Kirche

Integration auf Augenhöhe

Die Initiatoren der Kinderkirche, Andreas und Esther Wiltzer, pusteten mit Oberbürgermeister Tim Kurzbach die Geburtstagskerzen aus. Foto: Moritz Alex
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Die Initiatoren der Kinderkirche, Andreas und Esther Wiltzer, pusteten mit Oberbürgermeister Tim Kurzbach die Geburtstagskerzen aus.

Kinderkirche feiert zehnjähriges Bestehen

Von Andreas Erdmann

Solingen. Mit einem bunten Fest feierten rund 120 Kinder und Eltern das zehnjährige Bestehen der Kinderkirche Solingen an der Merscheider Straße. „Danke dafür, dass Sie zehn Jahre lang für uns da waren“, sprach Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) im Namen der Stadt zu dem Gemeindepfarrer-Ehepaar Esther und Andreas Wiltzer – sie initiierten die Kinderkirche – und zu den 30 ehrenamtlichen Mitarbeitern. „Danke dafür, dass Sie nicht nur reden, sondern tatkräftig anpacken. Für Sie alle ist Glaube, Liebe, Hoffnung nicht nur eine Formel, Sie leben dies.“ Kurzbach erinnerte an den Einsatz der Kinderkirche 2015. „Jede Woche kamen mehrere Hundert Geflüchtete nach Solingen, die Hilfe benötigten, und wir fragten uns: Schaffen wir das? Ja, sagten Sie, wir schaffen das! Und Sie haben daraufhin ihre ganze Kirche für die Flüchtlingshilfe umgebaut.“

Ins Rollen gebracht wurde das gemeinnützige Familien-Sozialprojekt der früheren Christengemeinde Ecclesia durch ein Buch: „Meine Frau und ich hatten von dem Pfarrer Bill Wilson in New York gelesen, der sich mit seiner Gemeinde für sozialschwache Familien einsetzte“, berichtet Andreas Wiltzer von den Anfängen. „Wir begannen 2011, uns um bedürftige Kinder zu kümmern, später um ganze Familien.“ Mittlerweile ist die Arbeit des Sozialwerks enorm: „Seit 2011 haben wir Tausende internationale Kinder und Familien aus den Solinger Übergangsheimen und Sozialwohnungen betreut, dazu etliche deutsche Kinder und Familien. Wir leben Integration.“

Viele ehemals Hilfebedürftige arbeiten heute im Team mit

Die Betreuung geschieht in enger Absprache mit dem Stadtdienst Soziales. Sie umfasst regelmäßige Familienbesuche, wenn nötig mit Dolmetscher. Jeden Freitag findet ein Deutschkursus statt. Einmal im Monat wird zu Musik, Spielen, Theater und Aktionen in den Saal eingeladen. Dazu gehört ein gemeinsames Essen. Eine eigene Kleiderkammer stellt kostenfrei vorsortierte Kinderbekleidung zur Verfügung. Man hilft mit Schulmaterial, Spielzeug und Dingen des täglichen Bedarfs. Für bedürftige Kinder in Ost-Europa ist die Kinderkirche offizielle Sammelstelle von „Weihnachten im Schuhkarton“ – zum Verschicken gespendeter Kleinmaterialien. Und natürlich feiert die Kirche wöchentliche Gottesdienste und Kindergottesdienste und lädt ein zur Jugendkirche „Neon“.

„Wenn die Coronalage es zulässt, werden wir zudem auch wieder regelmäßig unseren Indoor-Spielplatz für Kinder betreiben“, stellt Wiltzer in Aussicht. „Unsere Angebote sind im Laufe der Jahre stetig gewachsen. Dazu gab es manche Herausforderung: So boten wir für mehrere Familien schon Kirchenasyle – alle gingen positiv für die Betroffenen aus.“ Mit dem Projekt habe sich auch das Team erweitert. Viele ehemalige Bedürftige wirken heute mit, Menschen etwa aus dem Iran, Syrien, Afghanistan, Albanien, Thailand, der Türkei oder dem Libanon. Finanziert wird das Sozialwerk durch Stiftungen, Spenden und Fördermittel des Landes NRW.

Kinderkirche

Gottesdienste: Jeden Sonntag um 10 Uhr. Es gibt Simultanübersetzungen in englischer, persischer und türkischer Sprache.

Veranstaltungen: Die nächsten sind geplant für den 21. August, 30. Oktober, 20. November, 18. Dezember (Weihnachts-Event), jeweils ab 10 Uhr.

Kontakt: Gemeinde-Sekretariat der Familienkirche, Merscheider Straße 40, montags bis freitags 8 bis 16 Uhr, Tel. 33 14 85.

www.kinderkirche-solingen.de

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