Mahnmal vor dem Rathaus

Jüdische Kultusgemeinde kritisiert - Rotarier wollen Skulptur „neu bewerten“

Die Pläne für die Skulptur sorgen für Kritik. Entwurf: Rotary Club Solingen
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Die Pläne für die Skulptur sorgen für Kritik.

Die geplante Skulptur des Rotary Club Solingen gegen Rassismus stößt bei der Jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal auf Ablehnung.

+++Update vom 25.2.2021, 15.50 Uhr +++ Solingen. Der Rotary Club Solingen reagiert auf die Kritik an dem geplanten Mahnmal „Handschlag der Kulturkreise“. Ralf Götting, Präsident des Clubs, schreibt: „Wir nehmen die vielfältigen Meinungsäußerungen zum Anlass, die Skulptur nochmals zu bewerten und werden den bereits laufenden Dialog mit allen Interessierten intensiv weiterführen und vorantreiben.“ Der Club werde sich im weiteren Diskussionsprozess um eine von breiter Mehrheit getragene Lösung bemühen.

Wie berichtet wird es im März ein Gespräch zwischen den Rotariern und Kritikern der Skulptur geben. Der Rotary Club Solingen halte es nach den Anschlägen in Halle und Hanau für wünschenswert und notwendig, gerade auch hier in Solingen ein Zeichen für Toleranz und gegen Diskriminierung, gegen Rassismus zu setzen, so Götting weiter. Aus dieser Motivation heraus sei das Mahnmal entstanden. Nach der Veröffentlichung der geplanten Skulptur im Solinger Tageblatt seien „die unterschiedlichsten Meinungen, Hinweise und Anregungen, aber auch Kritik an uns herangetragen worden“. Dies habe der Club aufmerksam zur Kenntnis genommen und verstanden. „Uns ist bewusst, dass dieser Prozess auch eine Auswirkung auf das Mahnmal und seine Gestaltung haben kann und seine Realisierung hierdurch verzögert wird.“ Leonid Goldberg, Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde, hatte die Gestaltung der Skulptur in einem offenen Brief scharf kritisiert (siehe unten). -bjb-

Artikel vom 24. Februar 2021

Jüdische Kultusgemeinde kritisiert Skulptur

Solingen. In einem offenen Brief schrieb der Vorstandsvorsitzende Leonid Goldberg am Mittwoch von einer „schier unerträglichen und für den Betrachter nicht verständlichen Vermischung von politischen und religiösen Symbolen“. Besonders die erhobene Faust – die laut Rotary Club für „Black Power“ und „Black Lives Matter“ stehen soll – ist aus Sicht der Jüdischen Kultusgemeinde „nicht geeignet für eine Darstellung des Wunsches nach einem offenen, freien und friedlichen Miteinander der Religionen“.

Solingen: Geplante Skulptur erinnert an Kräftemessen

Die Faust sei auch von kommunistischen Unrechtsregimen verwendet worden. „Der Vorstand und der Gemeinderat möchten sich eindeutig sowohl von der durch den Rotary Club Solingen geplanten Skulptur ,Handschlag der Kulturkreise‘ als auch von der nicht eindeutigen Botschaft dahinter distanzieren“, heißt es in dem Brief. Auch würde der Handschlag insgesamt eher an ein Kräftemessen erinnern.

Fazit der Kultusgemeinde: Der Satz „Das Gegenteil von gut ist: Gut gemeint“ habe sich hier bewahrheitet. Kritik an der Skulptur hatte es bereits vor rund zwei Wochen vom Solinger Kunstverein gegeben – diese bezog sich allerdings vor allem auf einen möglichen Standort vor dem Rathaus. Dort steht ein Denkmal des Bildhauers Ulrich Rückriem, das der Kunstverein 2013 mit Hilfe von Spenden errichtet hatte. „Das gut gemeinte neue Denkmal aus zwei Meter hohem Stahl passt überhaupt nicht zu der Architektur des Rathauses, aber erst Recht nicht zu der Skulptur von Rückriem“, schrieb der Kunstverein. Der Kunstverein hatte bereits angekündigt, mit Rotary und Stadt das Gespräch zu suchen. Im März soll es eine Gesprächsrunde zwischen den Rotariern und den Kritikern der Skulptur geben. -bjb-

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