Antrag

Jugendstadtrat fordert Tampons auf Schul-WCs

Zwei Milliarden o.B.-Tampons gehen pro Jahr von Wuppertal aus auf die Reise in Drogerien und Supermärkte.
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Zwei Milliarden o.B.-Tampons gehen pro Jahr von Wuppertal aus auf die Reise in Drogerien und Supermärkte (Symbolbild). In Solinger Schulen soll das Thema Periodenartikel enttabuisiert werden.

Dadurch sollen die Hygieneartikel für alle niederschwellig und kostenlos nutzbar sein. Neues gab es auch zu Klingenpride und Instagram.

Von Jonathan Hamm

Solingen. Wer behauptet, dass die Jugend politikverdrossen sei, der sah sich am Mittwoch im Haus der Jugend bei der 12. Sitzung des Jugendstadtrates mit dem Gegenteil konfrontiert.

In einer lockeren Atmosphäre bei Pizzen und Getränken wurden Formalitäten abgearbeitet, Projekte besprochen, Besetzungen für Ausschüsse gewählt. Auf der Sitzung fielen Begriffe wie Smart, Digital und Festival: Man beschäftigte sich mit dem, was die Jugend beschäftigt.

Auch neue Projekte und Pläne wurden präsentiert. So stellte Lara Kettenring ein Projekt vor, das sie gemeinsam mit ihrer Lehrerin auf der August-Dicke-Schule auf die Beine gestellt hat: das Bereitstellen von Periodenartikeln, also Binden und Tampons auf Frauen-WCs in Schulen.

Viele Schulen würden zwar kostenlos Periodenartikel anbieten, beispielsweise im Sekretariat, doch viele junge Menschen hätten Hemmungen vor anderen Personen nach solchen zu fragen. Man wolle das Ganze niedrigschwelliger gestalten. Abhilfe sollen Spender schaffen, die in den Sanitärräumen installiert werden. „Ich finde, dass Solingen da hinterherhinkt“ stellte sie fest. Andere Länder und Städte machten es vor, aber die Finanzierung sei ein Problem.

Daher habe sie sich an den Jugendstadtrat gewandt, der sich gegenüber dem Projekt sehr aufgeschlossen zeigte. „Diesen Prüfantrag würden wir jetzt stellen“, beschloss Sinja Waldmann, und noch während der Sitzung wurde der Antrag aufgesetzt, darüber abgestimmt und angenommen.

Jugendstadtrat ist bei „Klingenpride“ dabei

Auch beim erstmals in Solingen stattfindenden Christopher Street Day „Klingenpride“ wolle man präsent sein. Darüber hinaus solle eine eigene Projektgruppe gegründet werden, um dem Thema noch mehr Aufmerksamkeit zu bieten. Man wolle Veranstaltungen organisieren und einen „Safe Space“, also einen Schutzraum, schaffen, in dem queere Personen frei von Diskriminierung sein sollten, erläuterte Hannah Ginsel.

Immer mehr Schüler folgen dem Jugendstadtrat auf Instagram

Das Interesse am Jugendstadtrat wächst – auch im digitalen Bereich. „Wir haben die 1000-Abonnentenmarke auf Instagram geknackt“, freuten sich alle.

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