Freiwillige Helfer aus Solingen

Internationaler Bund rechnet mit neuer Flüchtlingswelle im Herbst

Freiwillige des IB helfen in Krakau. Die Stadt ist rund 250 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.
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Freiwillige des IB helfen in Krakau. Die Stadt ist rund 250 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.

Internationaler Bund Solingen engagiert sich in Krakau und unterstützt den IB Polska. Die Arbeit in Polen hat sich seit Beginn des Ukraine-Krieges komplett geändert.

Von Björn Boch

Solingen/Krakau. Seit Beginn des Krieges in der Ukraine schickt der Internationale Bund (IB) immer wieder Helferinnen und Helfer nach Krakau. Für viele Menschen aus der Ukraine ist das Nachbarland Polen erste Station der erzwungenen Flucht. „Ende Februar hat sich die Arbeit unserer Stiftung komplett geändert“, berichtet Grzegorz Grzonka vom IB Polska.

Seine Organisation verteilt Hilfsgüter in einem ehemaligen Einkaufszentrum, ist aber auch Anlaufstelle für Beratung in Berufs- und Rechtsfragen. Hunderte Helfer hätten anfangs rund um die Uhr gearbeitet. Derzeit sei es etwas ruhiger, aber viel zu tun gebe es immer noch. „Wir bereiten uns vor auf Herbst und Winter, denn wir rechnen dann mit einer neuen Welle von Flüchtlingen“, so Grzonka. Krakau, nur rund 250 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Rund 120 000 Personen hat allein der IB Polska dort unterstützt.

Beeindruckend sei vor allem die weltweite Solidarität

Jede Woche kämen neue Freiwillige, so Grzonka. „Das hilft uns sehr.“ Unter den Helferinnen und Helfern sind auch immer wieder Menschen aus dem Bergischen Land. Als erste Solingerin des IB war nun Dea Francesca Papallo in Krakau. Normalerweise arbeitet sie im Jugendmigrationsdienst des IB und an der Grundschule Uhlandstraße. Vorige Woche half sie in Krakau, Hilfsgüter zu verteilen. „Ich kann diese Erfahrung nur wärmstens weiterempfehlen“, berichtet sie in einem Videotelefonat aus Polens zweitgrößter Stadt.

Beeindruckend sei vor allem die weltweite Solidarität, unglaublich viele Helfer zum Beispiel aus Italien, den USA, aber auch aus Singapur und Nigeria seien vor Ort. Ein nigerianischer Student, der zuerst in seinem Heimatland und dann in Kiew Medizin studierte, ist seit dem ersten Tag Helfer beim IB Polska.

Wie ernst es Papallo mit der Hilfe ist, zeigt ihre Anreise: „Weil es keine Flüge mehr gab, ist sie zwei Tage lang mit dem Bus unterwegs gewesen“, berichtet IB-Betriebsstättenleiter Micha Thom, der auch Papallos Kolleginnen und Kollegen lobt. Das Engagement sei nur möglich, weil diese Mehrarbeit auffingen. Der IB habe ab Kriegsbeginn Spenden gesammelt, IB-intern gebe es großes Interesse, das Projekt in Polen zu unterstützen – nicht nur mit Geld- und Sachspenden, sondern auch mit Personal. Thom: „Dea Francesca Papallo ist zwar die erste Solingerin, muss aber nicht die letzte gewesen sein.“

Der internationale Bund bietet auch Deutschunterricht für Geflüchtete aus der Ukraine an.

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