Jugendsinfonieorchester

Junges Ensemble meldet sich fulminant zurück

Die Talente des Jugendsinfonieorchesters hatten ihren ersten Auftritt nach langer Pause. Fotos: Christian Beier
+
Die Talente des Jugendsinfonieorchesters hatten ihren ersten Auftritt nach langer Pause.

Jugendsinfonieorchester wird vom Publikum gefeiert.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Am Schluss seines ersten Konzerts nach langer Corona-Pause erklang das Jugendsinfonieorchester (JSO) im Konzerthaus einmalig in Gesamt-Besetzung – und bekam dafür so viel Applaus, dass Leiter Peter Wuttke seine Mannschaft das Ganze prompt wiederholen ließ. „Seid Ihr sicher? Morgen ist Schule“, wandte er kurz ein, ließ sich aber nicht lange bitten, um ein ultimativ letztes Mal an diesem Abend zum Taktstock zu greifen. Erneut leitete er seine „Mannschaft“ durch die geschmeidige Suite von Edward Elgar hindurch.

Er freue sich riesig, nach der langen Durststrecke wieder mit dem Jugendsinfonieorchester auftreten zu können, hatte er zu Beginn der gut zweistündigen Veranstaltung im großen Saal des Theater- und Konzerthauses gesagt – der Zuschauerbereich war gut gefüllt, aber nicht komplett gefüllt.

Solist Alexander Dimitrov wusste im Konzerthaus mit seinem Cello zu beeindrucken.

Die Corona-Zeit ohne Proben, Fahrten und Konzerte sei hart für alle gewesen, insbesondere für neue Mitglieder des Ensembles, die es unter diesen ungünstigen Startbedingungen sehr schwer gehabt hätten, ins Team hineinzufinden. Auch das Publikum schien spürbar froh über die Wiederkehr von Livemusik und feierte nicht nur das Finale des Konzertes mit großem Beifall: So „musste“ auch Solist Alexander Dimitrov nach stürmischen Ovationen nach dem fulminanten Cello-Konzert von Friedrich Gulda in die „Verlängerung“ und spielte erneut mit dem JSO den letzten Abschnitt des klanglich außergewöhnlichen Werkes. Dieses Stückes habe schon lange auf seiner To-do-Liste gestanden, bekannte Wuttke in seiner Anmoderation, nachdem die Bedingungen zuletzt noch „eine Aufteilung des Ensembles in Bläser und Streicher“ nötig machte, „um die gebotenen Abstände beim Proben einhalten zu können.“ Souverän und mit großer Lust aufs Spiel zelebrierte Dimitrov die technisch happigen Solo-Passagen des kuriosen Mix aus beißenden und zum Teil sperrigen Rock-Klängen, lyrisch weichem Sound Passagen und zackigen Blech-Tönen.

Schlagzeug-Quintett bereitet den Weg für einen tollen Abend

Gestartet war das Konzert mit einem Trommel-Intro eines Schlagzeug-Quintetts, das temperamentvoll die Stimmung und Atmosphäre für den restlichen Abend bereitete. Die Bläser präsentierten danach Gustav Holsts Suite F-Dur, in der er 1911 sieben Volkslieder in vier Sätzen verarbeitet hat und gaben danach die Bühne für ihre Streicher-Kollegen frei, die mit Karl Jenkins „Palladio“ ein bisschen musikalisches Diamantenfieber in den Saal brachten. Aus einem ursprünglichen Werbeclip für Diamanten entstanden, hatte Jenkins das Thema zu einem beeindruckenden Concert Grosso verbreitert, das spürbar viel Freude im Auditorium bereitete.

Nachdem die „Piraten“ unter Katrin Geelvink als bemerkenswerter Streicher-Nachwuchs vorübergehend das Rampenlicht geentert und dafür Applaus geerntet hatten, präsentierten die Streicher mit Griegs Holberg-Suite einen weiteren romantischen Höhepunkt des Abends.

Hintergrund

Im Jugendsinfonieorchester (JSO) treffen sich jeden Dienstag musikbegeisterte Jugendliche im Alter von 12 bis 25 Jahren. Von 16.45 bis 17.45 Uhr kommen dienstags die Piratenstreicher zusammen. In den Orchestern spielen Schülerinnen und Schüler der Musikschule, das JSO steht aber auch allen anderen jungen Musikerinnen und Musikern offen.

Am Tag der Deutschen Einheit begeisterten die Bergischen Symphoniker das Publikum.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Getanzter Heiratsantrag auf dem Mühlenplatz
Getanzter Heiratsantrag auf dem Mühlenplatz
Getanzter Heiratsantrag auf dem Mühlenplatz
Trend zum Selbermachen: Wenn Wertloses wertvoll wird
Trend zum Selbermachen: Wenn Wertloses wertvoll wird
Trend zum Selbermachen: Wenn Wertloses wertvoll wird
„Armut ist eines der Hauptprobleme“
„Armut ist eines der Hauptprobleme“
„Armut ist eines der Hauptprobleme“
Welche Kreuzung suchen wir heute?
Welche Kreuzung suchen wir heute?
Welche Kreuzung suchen wir heute?

Kommentare