Konzert

„Solingen jazzt“ begeistert Cobra

Klaas Voigt (2. von rechts) hatte mit seiner Formation „First Klaas Quintett“ zu Solingen jazzt in die Cobra eingeladen. Foto: Michael Schütz
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Klaas Voigt (2. von rechts) hatte mit seiner Formation „First Klaas Quintett“ zu Solingen jazzt in die Cobra eingeladen.

Viel Applaus gab es für eine dichte und abwechslungsreiche Show

Von Karl-Rainer Broch

Solingen. Die Begrüßung der gut 80 Jazz-Interessierten für die Musiker des First Klaas Quintetts in der Cobra-Halle war am Freitagabend herzlich. Man merkte sowohl den Zuhörern im Saal als auch den Akteuren auf der Bühne an, dass sie froh waren, die Lieder live zu erleben und bei den Solo-Parts auch nicht mit Beifall zu geizten. Das war beim letzten Konzert, das man im Internet verfolgen konnte, trotz aller Qualitätsmerkmale nicht möglich. Die Atmosphäre am heimischen Bildschirm war zu steril, um unmittelbare Begeisterung auszulösen.

„Jazz muss man unmittelbar erleben“, meinte ein Zuhörer, und das war zuletzt vor einem Jahr – ebenfalls in der Cobra-Halle – möglich. Bandleader Klaas Voigt versprach, die Reihe „Solingen jazzt“ fortzusetzen, dann wegen Corona nicht in der engen Kantine, sondern voraussichtlich Ende September im großen Saal: „Wir wollen dann die Klassiker auspacken und uns den richtigen Mood reinzwingen.“

Von der fünfköpfigen Stammbesetzung standen nur Trompeter Jan Schneider und Saxofonist Klaas Voigt auf der Bühne, aber die Gastmusiker Dirk Schaadt (Keyboard), Martin Furmann (E-Bass) und Drummer Marcus Möller hatten schon öfter die Formation verstärkt und waren daher keine unbekannten Größen.

„Jazz muss man unmittelbar erleben.“

Ein Besucher von Solingen jazzt

Klaas Voigt und Dirk Schaadt hatten nicht nur Eigenkompositionen ins Programm genommen, sondern begeisterten das Publikum auch mit Fundstücken aus der Jazz-Geschichte. So kündigte der Bandleader das Stück „Palladium“ von Weather Report so an: „Das haben wir bei Solingen jazzt noch nie gespielt“, und es wurde auf der Bühne zu einem sinnlichen Klangerlebnis. Klaas’ „Caribbian Soul“ entwickelte in der aktuellen Variante einen ganz neuen Sound, als er mit Querflöte und Jan Schneider mit gestopfter Trompete die Zuhörer nach Mittelamerika entführten. Das war auch bei „Strasbourg St. Denis“ zu hören, ein Stück aus dem letzten Videokonzert, damals ohne Jan Schneider.

Auch bei dem First Klaas-Stück „The Drift“ zelebrierte Voigt die Musik mit akzentuierten Pausen, indem er seine Mitspieler aufforderte: „Alles schön langsam.“ Einer der Höhepunkte am Freitag war Dirk Schaadts Eigenkomposition „Eddie Likes it“, in dem er seinem Tasteninstrument vollen Raum gab, begleitet vom Bass und endend mit einem Furioso aller fünf Jazz-Musikanten.

Eine Hommage an den letzte Woche verstorbenen Rolling Stones-Schlagzeuger Charlie Watts gab es auch. Nicht nur, dass Bassist Martin Furmann mit einem Rolling Stones-T-Shirt auf die Bühne kam, Schlagzeuger Marcus Möller – von Experten freundlich Trommelmöller genannt – baute in seine Drummer-Begleitung den berühmten Rhythmus von Watts ein: „Er hat bei seinem treibenden Beat auf 2 bis 4 Lücken gelassen und es geschafft, den Rhythmus nicht zu unterbrechen.“

Was die Konzerte des First Klaas-Quintetts so erfolgreich macht, ist die erstaunliche Tatsache, dass jedes Stück eine eigene spezifische Präsenz erhält, es dadurch nie langweilig wird. Dabei liebt Klaas die großen Effekte beim Abschluss und steuerte als Dirigent auch die verschiedenen Einsätze bei den Soli. Deshalb sprang zum Beispiel „Gut gelaunt“ mit seinem fröhlichen Rhythmus die versprochene gute Laune auch auf die Jazz-Freunde im Saal über. Bei Bassist Martin Furmann imponierte die virtuose Fingerführung, er unterstützte Jan Schneider am Flügelhorn beim Klassiker „Stolen Moments“ von Oliver Nelson mit getragenem Rhythmus. Nach der fälligen Zugabe mit „La Fiesta“ von Chick Corea, einem weiteren Knaller, trat man begeistert den Heimweg an.

Solingen jazzt

Das First Klaas Quintett unter der Leitung von Klaas Voigt spielt in der Reihe „Solingen jazzt“ regelmäßig am vierten Donnerstag im Monat in der Kantine des Cobra-Kommunikationszentrums – vorläufig aber in der Cobra-Halle.

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