Pandemie

Corona belastet die ganze Familie

Alexander Bauer, Inhaber der Alexander- und der Turm-Apotheke, bietet in seinem Testzentrum auf dem Neumarkt jetzt „4 in 1“-Tests an. Bei Kindern können damit wahlweise auch in der vorderen Nase oder im Mund Abstriche genommen werden. Foto: Christian Beier
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Alexander Bauer, Inhaber der Alexander- und der Turm-Apotheke, bietet in seinem Testzentrum auf dem Neumarkt jetzt „4 in 1“-Tests an. Bei Kindern können damit wahlweise auch in der vorderen Nase oder im Mund Abstriche genommen werden.

Neue Test- und Quarantäneregeln verlangen viel Flexibilität. Eltern können Kinderkrankengeld beantragen.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Bei Familie Vieth dreht sich seit Tagen alles rund um das Thema Corona. Seit vergangene Woche die neue Regelung eingeführt wurde, nach der Eltern nach einem positiven Pool-Test im Kindergarten selbst einen negativen Bürgertest nachreichen müssen, war auch die Kita-Gruppe von Sohn Paul mehrfach betroffen. „Wir haben Paul jedes Mal testen lassen, am Mittwoch gab es dann einen positiven Schnelltest samt Fieber und Erkältungssymptomen“, schildert Mutter und ST-Mitarbeiterin Anne Vieth die Corona-Infektion, auch wenn das Ergebnis vom PCR-Test beim Kinderarzt noch aussteht.

Bei den Vieths wurde der Alltag umgekrempelt. Die ältere Tochter, für die gerade die Impfung terminiert war, darf auch nicht in die Kita und ist mit in Quarantäne. Die Eltern versuchen, den Berufsalltag aus dem Homeoffice zu meistern, „so gut das mit zwei Kindergartenkindern, einem davon erkrankt, geht“, so Anne Vieth.

Während der Krankheitsphase eines Kindes kann – wie bei anderen Erkrankungen auch – Kinderkrankengeld bei der Krankenkasse beantragt werden, wenn ein Elternteil nicht arbeiten kann. Nach Auskunft des Arbeitgeberverbandes gilt bis zum 19. März noch die Regelung, dass in der Corona-Pandemie Kinderkrankengeld auch dann beantragt werden kann, wenn ein Kind zu Hause betreut werden muss, weil die Kita geschlossen, Homeschooling angesagt oder das Kind in Quarantäne ist.

Ab Mitte Februar sind in den Kitas wieder Einzel-PCR-Tests möglich

Klare Informationen seien aber schwer zu bekommen, so die Erfahrung von Familie Vieth. So konnte die Kita etwa für die Tage, an denen Paul morgens getestet werden musste und erst am nächsten Tag wieder in die Kita durfte, keine Bescheinigung für den Kinderkrankengeldantrag ausstellen.

Für etwas Entspannung bei dem Thema sorgte jetzt die Nachricht von Gesundheitsamtsleiterin Dr. Annette Heibges: „Das Labor Synlab hat der Stadt mündlich zugesagt, dass die Kita-Poolauflösungen ab Mitte Februar wieder möglich sind.“ Für das System in den Grundschulen sei hingegen das Land zuständig. Dort bleibt es zunächst bei der Lösung, dass positive Ergebnisse der Lollitest-Pools mit Bürgertests überprüft werden müssen.

Um Eltern den Test früh morgens vor dem Job zu ermöglichen, hat Alexander Bauer, Inhaber der Alexander- und der Turm-Apotheke, in seinem Testzentrum auf dem Neumarkt jetzt die Zeiten erweitert. „Statt um 8.30 Uhr öffnen wir jetzt montags bis freitags schon um 7 Uhr.“

Für Kinder spezielle Abstriche im Mund möglich

In seinem Testzentrum bietet er auch spezielle „4 in 1“-Tests an. Damit könne der Abstrich in der vorderen Nase, der hinteren Nase, im Rachen oder im vorderen Mundbereich abgenommen werden. „Das ist gerade für kleinere Kinder angenehmer, weil sie mit den Lolli-Tests vertraut sind“, so Bauer. Um die Situation für die Eltern zu entspannen, hat die Stadtverwaltung die Testzentren gebeten, die Öffnungszeiten auszuweiten.

„In der Regel kommt das Kind mit negativem Bürgertest aber erst am nächsten Tag wieder in die Kita“, so die Erfahrung von Ulrike Kilp, Geschäftsführerin der Diakonie, die Träger von zwölf Kitas ist. „Für den einen Tag können die Eltern dann Kinderkrankengeld beantragen oder eine Lohnersatzleistung über den Landschaftsverband (LVR) beantragen, was für einen Tag aber meist den Aufwand nicht lohnt“, erklärt sie. Dass auch viele Kita-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter, die zudem oft selbst Kinder haben, betroffen sind, erhöhe die Engpässe in den Einrichtungen.

Testzentren

Frühe Öffnung: Werktags ab 7 Uhr geöffnet haben neben dem Testzentrum am Neumarkt beispielsweise auch die Teststationen bei Obi am Mangenberg, das Zentrum Solingen Süd an der Schützenstraße, das IP Innovativ-Zentrum Merscheider Straße 177, das Testzentrum Schützenplatz und das im Walder Stadtsaal, sowie ab 7.30 Uhr in der Alten Maschinenhalle an der Grünewalder Straße und im evangelischen Gemeindehaus Ohligs.

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