Landtagswahl NRW 2022 in Solingen

Josef Neumann (SPD) will die duale Ausbildung stärken

Josef Neumann, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, vor dem Städtischen Klinikum. Er kritisiert den Landeskrankenhausplan der schwarz-gelben Landesregierung und fordert einen Neustart in der Gesundheitspolitik.
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Josef Neumann, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, vor dem Städtischen Klinikum. Er kritisiert den Landeskrankenhausplan der schwarz-gelben Landesregierung und fordert einen Neustart in der Gesundheitspolitik.

Das Solinger Tageblatt stellt die Kandidaten für die Landtagswahl am 15. Mai im Porträt vor. Heute: Josef Neumann von der SPD. Er kandidiert im Wahlkreis Solingen II.

Von Björn Boch

Solingen. Seit 2010 sitzt Josef Neumann für die Sozialdemokraten im Landtag. Seine Schwerpunktthemen: Sozialpolitik und Arbeitsmarkt. Außerdem ist der 61-Jährige gesundheitspolitischer Sprecher seiner Fraktion. Diese Themen möchte er in der nächsten Legislaturperiode weiter verfolgen: „Verlässlich und engagiert, so wie mich die Menschen seit zwölf Jahren kennen.“

Der frühere Geschäftsführer der Solinger Lebenshilfe bewirbt sich erneut im Wahlkreis Solingen II / Wuppertal III um das Direktmandat. Er ist einer von acht Kandidatinnen und Kandidaten (). Als eine der großen Herausforderungen sieht er den demografischen Wandel. Neumann: „Wir müssen die Infrastruktur dafür vorbereiten. Fast eine Million Menschen in NRW seien pflegebedürftig, bald sind es wohl 1,5 Millionen. „Und davon werden drei Viertel zu Hause gepflegt, vor allem von Frauen. Die müssen wir entlasten.

Landtagswahl NRW

Ein zweites großes Thema, das auch mit der aktuellen Situation vieler Geflüchteter zusammenhängt, ist der Fachkräftemangel. Zum einen sei es wichtig, den aus der Ukraine geflüchteten Menschen schnell Integrationsangebote zu machen, wozu die Anerkennung der Abschlüsse zähle und damit der Zugang zum Arbeitsmarkt. „Das dauert heute bis zu eineinhalb Jahre. Das geht nicht.“ Zum anderen kämen gerade viele junge Menschen, darunter Mütter mit ihren Kindern. „Sie brauchen Schul- und Kitaplätze.“

„Wir werden viele Hände brauchen, die Solarzellen aufs Dach bringen.“

Josef Neumann, SPD

Mit Zuwanderung allein sei der Fachkräftemangel nicht zu beheben. Neumann, selbst ausgebildeter Betonstein- & Terrazzohersteller, will die dualen Ausbildungsberufe stärken. Diese spielten auch eine zentrale Rolle bei der Energiewende. „Wir brauchen viele Hände, die Solarzellen aufs Dach bringen und Wärmepumpen in die Häuser.“ Zur Energiewende gehöre, wieder vermehrt Dinge im Bergischen zu produzieren und die Infrastruktur der Berufsschulen zu verbessern. Das Bergische Land sei eine starke Region mit dem Rückgrat Industrie. „Wir sind auch stark geblieben, als anderswo die Dienstleistungen zusammengebrochen sind.“

Landtagswahl 2022 in Solingen: Kandidaten, Ergebnisse, Wahlkreis 34

Mehr heimische Produktion sei auch die Antwort auf Probleme in den globalen Lieferketten. „Wir erleben bereits jetzt, dass bestimmte Krebsmedikamente fehlen. Wir haben da eine grundgesetzliche Verpflichtung“, betont Neumann. Gerade im Gesundheitswesen dürfe der Markt daher nicht bestimmend sein. „Es kann nicht sein, dass manche Krankenhäuser ein Geschäftsmodell sind. Sie müssen Daseinsvorsorge sein.“ Nicht umsonst kämpfe die SPD gegen die derzeitige Landeskrankenhausplanung der schwarz-gelben Landesregierung.

Das Städtische Klinikum Solingen sieht er gut aufgestellt. „Natürlich muss so ein Haus wirtschaftlich sein und Geld verdienen. Aber das Geld muss im System bleiben.“ Renditeerwartungen von Aktionären im Gesundheitswesen seien falsch. Und Solingen in der Pandemie ohne die Spezialklinik Bethanien, das möchte er sich lieber nicht vorstellen.

Als Erfolge für sich und die SPD in der Landespolitik sieht er den Stärkungspakt Stadtfinanzen, von dem Solingen stark profitiert habe, oder das Programm „Gute Schule 2020“. Und auch Verdienste in der Wirtschaftsförderung: Für die Ertüchtigung des Rasspe-Geländes, auf dem sich bald wieder Firmen ansiedeln, habe er mit dem damaligen Finanzminister Norbert Walter-Borjans die Gespräche geführt.

Dem geflügelten Wort seines Parteigenossen Franz Müntefering, wonach Opposition „Mist“ sei, mag Neumann nicht folgen. Mit Fachwissen sei selbst in der Opposition einiges zu erreichen. „Regieren ist aber besser, weil man schneller Entscheidungen treffen kann.“

Kandidaten

Zur Person: Josef Neumann, 61 Jahre, geschieden, Vater von drei Kindern. SPD-Landtagsabgeordneter seit 2010, zuvor Geschäftsführer der Lebenshilfe. Vorsitzender von „Trans-Europa“, stellvertretender Vorsitzender der Parlamentariergruppe „Polen, Mittel- und Osteuropa, Baltikum“ sowie gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion.

Mitbewerber: Gute Chancen auf das Direktmandat im Wahlkreis Solingen II/Wuppertal III hat neben Neumann Anja Vesper (CDU). Diese beiden stellen wir in Porträts ausführlich vor. Weitere Bewerber im Wahlkreis: Eva Miriam Fuchs (Grüne), Jessica Bremes (FDP), Otto Feist (AfD), Till Sörensen (Linkspartei), Judith Röder (Die Partei) und Gina Nießer (Volt).

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