Ähnliche Zahlen wie 2019

Jugendamt: Zahlen bleiben konstant

Das Jugendamt hat seine Dienststelle im Rathaus. Zur Zeit sind Beratungsgespräche aber nur in einem Flügel des Rathauses möglich. Archivfoto: cb
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Das Jugendamt hat seine Dienststelle im Rathaus. Zur Zeit sind Beratungsgespräche aber nur in einem Flügel des Rathauses möglich. (Archivfoto)

In diesem Jahr gab es von März bis Mai 161 Gefahrensmeldungen und 22 Inobhutnahmen.

Von Katharina Birkenbeul

161 Gefahrensmeldungen und 22 Inobhutnahmen meldet das Jugendamt der Stadt Solingen in den Monaten März bis Mai. Das bedeutet, dass die Zahlen im Vergleich zum Jahr 2019 ähnlich geblieben sind. Dort gab es im gleichen Zeitrahmen eine Gefahrensmeldung mehr und drei Inobhutnahmen weniger. „Diese Schwankungen sind normal“, betont Stadtsprecherin Sabine Rische.

Zu Beginn der Corona-Krise hatten viele Experten und Fachleute darauf hingewiesen, dass häusliche Gewalt steigen könnte. Damit erhöhe sich auch die Gefahr für Kinder und Jugendliche. „Mit 118 Strafanzeigen im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt, sind die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr sogar geringfügig gesunken“, bestätigt Polizeisprecher Stefan Weitkämper.

Solingen: Corona-Lockdown hat in einigen Familien zu Entlastung geführt

„Die Zahlen sind konstant geblieben. Das spricht dafür, dass trotz des eingeschränkten Betriebs Kitas, Schulen und Freie Träger guten Kontakt gehalten haben mit den Familien, um die sich Sorgen machen“, erklärt Rische. Interessant sei zudem, dass in einigen Familien während der Corona-Krise beobachtet werden konnte, dass der Lockdown zur Entlastung geführt habe und das Familienleben gestärkt worden sei, fügt Sabine Rische den konstanten Zahlen erklärend hinzu.

Eine Dunkelziffer ist jedoch nicht ausgeschlossen. Kitas, Schulen und freie Träger waren während der Corona-Zeit geschlossen und hatten dadurch nur begrenzte Möglichkeiten, Kontakt zu den Kindern zu halten. Doch von dort kommen normalerweise die meisten Meldungen zu Gefährdungen von Kindern und Jugendlichen an das Jugendamt. „Die Jugendämter hatten deshalb dringend gefordert, dass die Notbetreuung in Kitas und Schulen auch für Kinder geöffnet wird, die sich in Schutzverfahren befinden.“ Seit dem 3. April sei dies möglich, seit dem 14. Mai auch wieder für Kinder, die unter die Härtefallregelung fallen. Laufende Hilfen wurden von den Trägern trotz coronabedingter Einschränkungen weiterhin geleistet.

Bei der Arbeit zur Corona-Zeit wird beim Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) verstärkt auf Telefon und Mailkontakt gesetzt. Aber: „In der Kinderschutzarbeit ist der persönliche Kontakt ein wichtiges Element“, betont die Stadtsprecherin. Deshalb fanden während der gesamten Zeit weiterhin persönliche Gespräche in Familien statt. Seit dem 25. Mai werden Beratungs- und Krisengespräche auch im Rathaus wieder angeboten. Wichtig sei nun, dass Betreuungsmodelle und Beratungsangebote wieder in den Regelbetrieb kommen, so Rische. Die Homepage der Stadt Solingen weist bei Bedarf auf Beratungsstellen hin (www.solingen.de).

Eine wissenschaftliche Studie der Technischen Universität München mit rund 3800 Frauen kommt zu einem traurigen Ergebnis: Demnach gab es mehr häusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder in der Quarantäne. 

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