Neues Projekt

Jugend- und Drogenberatung: „Wir kämpfen zurzeit an vielen Fronten“

Anja Hufschmidt blickt auf einen turbulenten Start als Leiterin der Jugend- und Drogenberatung zurück. Foto: Christian Beier
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Anja Hufschmidt blickt auf einen turbulenten Start als Leiterin der Jugend- und Drogenberatung zurück.

In der Jugend- und Drogenberatung gab es zuletzt einige personelle Veränderungen.

Von Kristin Dowe

Solingen. Anja Hufschmidt hat die Leitung der Solinger Jugend- und Drogenberatung im Juli in bewegten Zeiten übernommen: „Wir hatten im vergangenen Jahr sechs Abgänge zu verzeichnen. Das war zeitweise schon schwierig zu händeln – vor allem weil die Stellenausschreibungen und Nachbesetzungen alle neben der Corona-Pandemie organisiert werden mussten“, blickt sie zurück. Unter anderem war der langjährige Leiter Norbert Schäfer in Rente gegangen. Zwischenzeitlich hatte der Pfarrer Bernd Reinzhagen die Geschäftsführung übernommen, der aber inzwischen ausgeschieden ist.

Jetzt sei das Team – bis auf eine noch anstehende Veränderung, auf die Anja Hufschmidt aus internen Gründen noch nicht näher eingehen möchte – soweit komplett. „Wir konnten das operative Geschäft soweit aufrechterhalten, aber wir kämpfen gerade an vielen Fronten.“

Das neue Team habe erst mal zusammenwachsen müssen und biete die Beratungstermine derzeit in Präsenz unter der Maßgabe 3G an. In Bezug auf die Hilfesuchenden lasse sich feststellen: „Durch die Kontaktbeschränkungen haben sich die Probleme in den Familien verstärkt und die Stimmung teilweise verschlechtert.“ Jugendliche seien durch das Homeschooling zudem schwieriger ansprechbar gewesen.

Solingen: Projekt will Betroffenen auf Augenhöhe begegnen

Doch das Team will nun nach vorne blicken und unter anderem ein Projekt weiterentwickeln, das durch die Pandemie ins Stocken geraten war. Der Kerngedanke dabei ist, Betroffene aus der Szene bei einem Runden Tisch mit anderen Akteuren auf kommunaler Ebene in Entscheidungsgremien miteinzubinden. „Es geht uns darum, Probleme gemeinsam zu lösen und auch bei den Betroffenen Verständnis dafür zu wecken, dass es manchmal einen gewissen Unmut in der Bevölkerung gegen sie gibt. Wir möchten nicht über die Suchtkranken, sondern mit ihnen sprechen“, so Hufschmidt. „Die Bedürfnisse von allen Seiten kommen dabei auf den Tisch.“

47 Ballons setzen Zeichen für Suchtkranke.

Zu dem Konzept gehöre, dass die Betroffenen kleine gärtnerische Aufgaben im Stadtgebiet übernehmen. Auf den Weg gebracht wurde das Projekt bereits 2019. „Als dann Corona kam, waren die Gruppenarbeiten nicht mehr möglich. Jetzt kommen wir da allmählich voran.“ Die Nachfrage nach Hilfe sei in der Einrichtung während der Pandemie tendenziell gestiegen. „Es ist gut möglich, dass Corona Suchtprobleme verstärkt hat. In der Drogenberatung haben wir eine Warteliste.“

Telefonisch ist die Jugend- und Drogenberatung von Montag bis Freitag, 9 bis 12.30 Uhr, sowie dienstags und donnerstags auch von 14 bis 16 Uhr zu erreichen. Jugendliche Hilfesuchende und deren Eltern können sich auch online beraten lassen. Alle Infos dazu gibt es auf der Internetseite.

judro-solingen.de

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