„Haus des Gamings“

Jugendförderung verstärkt die digitale Arbeit

Die Jugendförderung will mit digitalen Spielangeboten mehr Jugendliche erreichen.Fotos/Montage:Christian Beier
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Die Jugendförderung will mit digitalen Spielangeboten mehr Jugendliche erreichen.

Die Häuser der Jugend haben ein neues Gaming-Angebot.

Von Timo Lemmer

Solingen. Die drei städtischen Häuser der Jugend haben unter Federführung der Jugendförderung ein weiteres Haus gebaut – oder vielmehr eröffnet. Denn beim „Haus des Gamings“ geht es um ein digitales Angebot, das ab sofort jede Woche stattfindet: Das gemeinsame Daddeln von Kindern und Jugendlichen unter Betreuung von Profis. „Wir wollen Computerspiele in den pädagogischen Kontext integrieren und sind stolz darauf, wie sehr wir uns im digitalen Bereich weiterentwickelt haben“, sagt Patricia Stute. Die Sachgebietsleiterin bei der Jugendförderung koordiniert außerdem einen Arbeitskreis zur digitalen Jugendarbeit.

Computerspiele fördern Kreativität, Motorik und Medienkompetenz.

Fabian Sender, Haus der Jugend Aufderhöhe

Die drei Häuser, die sich zusammengeschlossen haben, haben mit Simon Schneider (Gräfrath), Fabian Sender (Aufderhöhe) und Michail Gournelis (Mitte) kompetente Mitarbeiter, die das neue Projekt hauptsächlich betreuen. Sender erklärt das Prinzip: „Wir nutzen die Streaming-Plattform Twitch als Eingang und den Sprachkanal Discord zum Interagieren. Jede Woche stellen wir bei Twitch ein neues Spiel vor, alle können frei zugänglich und kostenlos dabei sein.“ Browser- oder Handy-Spiele wie Among Us oder Gartic Phone sollen ebenso ihren Platz finden wie FIFA oder Fortnite – jeweils altersgerecht. Schneider ergänzt: „Computerspiele, gerade betreut wie bei uns, fördern Teamplay, bieten Wettkampf, schulen soziale Kompetenzen, die Kreativität, die Motorik, einen Sinn für Technik, Medienkompetenz - und vieles mehr.“ Gournelis fügt an: „Wir werden uns nach den Wünschen der Kinder und Jugendlichen richten. Sie sollen etwas über den Inhalt der Spiele, aber auch den Umgang untereinander lernen.“

Die Initiative ist darüber hinaus vor allem ein Baustein einer übergeordneten Strategie: Die Jugendförderung will sich digitaler aufstellen. „Unsere Arbeit ist Lebenswelt-orientiert“, sagt Stute. Was sie meint: „Computerspiele sind Teil der Jugendkultur geworden.“ Wer diese heute noch verteufle, habe schlicht unrecht: „Alle Vorurteile gegen Computerspiele haben sich nicht bewahrheitet.“ Also müsse man einige Kinder und Jugendlichen eben auch im digitalen Raum abholen. „Dabei geht es uns natürlich auch um einen reflexiven Umgang mit Computerspielen. Wann überspanne ich den Bogen? Wir fördern die Medienkompetenz.“ Aber auch die Idee, fortan hybride Veranstaltungen dauerhaft anzubieten, gibt es, sagt Christian Schönenborn, Leiter in Gräfrath: „So verhindert man, dass jemand ausgeschlossen ist. Und auch, wer nur mal ins Haus reingucken will, kann das digital sehr gut.“

Die Jugendförderung an sich solle sich nicht ändern, sondern um digitale Jugendarbeit erweitern. „Beim Ausweiten der Jugendarbeit ist der digitale Raum ein Aspekt“, sagt Patricia Stute. Bei der NRW-Fachstelle für Jugendmedienkultur hat sich die Solinger Jugendförderung daher beim Förderprogramm „Conceptopia“, dass den Untertitel „Jugendförderung geht digitale Wege“ trägt, mit einem Konzept beworben. Es winkt die professionelle Betreuung bei der Ausarbeitung eines umfassenden, medienpädagogischen Konzepts.

Auf der Dorper Straße gibt es derweil bereits den handfesten Makerspace: Hier können junge „Maker“ analog und digital tüfteln, basteln, bauen. „Die Angebote unserer Einrichtungen werden so ständig weiterentwickelt“, sagt Stute. „Wenn Corona vorbei ist, wollen wir diesen Schwung, diese Kompetenz, die wir jetzt aufgenommen haben, mitnehmen.“ Ein Baustein: das Haus des Gamings.

Haus des Gamings

Angebot: Angesprochen werden Kinder und Jugendliche zwischen acht und 16 Jahren. Jeden Donnerstag von 18 bis 18.30 Uhr wird auf Twitch das Spiel des Tages vorgestellt, ehe bis 20 Uhr das gemeinsame Spielen folgt.

Kanal: Jugendförderung und die Häuser der Jugend sind digital erreichbar. Erste Anlaufstelle ist der Twitch-Kanal: www.twitch.tv/haus_des_gamings

Der Solinger Jugendstadtrat traf sich im Januar digital.

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