Kulturaustausch

Israelische Künstler stellen in den Güterhallen aus

Oberbürgermeister Tim Kurzbach begrüßte die Gäste in der Galerie der Oberbürgermeister im Altbau des Rathauses. Foto: Tim Oelbermann
+
Oberbürgermeister Tim Kurzbach begrüßte die Gäste in der Galerie der Oberbürgermeister im Altbau des Rathauses.

Kunstaustausch mit Solingens Partnerstadt Ness Ziona.

Von Moritz Berger

Solingen. Ein buntes Potpourri aus Gemälden und plastischen Arbeiten lädt seit Sonntag zur Auseinandersetzung mit der vielfältigen Bedeutung von Orten ein. Dazu präsentieren die beiden israelischen Künstler Yossi Regev und Varda Meidar in der Ausstellung „Makom – Orte – Places“ ihre Werke.

Die Schau in der Galerie SK findet im Zuge eines Kulturaustausches statt. Diesen initiierte der Verein Solinger Künstler mit Kunstschaffenden aus der israelischen Partnerstadt. Somit verbindet sich mit der Ausstellung in den Güterhallen zugleich auch der lange erwartete Gegenbesuch aus Ness Ziona. Bereits im November 2019 konnten dort Solinger Künstler ihre Arbeiten präsentieren. Aufgrund der Einschränkungen durch die Pandemie musste die Werkschau mehrere Male verschoben werden. Umso glücklicher wirkt Sabine Smith vom Verein Solinger Künstler, dass die Gemälde und Plastiken nun zu sehen sind. Am Sonntag wurde die Ausstellung mit einer Vernissage feierlich eröffnet.

Kunstwerke geben Einblick in das Leben in Ness Ziona

Zu diesem Anlass sprach Bürgermeister Thilo Schnor darüber, mit welcher Freude und Herzlichkeit die Solinger Künstler in Ness Ziona empfangen wurden. Gleichzeitig sei er dankbar über die Möglichkeit der persönlichen Begegnung mit Varda Meidar und Yossi Regev. Ihre Kunst ermögliche es, „die Welt mit anderen Augen zu sehen“. Die Werke der beiden zeigen viel Persönliches und geben Einblicke in das Leben in Ness Ziona.

So bewegt sich Meidar bei ihren Plastiken zwischen Heimat, Zuflucht und den eigenen Wurzeln. In die Gemälde von Regev fließen dabei vor allem Eindrücke aus seiner Umgebung ein, wofür er eine Art Beobachterposition einnimmt. Gleichzeitig gehören die beiden Israelis der „zweiten Generation“ an und sind damit Kinder von Holocaust-Überlebenden aus Polen.

Vor diesem Hintergrund erinnerte auch Sylvia Löhrmann an die Shoah als „größtes Menschheitsverbrechen“. Als Generalsekretärin des Vereins 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland hob sie deshalb bei der Vernissage hervor, dass die jüdische Kultur „geradezu konstitutiv“ für Deutschland sei. Insbesondere Offenheit und Begegnung helfen dabei, Antisemitismus vorzubeugen. So sei gerade die Kunst „interkulturell und grenzüberschreitend“, sagte Löhrmann.

Der Ausstellungstitel „Makom“ kommt aus dem Hebräischen und beschreibt einen Ort, der nicht selten erst durch die Erinnerung an ihn seine Bedeutung erlangt. Meidar und Regev verarbeiten in ihrem künstlerischen Werk die Suche nach ihren Wurzeln und nach einem Lebens-Ort.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Müllabfuhr: Für 195 Straßen in Solingen gelten besondere Regeln
Müllabfuhr: Für 195 Straßen in Solingen gelten besondere Regeln
Müllabfuhr: Für 195 Straßen in Solingen gelten besondere Regeln
Walder Gemeinde sucht weiter Investoren
Walder Gemeinde sucht weiter Investoren
Walder Gemeinde sucht weiter Investoren
Altglascontainer dürfen auch in einer Parkbucht stehen
Altglascontainer dürfen auch in einer Parkbucht stehen
Altglascontainer dürfen auch in einer Parkbucht stehen
Corona: Weiterer Todesfall - Inzidenz steigt auf 1272,7
Corona: Weiterer Todesfall - Inzidenz steigt auf 1272,7
Corona: Weiterer Todesfall - Inzidenz steigt auf 1272,7

Kommentare