Prozess

Jugendlicher verrät Richtern das Versteck der Beute

Vor dem Landgericht Wuppertal müssen sich zwei Solinger wegen Raubes verantworten. Archivfoto: lho
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Vor dem Landgericht Wuppertal müssen sich zwei Solinger wegen Raubes verantworten.

Raub in einem Discounter an der Schützenstraße.

Von Dirk Lotze

Solingen. Nach einem Raub mit vorgehaltenem Messer im Juni dieses Jahres in einem Supermarkt an der Schützenstraße liegt die Beute von 1150 Euro womöglich noch in ihrem Versteck im Stadtteil Meigen. Ebenso wie das Tatwerkzeug.

Der 16 Jahre alte Hauptangeklagte verriet am Montag zu Prozessbeginn im Landgericht Wuppertal den Richtern die Stelle. Er und ein 19 Jahre alter, weiterer Solinger gaben die Vorwürfe zu: Sie hätten sich nach einem „eigentlich normalen Abend“ mit Lasagne und gemeinsamer Shisha in der Wohnung der Eltern des Jüngeren zum Überfall entschlossen. Es tue ihnen leid. Der Tatort liegt im selben Wohnviertel. Die Mutter des 16-Jährigen erlitt im Gericht einen Schwächeanfall, als sie das Geständnis ihres Sohnes hörte.

Ihren Aussagen zufolge betraten die Angeklagten kurz vor Ladenschluss das Geschäft. Sie hätten abgewartet, bis der letzte Kunde fort war. Der 16-Jährige sei wie zum Zahlen an die Kasse getreten – und habe dem Kassierer ein Messer vorgehalten. Der ältere Mitangeklagte sei „zum Dabeistehen“ mitgekommen. Auf die Forderungen: „Geld her!“ und „Mach’ die Kasse auf!“ habe der Kassierer das Geld herausgegeben. Dann seien sie geflüchtet. Bei seiner Flucht beschädigte der 16-Jährige die Schiebetür im Eingangsbereich des Geschäfts. Zusammen hätten sie dann Beute und Messer versteckt. Wechselkleidung hätten sie vor der Tat in einem Gebüsch deponiert. Polizisten ergriffen die Angeklagten wenige Meter von der elterlichen Wohnung des 16-Jährigen entfernt, sie erkannten sie anhand einer Beschreibung des Kassierers.

Solingen: Mutter des Angeklagten sackte im Gerichtssaal zusammen

Der 16-Jährige reagierte sichtlich entsetzt, als seine Mutter vor seinen Augen auf ihrem Platz zusammensackte. Er konnte ihr nicht helfen, weil er als Untersuchungshäftling auf der Anklagebank bleiben musste. Angehörige brachten die Frau hinaus. Der vorsitzende Richter fragte nach: „Hat Ihre Mutter bis gerade eben gedacht, dass Sie unschuldig sind? Weil Sie ihr das nicht gesagt haben?“ Der Jugendliche nickte knapp.

Der betroffene Kassierer (27) hörte erleichtert, dass es ein Geständnis gibt und seine Aussage dadurch weniger entscheidend wird: Er habe sich vor dem Auftritt im Zeugenstand gefürchtet, falls sich jemand womöglich später rächen wolle. Den älteren Angeklagten erkenne er als Kunden.

Anhand der Hinweise der Angeklagten sucht die Polizei nun nach der Beute.

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