Jugend forscht

Sie machen Hanf zu Beton und simulieren das Fahren

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Josefine Zimmermann und Marc Heitzer (v. l.) untersuchen die Unterschiede zwischen normalem Beton und Hanfbeton.

34 Schüler machen im Gründer- und Technologiezentrum beim Regionalwettbewerb mit.

Von Moritz Berger

Solingen. Versuchte man die Stimmung in der Alten Maschinenhalle zu beschreiben, so träfe das Wort wuselig ganz sicher zu. Überall liefen Schülerinnen und Schüler herum, die mal ihr eigenes Projekt vorstellten und dann schnell wieder beim Gegenüber vorbeischauten. Dazwischen mischten sich noch einige Eltern und Lehrer. Das bunte Treiben stand dabei ganz im Zeichen der 20 Projektarbeiten, die beim Regionalwettbewerb von Jugend forscht ausgestellt wurden.

Um ihren Forschergeist und die wissenschaftliche Neugier vor einer Fachjury unter Beweis zu stellen, hatten sich 34 Schüler angemeldet, davon alleine 19 von der Friedrich-Albert-Lange-Schule (Fals). Weitere Teilnehmende kamen aus den umliegenden Städten. Zudem erhielten jene, die am Samstag mit ihrer Idee überzeugen konnten, die Möglichkeit beim Landeswettbewerb anzutreten.

Eines dieser Forschungsprojekte thematisiert das Bauen der Zukunft. So könnte Hanfbeton einen Ausweg aus der Sandkrise bieten, zumindest wenn es nach Josephine Zimmermann und Marc Heitzer ging. Für die beiden 15-jährigen der Fals könnte darin eine Alternative liegen, die auch noch stabiler als herkömmlicher Beton sei, wie erste Hypothesen nahelegten. „Hanf ist umweltfreundlicher und ökologisch sinnvoller“, erklärte Heitzer. Deshalb biete sich an, jenen auch in den Bau zu integrieren um „den Wandel der Städte voranzutreiben“. Vor diesem Hintergrund betonte Zimmermann, dass es „vor allem an der jungen Generation liegt, in diese Richtung zu forschen“.

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Einige Vertreter des wissenschaftlichen Nachwuchses waren an diesem Nachmittag bereits dabei und stellten ihre Projekte vor. „Hier sind schon sehr viele Nerds auf einem Fleck“, betonte Heitzer mit zwinkerndem Auge. Daher mache es Spaß, die vielen Experimente zu sehen und sich mit den anderen Teilnehmenden auszutauschen.

Solche Beobachtungen machte am Samstag auch Sascha Bergfeld, der als Wettbewerbsleiter einen kollegialen Austausch unter den Jugendlichen wahrnahm. „Der Konkurrenzgedanke spielt hier kaum eine Rolle“, erklärte der Lehrer des Humboldtgymnasiums. Dabei seien die Jungforscher alle offen und interessiert gewesen, so dass sie auch nach den anderen Projekten geschaut hätten. Zudem „brennen die Jugendlichen wirklich für ihre Themen“, betonte Bergfeld und verwies auf die vielen guten Projekte.

Ein weiteres Projekt beschäftigt sich mit Ruhe im Klassenzimmer

Für die Fachjury aus Wissenschaft und Forschung sei die Auswahl dementsprechend schwergefallen. „Bei unseren Beratungen geht es hoch her“, berichtete daher der Wettbewerbsleiter angesichts der wenigen Plätze für die Landesebene.

Ein solches Projekt, das den ersten Platz nur knapp verpasst hat, thematisiert Ruhe, oder besser, fehlende Ruhe im Klassenraum. „Gerade während Klausuren können Geräusche von außen ziemlich störend sein“, machte die 17-jährige Fabienne Nguyen klar. Deshalb entwickelte sie gemeinsam mit Julia Belak und Ruben Görtz die Idee, eine ähnliche Lösung wie bei geräuschunterdrückenden Kopfhörern anzuwenden. „Dazu arbeiten wir mit destruktiver Interferenz, wir erzeugen also einen Gegen-Schall“, erklärte Görtz und wies auf das Modell neben ihm hin. So seien in den Rahmen eines Fensters kleine Lautsprecher eingebaut worden, so dass sich bereits „spürbare Erfolge“ hätten messen lassen.

Johannes Fiebig (v. l.) und Levin Müller arbeiten an einer Fahrschulsimulation, bei der schon während der Theorie ein Gefühl fürs Fahren vermittelt werden soll.

Daneben boten Levin Müller und Johannes Fiebig eine Fahrschulsimulation auf, die es erlaube, bereits während der Theorie ein erstes Gefühl fürs Fahren zu bekommen. „Bei uns muss man nicht nur monoton Fragen beantworten“, erläuterte Fiebig. Dazu hatten die beiden Schüler der Fals den Quellcode eines Computerspiels verändert. Eines von 20 Projekten, die an diesem Nachmittag in Präsenz vorgestellt wurden.

Nur eine weitere Veranstaltung der mehr als 120 Regionalwettbewerbe von Jugend forscht bundesweit setzte auf die Anwesenheit der Jugendlichen und wurde nicht in digitaler oder hybrider Form durchgeführt.

Jugend forscht

Wettbewerb: Bereits zum 26. Mal richtete das Gründer- und Technologiezentrum den Regionalwettbewerb von Jugend forscht im Gründer- und Technologiezentrum aus. Seit 2017 wird dazu ein Sonderpreis der Solinger Wirtschaft an Schulen vergeben. In diesem Jahr erhielten die Theodor-Heuss-Schule, die Alexander-Coppel-Gesamtschule und das Mildred-Scheel-Berufskolleg jeweils 1000 Euro. Die Grundschulen Am Rosenkamp, Meigen, Südstraße und Wiener Straße wurden mit je 500 Euro bedacht.

Projekte: Die Solinger Projekte verpassten den Regionalsieg knapp. Die Lösung für laute Klassenzimmer erhielt den 2. Platz im Fachbereich Physik, das Projekt Hanfbeton landete auf dem 3. Platz im Gebiet der Arbeitswelt.

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