Ein Jahr nach dem Hochwasser

Freibad Ittertal: Baby-Schwimmbecken wird nicht repariert

Hartmut Lemmer im Technikraum der Anlage. Dort wurde nach dem Hochwasser viel repariert.
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Hartmut Lemmer im Technikraum der Anlage. Dort wurde nach dem Hochwasser viel repariert.

Die Freibad-Anlage hat Schäden von 460 000 Euro davongetragen.

Von Philipp Müller

Solingen. Hartmut Lemmer, den Vorsitzenden des Fördervereins Ittertal, bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Aber beim Gang über das Gelände im Ittertal mit Freibad, Gebäuden und Eislaufbahn ahnt man schon, welchen Kummer er noch hat. Auf mittlerweile 460.000 Euro belaufen sich die Schäden aus der Nacht des Hochwassers vom 14. auf den 15. Juli 2021. Noch nicht einmal die Hälfte ist bisher bezahlt, auch sind nicht alle Schäden beseitigt. Im früheren Schwimmerheim sieht es teilweise fast noch genauso aus, wie es sich am Morgen des 15. Juli darstellte, als die Itter langsam zurückgegangen war.

Nicht alles wird wieder aufgebaut werden können. So ist das Baby-Schwimmbecken für immer verloren. Es soll einem Matsch-Spielplatz weichen. Dafür hofft der Verein auf insgesamt 20 000 Euro an Spenden. Spenden seien überhaupt nach dem Flutereignis wichtig gewesen, sagt auch Christian Gundlack vom Förderverein. Er ist zugleich auch Geschäftsführer der gemeinnützigen GmbH Neue Arbeit Ittertal, die viele Aufgaben in der Sport- und Freizeitanlage übernimmt.

Der Vorsitzende des Fördervereins im Schwimmerheim. Es wird jetzt saniert.

Durch die Gönner im Hintergrund konnte die Technik des Freibades, die noch aus dem Jahr 1975 stammt, schnell repariert werden. Trotz des Alters seien noch Ersatzteile verfügbar gewesenen, erklären Lemmer und Gundlack. Freibäder mit ganz modernen, komplizierteren Anlagen seien bis heute teilweise noch nicht wieder in vollem Betrieb. Lemmer verweist auch auf die vielen Mitglieder aus den Vereinen, die die Sportmöglichkeiten nutzen und nach dem Hochwasser tatkräftig mit angepackt hätten.

Die Schäden waren zum Teil versichert, erklärt Lemmer. Doch auch Hilfen aus dem Wiederaufbaufonds des Bundes und Landes habe der Verein in Anspruch genommen. Als Sportstätte erhält das Ittertal da 90 Prozent. Wer die verblieben 10 Prozent trägt, ist nicht gesichert. Doch bisher sind erst 200 000 Euro reguliert.

Zugangswege zur Sport- und Freizeitanlage werden saniert

Noch sind zwei große Baustellen offen. Die Kosten liegen bei rund 260 000 Euro. Die Straße zum Gelände und die Umfassungen der Eislaufbahn müssen saniert werden. Dafür liegen noch nicht alle Kostenvoranschläge und Gutachten vor – außerdem ist die Finanzierung nicht geklärt.

Auch das erzählt Lemmer eher gelassen, die Sorgen merkt man ihm trotzdem an. Lieber spricht er aber über die Taucher, die nun mit eigener Kraft das Schwimmerheim zu einem Treff umbauen und sanieren wollen. Für Lemmer und Gundlack geht der Blick eben immer nach vorne. Mit dem eigenen Brunnen können die beiden Becken gefüllt werden, eins fasst eine Million Liter, das andere deren zwei. Lemmer zeigt die neuen, grünen Zäune, die als Ersatz bereits das Gelände wieder einfrieden. Über die Itter geht eine Brücke, sie war früher einmal ein zweiter Zugang zum Freibad. Kann man den vielleicht irgendwann wieder öffnen? Lemmer und Gundlack gehen im Ittertal die Projekte nicht aus.

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