsten, ausgefeiltesten und vielschichtigsten des dänischen Dichters. Wie viele seiner Geschichten wird vom Glück einfacher Leute erzählt – humorvoll und voller Ironie.

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