Tourismus

Jugendherberge Oberburg ist verkauft

Eine zum Jahresende neu gegründete GmbH hat Herberge und Grundstück gekauft. Foto: Michael Schütz
+
Eine zum Jahresende neu gegründete GmbH hat Herberge und Grundstück gekauft.

Herbergswerk ist weiter mit der Stadt über Neubau im Gespräch.

Von Philipp Müller

Solingen. Die Jugendherberge in Oberburg ist vom Deutschen Jugendherbergswerk (DJH), Landesverband Rheinland, verkauft worden. Das bestätigte eine DJH-Sprecherin im Gespräch mit unserer Zeitung.

Wer das Gelände mit Sicht auf Schloss Burg erworben hat, das sage man nicht, Stillschweigen sei vereinbart worden. Nach Informationen unserer Redaktion erwarb eine zum Jahresende neu gegründete GmbH die Herberge nebst Grundstück. Die Geschäftsführung bestätigte den Kauf allerdings nicht und erklärte auch nicht, was aus der Immobilie werden soll.

Dagegen ist ein Neubau einer Jugendherberge im Raum Solingen weiter in der Diskussion. Das DJH sei dazu auch weiterhin mit der Stadt Solingen im Gespräch. Einfach sei ein Standort jedoch nicht zu finden. Es gelte heute, dass eine sehr gute Anbindung ans Netz des Öffentlichen Personennahverkehrs und an die Bahn gegeben sein müsse. Ohne eine solche Voraussetzung sei ein Standort vor allem für Klassenfahrten heute nicht mehr zu vermarkten.

Das Jugendherbergswerk hatte die beiden Solinger Standorte in Gräfrath und Oberburg in den vergangenen Jahren aufgegeben. Eine Renovierung der beiden Häuser schloss das DJH in beiden Fällen nicht nur aus Kostengründen aus. Auch die Lage spielte dabei eine Rolle.

Damit gaben sich die Stadtspitzen im bergischen Städtedreieck nicht zufrieden und sind seitdem mit dem Vorstand des Landesverbands Rheinland im Gespräch. Das Ziel sei eine bessere Versorgung mit Jugendherbergen im Bergischen. Dabei spiele Solingen weiter eine Rolle, erklärte die Sprecherin des Verbands.

Derweil nimmt das DJH auch zaghaft wieder den Betrieb auf. So öffnen sich die Jugendherbergen im Rheinland und NRW ab dem 4. Juli über die Sommermonate mit speziellen Angeboten für Familien und Reisen von Jugendgruppen, die etwa von Vereinen organisiert werden. Stolz ist man auf den Neubau in der Eifel. Am Standort Gemünd Vogelsang ist eine enge Anbindung an den Nationalpark Eifel gegeben. 

Standpunkt

philipp.mueller@solinger-tageblatt.de

Ein Kommentar von Philipp Müller

Die Bestätigung, dass das Deutsche Jugendherbergswerk die alte Wirkungsstätte verkauft hat, hat zwei Wirkungen für den Stadtteil mit seinem Schloss. Auf der einen Seite macht das DJH klar, dass ein Neubau an alter Stelle nicht erfolgen wird. Das hatte sich schon länger abgezeichnet. Zugleich wurde deutlich, dass Oberburg mit seiner Lage abseits aller Bahn- und Busverbindungen als Standort für moderne Jugendherbergen keine Pluspunkte sammeln kann. Und die kann die Stadt dort auch nicht einfach installieren. Die zweite Wirkung ist zunächst ein Vakuum. Denn der vermeintliche Solinger Käufer äußert sich nicht dazu, was mit dem Grundstück passieren soll. Eine Brache, die als Spekulationsobjekt dient, kann sich dort niemand leisten. 

Spätestens 2024 wird sich der Schlossbauverein überregional in ganz neuem Gewand in alten Gemäuern präsentieren. Da dürfen weder die Stadt noch die Burger Privatleute Chancen liegen lassen, um den kommenden touristischen Hotspot nicht zu torpedieren. Es gibt ein Entwicklungskonzept für Burg. Da gehört die Herberge mit rein.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Woolworth öffnet in Ohligs und im Hofgarten
Woolworth öffnet in Ohligs und im Hofgarten
Woolworth öffnet in Ohligs und im Hofgarten
Fünffache Kindstötung in der Hasseldelle: Staatsanwalt hält an Mutter als Täterin fest
Fünffache Kindstötung in der Hasseldelle: Staatsanwalt hält an Mutter als Täterin fest
Fünffache Kindstötung in der Hasseldelle: Staatsanwalt hält an Mutter als Täterin fest
Focher Straße: Im dritten Anlauf wird das Haus abgerissen
Focher Straße: Im dritten Anlauf wird das Haus abgerissen
Focher Straße: Im dritten Anlauf wird das Haus abgerissen
Radfahrer nach Zusammenstoß  verletzt
Radfahrer nach Zusammenstoß verletzt
Radfahrer nach Zusammenstoß verletzt

Kommentare