Bundespolitiker trifft lokale Experten

Jürgen Hardt macht sich Sorgen um den heimischen Wald

Bernd Krebs (v. l.), Paul Westeppe, Norbert Feldmann, Markus Schlösser und Jürgen Hardt sahen sich gemeinsam den Wald an. Foto: Michael Schütz
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Bernd Krebs (v. l.), Paul Westeppe, Norbert Feldmann, Markus Schlösser und Jürgen Hardt sahen sich gemeinsam den Wald an.

Dass die Lage im Wald ernst ist, wie Markus Schlösser von der städtischen Wald- und Landschaftspflege untermauerte, war Jürgen Hardt freilich nicht neu.

Von Timo Lemmer

Solingen. Das Thema sei längst in Berlin angekommen. Der CDU-Bundestagsabgeordnete für Solingen, Remscheid und Teile Wuppertals informierte sich bei einer Waldbegehung mit Schlösser, Norbert Feldmann (Wassermanagement der Stadtwerke) sowie den CDU-Lokalpolitikern Paul Westeppe und Bernd Krebs rund um die Sengbachtalsperre indes über die Nöte vor Ort.

So hatte Hardt unter anderem umgetrieben, warum 1,5 Milliarden Euro Fördergelder – für dieses und kommendes Jahr aus Bundes- und Landesmitteln für Wald und Holz vorgesehen – bislang nur zögerlich abgerufen werden. Bürokratische Hemmnisse müssten abgebaut werden, und es herrscht der Wunsch danach, Bundes- und Landesmittel gleichermaßen beanspruchen zu dürfen, nahm Hardt mit.

Hardt verdeutlichte, dass ihn die Problematik um den Wald Sorgen bereite. Der Bundespolitiker erkundigte sich bei den Solinger Experten über den hiesigen Zustand, ließ sich umherführen und sah sich die Negativ-Beispiele an. Schlösser: „Die Lage ist dramatisch. Erst Trockenheit, dann Borkenkäferbefall. Das ist völlig außer Kontrolle geraten, aber das Cluster aus Wald und Holz hat leider keine Lobby. Die Förderung darf nicht so kompliziert sein, und wir brauchen mutige Entscheidungen.“ Er verwies auf die vielfachen Funktionen des Waldes – und die finanziellen Schwierigkeiten, die insbesondere Großstädte mit den Wäldern haben.

Feldmann trug währenddessen vor, warum es für Solingen wichtig sei, Mittel breiter zu streuen: Den Stadtwerken gehören aktuell rund 30 Prozent der Bäume im Schutzgebiet rund um die Talsperre. Da man den Wald aber unbedingt nachhaltig fit für die Zukunft machen wolle – mit Blick auf wasserbetrieblich günstige Baumarten –, sei es sehr wichtig, sich die anderen 70 Prozent vom Land „nach und nach anzueignen“. Feldmann: „Fördermittel würden den Prozess natürlich deutlich beschleunigen. Wir sehen aktuell den historischen Moment, in dem ein großer Befreiungsschlag im Sinne eines nachhaltigen Walds möglich wäre.“

Hardt bekam die dutzendweise kaputten Fichten rund um die Talsperre gezeigt. Schlösser gab den Wunsch mit, dass bei der Wiederaufforstung auch andere Baumarten als die heimischen verwendet werden dürfen: „Es kann nicht sein, dass wir genötigt werden, jetzt Buchen zu pflanzen, wenn das Klima in 80 oder 100 Jahren komplett anders ist.“

Das Fichtensterben ist besonders rund um die Müngstener Brücke zu erkennen.

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